Stuttgart - Während Manager Fredi Bobic auf Beobachtungstour in Argentinien war, machten die Roten in Stuttgart Nägel mit Köpfen. Sie präsentierten einen Neuzugang für die neue Saison. Er heißt Tayfun Korkut (37), kommt von 1899 Hoffenheim und unterschrieb am Freitag beim VfB - als neuer A-Jugendtrainer. Der ehemalige türkische Nationalspieler, der in der Saison 1994/1995 für die Stuttgarter Kickers aktiv war, machte zusammen mit dem neuen sportlichen Leiter der VfB-Jugend, Marc Kienle, die Fußball-Lehrerlizenz.
Was die Personalplanungen für den Bundesligakader angeht, hat der VfB einen dänischen Nationalspieler im Blick. Das Interesse an William Kvist (26) ist schon länger bekannt - jetzt bekräftigte es Manager Bobic noch einmal: "Wer auf so einem hohen Niveau spielt, ist immer ein Kandidat für uns." Der defensive Mittelfeldspieler ist aktueller dänischer Meister mit dem FC Kopenhagen und zog in der vergangenen Saison ins Achtelfinale der Champions League ein. Kvist ist ein aggressiver Abräumer auf der Sechser-Position, der auch im Spielaufbau überzeugt. Die meisten Angriffe des FC Kopenhagen wurden von ihm eingeleitet.
Dänischen Medienberichten zufolge will Kvist schon vor Ablauf seines 2012 endenden Vertrags in die Bundesliga wechseln. Auch Schalke 04 und der 1. FC Köln sollen Interesse haben. Fredi Bobic kümmert das nicht - er will den dänischen Fußballer des Jahres 2010 holen, und zwar sofort. Gerüchten, wonach sich der VfB erst von einem Leistungsträger trennen muss, bevor er die Ablöse für Kvist (geschätzte 3,5 Millionen Euro) zahlen kann, widersprach Bobic energisch: "Wenn wir davon überzeugt sind, dass uns ein Spieler weiterbringt, dann werden wir investieren. Wir müssen und werden dafür keinen anderen Profi abgeben."
Abgeben will der VfB dagegen Mittelfeldspieler Daniel Didavi (21) - allerdings nur auf Leihbasis. Didavi, so der Plan der Roten, soll seinen bis 2012 laufenden Vertrag beim VfB erst verlängern und dann zum 1. FC Nürnberg wechseln, um Spielpraxis zu sammeln. Das Problem: Nürnberg rückt von seiner Position nicht ab und will Didavi am liebsten fix kaufen - der VfB macht da aber nach wie vor nicht mit. "Ich habe mit Manager Martin Bader gesprochen und ihm unsere Position nochmals klar mitgeteilt", sagt Fredi Bobic. Bader aber gibt nicht auf. Er sagt, dass der Club auf einem guten Weg sei, zumindest ein Leihgeschäft mit einer Kaufoption auf Didavi hinzubekommen. Der Spieler habe ihm versichert, so Bader, dass er "unbedingt nach Nürnberg kommen will". Baders Ziel ist jetzt, den Leihvertrag so auszuhandeln, dass die Entscheidung, ob Didavi nach dem ersten Leihjahr dauerhaft in Nürnberg bleiben will, beim Spieler selbst liegt. Im Klartext: Der FCN will die Summe x im Leihvertrag stehen haben, für die er Didavi nach einem Jahr kaufen kann. Bobic dagegen will, dass der VfB das "Erstzugriffsrecht" auf Didavi behält. Die Fronten scheinen verhärtet - Ausgang offen.
Der VfB gehört zu den besten zehn Fußball-Vereinen in Europa – was die Zuschauerzahlen betrifft.