Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

VfB Stuttgart Cacau warnt: "Müssen höllisch aufpassen"

Dirk Preiß, vom 02.02.2012 17:00 Uhr
Cacau am Boden: Der Stürmer des VfB Stuttgart nach der 0:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach Foto: Pressefoto Baumann
Cacau am Boden: Der Stürmer des VfB Stuttgart nach der 0:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Es ist kein Tag für gebürtige Brasilianer. Nicht wirklich. Zwar strahlt auf das Clubgelände des VfB Stuttgart die Sonne, doch das Thermometer zeigt Minusgrade an. Der Trainingsplatz, den die Rasenheizung vom Frost befreit hat, ist tief und holprig, und es gibt Körperteile, die sind einfach nicht zu schützen vor der Kälte. „An den Händen ist es am schlimmsten“, sagt Cacau und hebt die Arme, so dass die schwarzen Handschuhe zu sehen sind. Den Händedruck aber wehrt er ab. „Bringt eh nix“, sagt er, „ich hab’ ja kein Gefühl mehr in den Händen.“

Das ist nicht gut für den Gefühlsmenschen Cacau, aber es gibt Schlimmeres. Vermeintlich Schlimmeres. Zum Beispiel die Tatsache, dass ihn die Kollegen im Wintertrainingslager in Belek nicht mehr in den Mannschaftsrat gewählt haben. Ihn, den Vize-Kapitän, der in der Vorrunde noch so oft den eigentlichen Spielführer Matthieu Delpierre vertreten hat. Kapitän ist jetzt Serdar Tasci, im Mannschaftsrat sitzen andere – das alles war nicht leicht zu begreifen für Cacau, den Nationalspieler, der so gern eine entsprechende Wertschätzung verspürt. An diesem kalten Mittwochmorgen ist vom vermeintlich frostigen Klima allerdings nichts zu spüren.

Cacaus Motto: Es gibt Wichtigeres

Auf dem Trainingsplatz ist Cacau in seinem Element: Torschusstraining. Immer wieder, in immer neuen Varianten. Und der Nationalstürmer mittendrin – und auch zwischenmenschlich nicht isoliert, wie es zum Ende der Rückrunde und aufgrund der Geschehnisse im Trainingslager schien. Es gibt zwei Teams und ein Ziel: So viele Tore wie möglich zu erzielen. Und wann immer Cacau ins Schwarze trifft, johlen die Kollegen. Sicher, Cacau ist auch weiterhin nicht jedermanns Liebling. Aber wie es schein, haben sie sich zusammengerauft. Er gehört nicht zum Siegerteam, muss helfen, den Trainingsplatz aufzuräumen, gönnt sich aber vorher noch ein bisschen Spaß mit den Kollegen beim Lattenschießen. Dann geht’s in die Kabine – und siehe da: Anders, als noch in den vergangenen Wochen, lehnt er ein Gespräch nicht ab. „Ja“, sagt er, „aber bitte drinnen.“

Drinnen bläst Cacau seinen warmen Atem an seine ausgekühlten Finger und versucht all die Dinge, die ihn belastet haben, abzuschütteln. Auf die Frage, wie groß die Kränkung war, als er aus dem Mannschaftsrat flog, lächelt er nur vielsagend. Natürlich hat ihn das getroffen. Aber er sagt nur: „Ich habe das alles hinter mir gelassen.“ Diese Abwahl, die Egoismus-Vorwürfe, und auch die Tatsache, dass diese ganze Aktion im Trainingslager, von den Verantwortlichen womöglich auch hätte verhindert werden können. Die Diskussion darüber will er jedenfalls nicht weiterführen. Sein Motto: Es gibt Wichtigeres. „Wir sind in einer schwierigen Situation. Da wäre es falsch, wenn ich mich jetzt in den Vordergrund drängen würde“, sagt der gebürtige Brasilianer. Und doch ist er in vorderster Front gefordert.

Kampf gegen den Abstieg

Als Stürmer, dessen Tore der VfB benötigt, um nicht ganz nach unten abzurutschen. Aber auch – trotz der Entmachtung – als einer, der seine Erfahrung einbringt. Und die sagt ihm: „Wir müssen höllisch aufpassen.“ Nach den beiden Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde ist der Tabellenkeller wieder bedrohlich nahe, weshalb Cacau feststellt: „Wir müssen uns wieder auf den Kampf gegen den Abstieg einstellen.“ Nur: Warum es erneut so weit gekommen ist, kann sich auch der 30-jährige Stürmer nicht erklären. „Schwer zu sagen“, sagt er nachdenklich. Klar ist nur: So kann es nicht weitergehen.

Dass er mit Vedad Ibisevic einen Partner für einen Zwei-Mann-Sturm an die Seite gestellt bekommen hat, ist für Cacau ein positives Zeichen. Nun gelte es, die Fehler abzustellen, kompakt zu stehen und selbst wieder auf Patzer der Gegner zu warten – und diese auszunutzen. Möglichst eiskalt.

Kommentare (7)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
FEB
04
14:44 Uhr, geschrieben von VfB ein leben lang
Cacau
Das ist gut, dass er wieder interviews gibt. Ich denke, dass man Cacau wirklich nichts vorwerfen kann. Er spielt viele Jahre für den VfB, hat sich zum Nationalspieler entwickelt und bringt dementsprechend seine große Erfahrung mit in die Mannschaft ein. Dass man ihm egoismus vorwirft, ist doich ganz normal bei einem stürmer und dass er unzufriden ist, wenn er nicht trifft ist auch nachvollziehbar, er steht voll hinter dem verein und es ist sicher sher hart für ihn gewesen, als er aus dem mannschaftsrat gewählt wurde, alsi bitte, pfeift ihn nicht immer aus sondern stachelt ihn an, das pfeifen nützt nichts!!!!
FEB
03
16:09 Uhr, geschrieben von Stuttgarter
Wundersame Dinge passieren...
...in Stuttgart, Vfb Fans nur Gegner vom VfB !?
FEB
03
14:55 Uhr, geschrieben von Brombacherin
Trainer
Warum gibt es hier Minuspunkte , wenn man gegen Labbadia schreibt? Das muss doch jedem klar sein , er der Falsche ist. Der stell t doch die selbe Mannschaft wieder auf. Also geht es am Samstag zur nächsten Niederlage. Wie soll sich da was ändern. Er ist eben kein Klopp oder Favre. Die haben was drauf. Was der schon von sich gibt. Es ist normal, wenn die Spieler nicht das volle Selbstvertauen haben,oder wir müssen mit den guten Ansätzen weitermachen im nächsten Spiel. Welche guten Ansätze? Hat er ein anderes Spiel gesehen?
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  3
nächste
Schieber steht vor Wechsel zum BVB
Der Stürmer lehnt Angebot für Vertragsverlängerung ab und soll sich mit Dortmund einig sein.
VfB schafft es unter die Top Ten in Europa
Bilder Der VfB gehört zu den besten zehn Fußball-Vereinen in Europa – was die Zuschauerzahlen betrifft.
 
Tippspiel Stuttgart

Tippspiel zur Fußball-EM 2012

Melden Sie sich jetzt bei unserem kostenlosen Tippspiel zur Fußball-Europameisterschaft an. Der Sieger wird sich entspannt zurücklehnen und über eine Woche Urlaub im Allgäu freuen können. Machen Sie mit!
Anzeigen
Anzeige
EM 2012 - Videos
 
Sport-Videos
 
Anzeigen
 
Tippspiel Stuttgart

Tippspiel zur Fußball-EM 2012

Melden Sie sich jetzt bei unserem kostenlosen Tippspiel zur Fußball-Europameisterschaft an. Der Sieger wird sich entspannt zurücklehnen und über eine Woche Urlaub im Allgäu freuen können. Machen Sie mit!
Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise