Stuttgart - Bruno Labbadia, das ist zu spüren, will ein Signal senden. Der VfB-Trainer hat vor dem Rückrundenauftakt an diesem Samstag beim FC Schalke 04 (15.30 Uhr/Sky und Liga total) eine klare Botschaft parat. Seinen Spielern hat er sie schon mit auf den Weg gegeben. Jetzt soll auch die Öffentlichkeit davon erfahren. Der VfB-Coach ruft die Hammerwochen aus – und nimmt dabei seine Profis in die Pflicht. „Auf uns warten sofort Hammerspiele“, sagt der Coach der Roten.
Schalke, danach zu Hause gegen das Überraschungsteam Borussia Mönchengladbach, auswärts bei Bayer Leverkusen und als Krönung geht es dann im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern – die ersten vier Pflichtspiele der Roten im Jahr 2012 haben es in sich. Im Idealfall hat sich der Tabellenachte nach diesem Auftakt im oberen Tabellendrittel festgesetzt und steht im Halbfinale des Pokals. Im schlimmsten Fall hat bei aktuell sechs Punkten Vorsprung vor dem Relegationsplatz der Kampf gegen den Absteig begonnen. Und weil es bei so einer Ausgangslage eine funktionierende Einheit braucht, hat Labbadia eine klare Ansage an seine Profis parat: In den Hammerwochen sollen sie bitte schön auch Hammerleistungen abrufen.
Sonderschichten für die Stürmer
Im Fokus steht dabei ein Mannschaftsteil, der Labbadia zum Ende der Hinrunde einige Nerven gekostet hat. In der Offensive fehlte die Durchschlagskraft. Der Sturm der Roten war bekanntlich nur noch ein laues Lüftchen – und das soll sich schleunigst ändern. „Ich erwarte von meinen Stürmern, dass sie wieder gierig auf Tore werden“, sagt Labbadia.
Weil die Roten auf dem Transfermarkt noch nicht zugeschlagen haben, muss Labbadia dabei erst einmal mit jenen Angreifern vorliebnehmen, die schon da sind. Und mit denen hat Labbadia in diesen Tagen nach dem Training einige Sonderschichten eingelegt. Der Trainer selbst schlug die Flanken für Cacau, Julian Schieber und Pawel Pogrebnjak , die in der Mitte die Bälle versenken sollten. Immer und immer wieder. Übung macht den Meister – und Sondertraining einen besseren Torjäger. So denkt Labbadia, und so sollen auch seine Angreifer denken. „Ich will, dass sie Extraschichten einlegen, sei es auf dem Platz oder mit der Life-Kinetik, mit der sie ihre Konzentrationsfähigkeiten schulen.“, sagt Labbadia. „Es gibt immer Möglichkeiten, sich zu verbessern.“ Das gilt insbesondere für Nationalstürmer Cacau, der im Sommer zur EM fahren will. Die Abwahl aus dem Mannschaftsrat im Winter-Trainingslager in Belek soll ihn dabei nicht stören – im Gegenteil. „Die Situation hat ihn sicher nicht gefreut, aber er ist jetzt gefordert. Er muss seine Qualität voll einbringen, dazu braucht er kein Amt“, sagt Labbadia. Und: „Er muss Vollgas geben.“
"Jedes Rädchen muss ins andere greifen"
Das gilt auch für den Rest des Teams. Vorbei sein sollen die Zeiten, in denen die Roten wie zum Ende der Hinrunde zwar ganz gefällig kombinierten und mitspielten, aber nicht mehr wirklich gefährlich vor das gegnerische Tor kamen. „Wir müssen wieder mit Tempo nach vorne kommen und effektiver werden.“ Zudem solle das Passspiel im vorderen Bereich genauer werden. „Wir sind ein Team, bei dem einfach jedes Rädchen ins andere greifen muss“, sagt Bruno Labbadia.
Es sind hohe Ansprüche, die der VfB-Trainer da hat. Gegen die Hammergegner zum Rückrundenauftakt müssen seine Spieler sie jetzt erfüllen.
Der VfB gehört zu den besten zehn Fußball-Vereinen in Europa – was die Zuschauerzahlen betrifft.