Debatte - VfB Stuttgart Alternativplan mit Jean Zimmer

Von Thomas Näher 

Möglicher Wechsel auf die Zukunft: Allrounder Jean Zimmer. Foto:  
Möglicher Wechsel auf die Zukunft: Allrounder Jean Zimmer.Foto:  

Der VfB kommt bei der Suche nach einem neuen Innenverteidiger nicht voran. Die Kandidaten sind alle zu teuer. Stattdessen verpflichtet der Verein womöglich Jean Zimmer - ein Allroundtalent vom 1. FC Kaiserslautern. Eine gute Entscheidung?

Stuttgart - Eine gute Woche hat der VfB noch Zeit, dann muss er einen neuen Innenverteidiger präsentieren – oder er kann den Plan, sich in der Winterpause in der Abwehrzentrale zu verstärken, fallenlassen. Wobei – es gibt auch eine zweite Variante: Der VfB holt Jean Zimmer (22) vom Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern.

Der zweimalige U-21-Nationalspieler ist die Alternative für den Fall, dass es mit einem neuen Innenverteidiger nicht klappen sollte – wonach es zurzeit aussieht. Zimmer spielt meist auf der rechten Abwehrseite, fühlt sich aber auch im Mittelfeld wohl – und zwar links wie rechts. So wäre er eine Alternative zu Daniel Schwaab, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Und zu Martin Harnik und zu Filip Kostic, die beide am Saisonende wohl auf dem Sprung sind. Im Sommer kann Zimmer den FCK trotz eines Vertrags bis 2018 angeblich für eine Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro verlassen. Klopft ein Verein an, der international spielt, sind sogar fünf Millionen Euro fällig.

Der Transfer wäre ein Wechsel auf die Zukunft, aktuell stockt die Suche nach einem Innenverteidiger weiter. „Wir beobachten den Markt, aber wir sind nicht bereit, Mondpreise für durchschnittliche Spieler zu bezahlen“, sagt Sportvorstand Robin Dutt. Gute Spieler sind noch teurer – und damit erst recht unerschwinglich für den VfB.

Wimmer, Romagnoli, Hinteregger, Klose: Die VfB-Kandidaten sind allesamt zu teuer

Kevin Wimmer wäre so ein Wunschkandidat. Sieben Millionen Euro hat Tottenham Hotspur vergangenen Sommer für den Österreicher an den 1. FC Köln überwiesen, sieben Millionen Euro wollen die Engländer auch jetzt – falls sie Wimmer überhaupt ziehen lassen würden. Denn die Spurs brauchen das Geld nicht, durch den neuen Fernsehvertrag der Premier League haben sie selbst genug davon. Simone Romagnoli (25), ein anderer Kandidat vom FC Carpi, darf den Aufsteiger in die italienische Serie A nicht verlassen. Mit dem Österreicher Martin Hinteregger (23) war der VfB schon weitgehend klar, doch dann ging sein Verein RB Salzburg einen Deal mit Borussia Mönchengladbach ein, der den Bundesligisten 14 Millionen Euro kostet.

Der jüngste Fall betrifft Timm Klose, den der VfB ebenfalls auf dem Zettel hatte: Der Schweizer wechselt für elf Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Norwich City. „Preise in dieser Kategorie sind für 12 der 18 Bundesligavereine nicht möglich“, sagt Robin Dutt, der deshalb womöglich auf einen neuen Innenverteidiger verzichtet: „Wir haben auch so Qualität, wenn die Mannschaft an einem Strang zieht. Das haben wir beim Sieg gegen Wolfsburg gesehen.“

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