VfB-Spieler Didavi in Nationalelf? Beste Grüße an Joachim Löw

Von Thomas Näher 

Daniel Didavi (li., gegen Matthias Ostrzolek/HSV) Foto: Baumann
Daniel Didavi (li., gegen Matthias Ostrzolek/HSV)Foto: Baumann

Acht Saisontore, vier Vorlagen – und gegen den Hamburger SV der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des VfB: Daniel Didavi mausert sich zu einem Anwärter für die DFB-Elf. Zurecht, findet auch Trainer Jürgen Kramny.

Stuttgart - Wenn es über einen Profi heißt, sein Auftritt sei in die Hose gegangen, hat das selten etwas Gutes zu bedeuten. Anders bei Daniel Didavi. Beim ungezügelten Jubel über den 2:1-Siegtreffer gegen den Hamburger SV stürzten der gerade ausgewechselte Spielmacher und Jürgen Kramny zu Boden, was die Hose des Trainers nicht verzieh – sie riss. „Didavi zahlt eine ordentliche Geldstrafe. Er hat mich in meinem Vorwärtsdrang gebremst, meine Knie sind aufgeschürft, und die Hose kann ich wegschmeißen“, sagte Kramny und lächelte nachsichtig – aus gutem Grund.

Den Siegtreffer hatte der VfB Artem Kravets zu verdanken, den Sieg insgesamt aber zu einem guten Teil mal wieder Daniel Didavi (25). Spielerisch machen dem Nürtinger nur wenige etwas vor, sein Einsatz ist tadellos, und wenn ein Kandidat für die besonderen Momente im Spiel gesucht wird, endet es häufig bei ihm. So wie in der 66. Minute, als er den Ball per Richtung Tor rammte. Offiziell geht das Tor auf das Konto von Aaron Hunt, der ihn zuletzt berührt hatte, doch im Grunde war es Didavis Treffer. Dass er nach den vielen vergebenen Chancen überhaupt fiel, war Erleichterung pur: „So ein Tor hat dieses Spiel gebraucht.“ Als Türöffner.

Daniel Didavi: „Was man verdient, bekommt man auch“

Weil Daniel Didavi auch ohne diesen Treffer schon acht Saisontore erzielt und vier Torvorlagen geliefert hat, ist der Gedanke nicht verwegen, den Jürgen Kramny äußerte. „Das ist eine super Quote für einen Mittelfeldspieler. Man kann darüber nachdenken, ob Dida in der Nationalmannschaft mal eine Chance bekommen sollte. Aber das muss der Bundestrainer entscheiden.“ Didavi erklärte nur vielsagend: „Was man verdient, bekommt man auch.“

Bestenfalls einen Anruf von Joachim Löw – oder noch einen „Rüffel“ von Jürgen Kramny. „Die Hose zahlt er mir“, sagte der Trainer mit einem Schmunzeln über seine zerrissene Jeans, „da kann er einen Hunni hinlegen.“ Didavi dürfte es verschmerzen.

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