VfB in der Rückrunde Wer kann Abstiegskampf besser?

Von red/dpa 

Jürgen Kramny, Stuttgarter Eigengewächs Foto: dpa
Jürgen Kramny, Stuttgarter EigengewächsFoto: dpa

Im Abstiegskampf der Bundesliga kommt es zum Duell der Trainer-Generationen. Hoffenheim und Hannover setzen auf große Erfahrung an der Seitenlinie, Stuttgart und Bremen auf Eigengewächse. Welches Modell ist besser?

Stuttgart - Wenn Huub Stevens irgendwo anheuert, ist es um den Verein meist nicht gut bestellt. Der Niederländer kennt wie kein Zweiter den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga, zahlreiche Clubs rettete er bereits vor dem Absturz.

Auch 1899 Hoffenheim will im Moment keine Konzepte, der Tabellenletzte setzt auf die „Unabsteigbarkeit“ des 62-Jährigen. Im Ringen um den Klassenverbleib kann sich nur Hannover 96 auf ähnliche Erfahrung an der Seitenlinie berufen: Thomas Schaaf soll die Niedersachsen wieder ins Mittelfeld der Tabelle führen. Auf ganz andere Konzepte bauen der VfB Stuttgart und Werder Bremen mit Jürgen Kramny und Viktor Skripnik.

Was die vier letzten Clubs der Tabelle angeht, treffen im Abstiegskampf zwei Trainer-Generationen aufeinander. Kramny und Skripnik sind unerfahrene Eigengewächse ihrer Clubs, die unteren Tabellenregionen der Liga kennen sie nur aus ihrer Zeit als Spieler. Stevens dagegen weiß aus Erfahrung, dass es nun darum geht, „über einen totalen Punkt zu gehen, den Schweinehund zu überwinden“, wie er der „Bild“-Zeitung sagte.

VfB muss Schwung aus Spielen vor Weihnachten mitnehmen

Welches Modell erfolgreicher ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Für Kramny und den VfB wird es darauf ankommen, den Schwung aus den Spielen vor Weihnachten mitzunehmen. Von den letzten drei Bundesliga-Spielen hat der 44-Jährige keines verloren.

Besteht sein Team auch am Samstag in Köln, gibt das weiteres Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Geraten die Schwaben in einen Negativstrudel, kommen die Fragen. Könnte Kramny seiner Mannschaft dann die Antworten im Abstiegskampf geben, den er selbst als Trainer gar nicht kennt?

Könnte Skripnik das? Der Ukrainer hat es bereits bewiesen, als er die Bremer im Oktober 2014 übernahm. Nach der Beurlaubung von Robin Dutt hauchte Skripnik der Mannschaft neues Leben ein und führte sie zurück ins Mittelfeld. Mittlerweile ist Werder von allen Bundesligisten aber am längsten sieglos: seit fünf Spielen. Schon vor der Winterpause wurde über eine vorzeitige Trennung von dem 46-Jährigen spekuliert. Sein Rezept für die Rückrunde: „Wir wollen ein bisschen härter sein.“

Thomas Schaaf setzt auf die gewohnte Ruhe

Werders ehemaliger Erfolgscoach Schaaf setzt dagegen auf die gewohnte Ruhe. Wörter wie „Schweinehund“ spricht er nicht aus, zumindest nicht öffentlich. Versprechen könne er nicht, „dass wir nicht absteigen“. Schaaf sagt stattdessen: „Wir werden alles versuchen, alles dafür tun.“ Sein großer Vorteil sind die beachtlichen Erfolge, die er mit den Bremern feierte. Ron-Robert Zieler, Hugo Almeida und Co. wissen von diesen Erfolgen. Und ihnen ist klar, dass sie einen Trainer haben, der weiß, wie man erfolgreich ist. Das schafft Vertrauen.

Darauf setzen auch die Hoffenheimer mit dem knurrigen Stevens. Der spricht zwar manchmal von unverständlichen Dingen wie „negativem Druck“. Aber er kennt den Abstiegskampf wohl besser als viele andere. Das weiß auch seine Mannschaft.

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 3.67
VfB Stuttgart Bobic wirbt Ex-Scout Ben Manga ab

Von 24. Juni 2016 - 17:09 Uhr

Als neuer Fußballboss stellt Fredi Bobic Eintracht Frankfurt neu auf. Und dabei erinnert sich der Ex-Sportvorstand des VfB eines alten Weggefährten.