Vertrauenvotum in Ulm In der Heimat ist Schavan fast unumstritten

dpa/lsw, 26.01.2013 08:44 Uhr

Ulm - Die wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck stehende Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt mit voller Rückendeckung in Ulm als Direktkandidatin für die Bundestagswahl an. Am Freitagabend stimmten 96 Prozent der Delegierten des CDU-Kreisverbands Alb-Donau/Ulm für die 57-Jährige. Das waren 294 der gültigen 307 Stimmen. „Ich danke sehr für das große Vertrauen und bin darüber ganz einfach glücklich“, sagte die bewegte Schavan.

Die Ministerin hatte zuvor in ihrer 30-minütigen Rede um das Vertrauen ihres Wahlkreises gebeten. Die große Solidaritätswelle der Delegierten zeigte sich in den Ovationen danach. Schavan stellte sich auf einen Stuhl und jubelte ebenfalls ihren Parteimitgliedern zu. „Ich habe nicht abgeschrieben und schon gar nicht getäuscht“, sagte sie vor der Nominierung.

"Bewegt mich menschlich ungemein"

Schavan bedankte sich für die „überwältigende Unterstützung“ nach den Plagiatsvorwürfen in den vergangenen Wochen und Monaten. „Bis hin zum heutigen Tag bewegt mich das menschlich ungemein“, so Schavan. Kritikern entgegnete sie: „Ich lasse mich nicht jeden Tag von jedem provozieren, der meint, mich provozieren zu können.“

In der Plagiatsaffäre setze sie auf ein faires Verfahren der Universität Düsseldorf. Dorthin habe sie zu ihrer Verteidigung bereits eine schriftliche Erklärung geschickt, sagte die 57-Jährige. Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstag ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktortitel eingeleitet.

Großes Medieninteresse

Zahlreiche Medienvertreter verfolgten die Veranstaltung. Schavans Wahlkreis stellte sich in der Plagiatsaffäre bisher geschlossen hinter sie. Von allen Seiten gab es unterstützende Worte für die Ministerin. „Sie hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind froh, dass wir sie als Abgeordnete haben“, sagte die Landtagsabgeordnete und frühere Sozialministerin in Baden-Württemberg, Monika Stolz. Der große Zuspruch hänge aber auch mit der Plagiatsaffäre zusammen. „Ich glaube, die Mitglieder spüren, dass hier etwas abläuft, was nicht in Ordnung ist.“

Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch sagte, dass sich Schavan bisher integer für ihren Wahlkreis eingesetzt habe und er sich sicher sei, dass sie auch integer in ihrer Doktorarbeit gewesen sei. „Wir wünschen Dir weiterhin Standhaftigkeit und Kraft“, sagte Czisch.

 

 
 
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JAN
28
Konrad Weser, 13:32 Uhr

Sie hat es abgetippt - und nicht abgeschrieben.

Und wo sie recht hat, hat sie halt Recht, die Frau Schavan. Aber ob abgetippt oder abgeschrieben - sie hat es an der Backe. Und mir bleibt ein unwohles Bauchgefühl wenn ich an ihr Verhalten in ihrer Affäre denke. Unwürdig ist es, wie sie sich da verhält.

JAN
27
Albert Seitzer, 19:02 Uhr

Wie ist das möglich?

Jeder kann nachlesen, und es ist nicht nur eine einzelne Textpassage, wie hier Quellen unvollständig angegeben wurden. Ja, es ist lange her und damals konnte man noch nicht ahnen, dass es mal ein Computerprogramm gibt, welches Plagiate entlarvt. Aber man hat beeidet, dass man Quellen kenntlich macht. Die Dissertation handelt ja ausgerechnet auch noch über das 'Gewissen'. In dem Zusammenhang wäre es höchst interessant zu untersuchen warum fast alle Delegierten trotzdem zustimmten und welche Art von Gewissen da den Ausschlag gab. Es wird gemunkelt, dass es da so ein monetäres Gewissen gäbe.

JAN
26
Henny Reger, 14:52 Uhr

Weshalb diese unwürdige Abstreiterei -

weshalb nicht einfach: ich war jung und dumm und hab es damals nicht als gravierend angesehen. Aber so zieht eine Lüge die nächste nach sich und sie verstrickt sich und die CDU in ihr Abstreitgespinst. Wundern tue ich mich nur über die 96%, die wie in guter alter DDR Manier ihr Kreuz an die vorgegebene Stelle setzen.

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