Verschwundene Tiere in Möhringen Sorge um Katzen

Von Rebecca Stahlberg 

Oftmals ist es leider so, dass vermisste Katzen überfahren worden sind. Foto: dpa
Oftmals ist es leider so, dass vermisste Katzen überfahren worden sind.Foto: dpa

Eine Möhringerin hat vermehrt Suchmeldungen nach den Vierbeinern bemerkt. Der Katzenhilfe sind aber keine besonderen Vorkommnisse bekannt.

Möhringen - Uschi Hennig macht sich Sorgen. Die Möhringerin ist oft mit ihrem Hund im Stadtbezirk unterwegs und hat dort in letzter Zeit vermehrt Suchmeldungen nach verschwundenen Katzen an Zäunen und Laternenmasten gesehen. Bereits vor zwei Jahren sei ihr verstärkt aufgefallen, dass eine große Anzahl an Katzen verschwinden, sagt sie. Ihre Befürchtung: dass Katzenfänger unterwegs sind und sich die Tiere in der Nacht schnappen. Ihre eigene Katze lässt sich deshalb nicht mehr nach draußen.

Jens Lauer, ein Sprecher der Polizei, kann dies nicht bestätigen. „Wir haben keine Anzeigen über verschwundene Katzen vorliegen“, sagt er. Auch Andreas Fechtner von der Katzenhilfe Stuttgart sind vermehrte Vorkommnisse im Bezirk Möhringen nicht bekannt. „Ich kann keine signifikant höhere Zahl an vermissten Katzen bestätigen“, sagt er.

Fechtners Tipp für Katzenbesitzer: die Tiere tätowieren lassen. „Damit man sie zweifelsfrei identifizieren kann“, sagt er. Ein Eintrag in ein Haustierregister – beispielsweise vom Deutschen Tierschutzbund oder vom Anbieter Tasso – sei außerdem sinnvoll. „Ist die Katze verschwunden, sollte man zunächst Ruhe bewahren“, sagt Fechtner. Dass ein Freigänger mal einen Tag wegbleibe, sei nicht ungewöhnlich.

Die meisten Katzen fallen dem Verkehr zum Opfer

Bei der Suche sei es empfehlenswert, nicht nur Zettel aufzuhängen, sondern auch bei den Nachbarn nachzufragen. „Oft sind die Katzen in Kellern oder Schuppen eingesperrt“, sagt Fechtner. Nicht verschweigen möchte er die weniger schöne Möglichkeit: „Viele Katzen werden leider überfahren.“

Das Problem: Identifiziert werden tote Fundtiere zumeist nicht – der Besitzer erfährt es also niemals. Marie-Christin Gronau, die Pressesprecherin von Tasso, erklärt: „Die Lesegeräte für Identifikationschips sind teuer, die meisten Städte beziehungsweise Abfallwirtschaftsbetriebe besitzen keine und entsorgen die Tiere lediglich, ohne nach einem Chip oder der Tätowierung zu schauen.“ Ihrer Erfahrung nach fielen die meisten verschwundenen Katzen dem Straßenverkehr oder Jägern zum Opfer, sagt die Tasso-Sprecherin.

„Es ist unwahrscheinlich, dass Katzen für Laborversuche oder andere Zwecke gefangen werden“, sagt sie. Für Tierversuche müssten speziell Katzen gezüchtet werden, dies gebe das Gesetz vor. Und dass kriminelle Organisationen aus anderen Ländern Katzen fangen ließen, um das Fell, Fleisch oder Fett zu verwerten, sei ebenfalls nicht wahrscheinlich. „Dort gibt es genügend streunende Tiere. Warum sollte man sie hier fangen und dorthin transportieren? Das wäre sicher zu teuer“, sagt Gronau.

Redaktion Möhringen

Ansprechpartner
Sandra Hintermayr und Rüdiger Ott
moehringen@stz.zgs.de

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