Verein Agens "Die wollen Jungs zu Mädchen umerziehen"

Von Rainer Wehaus 

  Foto: Fotolia
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Männerrechtler Kuhla über Feministinnen, Frauen am Herd und Kleinkinder in der Krippe.

Stuttgart - Er will kein Männerrechtler sein, aber wie sonst soll man einen nennen, der die Diskriminierung von Männern beklagt? Vor knapp zwei Jahren hat Eckhard Kuhla mit anderen den Verein Agens gegründet - eine "Arbeitsgemeinschaft zur Verwirklichung der Geschlechterdemokratie". Ein Gespräch darüber, wie weit Mann gekommen ist.

Herr Kuhla, nächsten Donnerstag ist Weltmännertag. Was machen Sie da?
Ich werde im Nachbarort einen Vortrag über Männer- und Jungenarbeit halten.

Wir dachten, Sie fordern vielleicht wieder die Abschaffung von allen Männer- und Frauentagen, weil solche Tage eher polarisieren als zusammenführen.
Der Gag ist verbraucht, man muss nicht jedes Jahr das Gleiche fordern.

Anderseits ist so ein Männertag eine gute Gelegenheit für Männerrechtler wie die von Agens, ihre Anliegen vorzubringen.
Wir sind keine Männerrechtler. Wir haben zwar als Männerbewegung angefangen, aber je mehr weibliche Mitglieder wir bekamen und je mehr Erfahrung wir mit radikalen Frauenrechtlerinnen gesammelt haben, desto mehr haben wir gesagt: Nee, so nicht.

Wie meinen Sie das?
Wir werden von der Gegenseite abgestempelt und diffamiert als welche, die nur borniert Männerbastionen verteidigen. Das ist deren einziges Argument, ansonsten gibt es Diskursverweigerung. Deshalb haben wir von dem Begriff "Männerrechtler" Abstand genommen.

Sie packen die Gegenseite aber auch hart an. Sie sprechen von einer Feminismusindustrie, die den Steuerzahler jedes Jahr zig Millionen Euro koste, und beklagen eine Benachteiligung insbesondere von Vätern und Jungen.
Ja, aber das steht nicht im Vordergrund. Ich will kein Vorstand eines Männerjammervereins sein. Wir argumentierten positiv, wir wollen Männer und Jungen stärken. Wir kämpfen gegen den regierungsamtlichen Feminismus, der sich in die Privatsphäre einmischt. Mann und Frau sollen selber entscheiden können, wie sie leben.

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