Verbotene Wendemanöver Polizei jagt verstärkt Autofahrer auf Bahngleisen

Von Wolf-Dieter Obst 

In diesem Jahr gibt  es bereits mehr als 30 Kollisionen zwischen Pkw und Stadtbahnen mit 34 teils schwer verletzten  Personen. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
In diesem Jahr gibt es bereits mehr als 30 Kollisionen zwischen Pkw und Stadtbahnen mit 34 teils schwer verletzten Personen. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Verbotene Abbiege- und Wendemanöver über Schienen sind in Stuttgart weiter Hauptursache bei Stadtbahnunfällen. Jetzt verschärft die Polizei ihre Kontrollen.

Stuttgart - Nach einem traurigen Spitzenwert von mehr als 100 Stadtbahnunfällen in Stuttgart im letzten Jahr versucht die Polizei mit verstärkten Kontrollen Verkehrssündern auf die Spur zu kommen. Verbotene Abbiegemanöver von Autofahrern über die Gleise zählen zur Hauptunfallursache.

Auch in diesem Jahr gab es bereits mehr als 30 Kollisionen zwischen Pkw und Stadtbahnen mit 34 teils schwer verletzten Personen. Wie bei der Polizei am Donnerstag zu erfahren war, sind bei mehreren Kontrollaktionen in den vergangenen Tagen allein an der neuralgischen B-27-Kreuzung Charlotten- und Alexanderstraße in der Innenstadt mehr als 30 Sünder erwischt worden. Die Autofahrer hatten Wendeverbotsschilder größtenteils bewusst nicht beachtet.

Starenkasten steht nur noch als leere Hülle

Ganz offensichtlich sehen Autofahrer die Wendemöglichkeiten auf den Straßen entlang von Schienenstrecken in einer nicht mehr zumutbaren Entfernung angelegt. Ortsunkundige Autofahrer verweisen auf ihre Navigationsgeräte, die angeblich zu Wendemanövern auffordern. Die Unfälle sind nicht nur für unachtsame oder leichtsinnige Autofahrer gefährlich: Bei den Verletzten handelt es zumeist um Fahrgäste, die bei einer Vollbremsung des Stadtbahnzugs zu Fall kommen.

Dabei sind lediglich zehn von 231 Kilometern des Stadtbahnnetzes in Straßenfahrbahnen eingebettet – die Unfallbrennpunkte sind theoretisch überschaubar. Doch diese Erkenntnisse helfen zumeist wenig. Das Ordnungsamt der Stadt musste auf Anfrage einräumen, dass im Bereich Charlotten- und Alexanderstraße „noch immer keine technische Lösung“ gefunden worden sei. 2008 war ein Pionier-Projekt gestartet worden, bei der ein Blitzkasten gefährliche Wendemanöver dokumentieren sollte. Das Problem, das die Sünder bei Grünlicht unterwegs waren, konnte aber nie gelöst werden. Der Starenkasten steht nur noch als leere Hülle da.

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