Veränderungen gehören zum Leben dazu. Mehr noch: Manchmal sind Veränderungen notwendig, um sich selbst oder andere voran zu bringen. Auch beim Bottwartal-Marathon setzt derzeit ein Veränderungsprozess ein. In den kommenden Jahren wird sich so einiges ändern bei der Laufveranstaltung - ob auf dem Chefsessel oder beim Austragungsort. Beim Sponsoren-Abend in der Kellerei der Bottwartaler Winzer wurde das Hauptaugenmerk jedoch nicht auf die Zukunft, sondern vielmehr auf die aktuelle Veranstaltung gelegt, die am 15. und 16. Oktober ein letztes Mal in Großbottwar stattfindet.
"Es wird keine Brücke mehr für die Zuschauer über die Laufstrecke geben", verriet Organisationschef Werner Neumann den rund 50 Anwesenden. "Der Zieleinlauf wird deshalb etwas anders verlaufen als bisher", erklärte er. Und nicht nur dieser. Auch an der Streckenführung muss wegen des neuen Staudamms in Großbottwar etwas verändert werden. "Die Sportler müssen dann drumherum laufen", sagte er. Ansonsten würde aber alles beim Alten bleiben, betonte der passionierte Marathoni. Auch der im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Dreiviertel-Marathon sei gut angekommen und wird wieder aufgenommen, verriet der stets bescheidene Werner Neumann, der vor seinem letzten Bottwartal-Marathon nicht drumherum kam, einige lobende Worte zu hören. "Ohne sein Engagement, seine akribische Arbeit wäre der Bottwartal-Marathon nicht das, was er inzwischen geworden ist", erklärte Nachfolger Gerhard Petermann, der von Neumann den Anwesenden vorgestellt wurde. "Ich weiß nicht, ob ich in seine Fußstapfen treten kann", gab Petermann, der bislang für die Kinder- und Schülerläufe verantwortlich war, zu. Die Professionalität des Oberstenfelders lobte Dr. Jürgen Siegele vom Therapie- und Rehazentrum Bottwartal als Sprecher aller Sponsoren. "Wie jemand so akribisch, auch im Kleinen arbeitet, habe ich noch nie gesehen", meinte Siegele und würdigte: "Du hast uns ein positives Image aufgebaut. Dafür danken wir dir."
Selbst Gastredner Professor Mike Friedrichsen aus Berlin, der Neumann bis zu diesem Abend nicht kannte, kam nicht umhin, die Leistung des 65-Jährigen anzuerkennen. "Die Zahlen, die Sie hier präsentiert haben, sind sensationell", meinte er mit Blick auf mehr als 5000 Starter in den Boom-Jahren 2008 und 2009 und ergänzte gar schmunzelnd: "Die FDP würde sich nach jemandem mit ihrer Erfolgsgeschichte die Finger lecken." Genauso locker war Mike Friedrichsen zuvor seinen Vortrag zum Thema "Megatrends in der Medien- und Kommunikationsbranche" angegangen. Anschaulich zeigte er auf, wie sich die Welt in den vergangenen Jahren entwickelt hat. "In den 80ern hat jeder gedacht, wir brauchen keine Geldautomaten. Heute sind sie nicht mehr wegzudenken", nannte er nur ein Beispiel. "Heute stehen Apple, Google oder Microsoft für die Veränderungen", meinte der Experte salopp, fügte aber an: "Die Veränderungen sind noch lange nicht vorbei. Alles wird interaktiver und vernetzter. Das lässt sich nicht verhindern." Überspitzt skizzierte er einige Szenarien und hielt die Anwesenden an: "Man muss den Kunden integrieren."
Ob die Menschen in Zukunft einen Marathon virtuell laufen, fragte sich Werner Neumann daraufhin im Anschluss. "Oder rennen sie sich immer noch die Sohlen ab?" In seinem zweiten Vortrag des Abends plädierte der Medien-Experte für die letztere Variante. Denn: "Marathonläufer sind zäh, fleißig und brauchen eine Strategie, Selbstdisziplin und Zielstrebigkeit", erklärte er. "Ein Marathon ist lang genug, um viele emotionale und physische Täler zu durchlaufen", sagte er und befand deshalb zu seinem Thema passend: "Marathonläufer sind die besseren Manager."