Vaihingen/Möhringen - Insgesamt 101 Millionen Euro hat der Stuttgarter Gemeinderat für die Jahre 2012/2013 und 2014/2015 für den Aus- und Neubau von Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt. Für Heinrich Korn, den stellvertretenden Leiter des Jugendamts, ist das ein „nie dagewesenes Ausbauprogramm“. Er hofft, dass die Landeshauptstadt damit künftig genügend Betreuungsplätze anbieten kann.
Auch auf den Fildern kommen einige Einrichtungen zum Zug. Bei drei Projekten soll bereits in den kommenden zwei Jahren mit der Realisierung begonnen werden. Der evangelische Kindergarten an der Vaihinger Straße 75 in Möhringen wird saniert und von zwei auf vier Gruppen erweitert. Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro. Das Haus, das der Stadt gehört, wurde 1935 gebaut. In jüngster Zeit waren immer mehr Mängel sichtbar geworden. So tropft es im Eingangsbereich hin und wieder von der Decke. Der Bewegungs- und der Werkraum im Keller dürfen nicht mehr genutzt werden, da es keine Fluchtwege gibt, die der aktuellen Norm entsprechen. Der Möhringer Bezirksbeirat hatte sich im Juli vergangenen Jahres selbst vom Sanierungsbedarf in der Einrichtung überzeugt und das Projekt in seine Prioritätenliste für den Doppelhaushalt 2012/2013 aufgenommen – offensichtlich mit Erfolg.
Die Kindertagesstätte am Winterlinger Weg wird in naher Zukunft abgerissen und eine neue Einrichtung gebaut. Diese soll für vier Gruppen Platz bieten. Bislang ist das Haus eine zweigruppige Einrichtung. Der Neubau soll ein sogenannter Typenbau werden. Zum Hintergrund: Das Hochbaumamt hatte im vergangenen Frühjahr ein Konzept für einen „Kindergarten wie aus dem Baukasten“ vorgelegt. Der Vorteil: Die Einrichtungen müssen nur einmal geplant und können dann an verschiedenen Orten gebaut werden. Das geht schneller und spart Kosten, hofft die Stadt. Im Fall der Einrichtung am Winterlinger Weg werden diese auf 2,8 Millionen Euro geschätzt.
Neuer Kindergarten in Vaihingen
Auch an der Don-Carlos-Straße in Vaihingen soll ein neuer Kindergarten aus dem Baukasten entstehen. Und auch dort haben künftig vier statt wie bisher nur zwei Gruppen Platz. Die Eltern werden sich aber wahrscheinlich noch aus einem anderen Grund über den Neubau freuen. Denn im Mäusenest, wie der Kindergarten heißt, hatte es in jüngster Zeit immer wieder Beschwerden über unangenehme Gerüche gegeben (wir berichteten). Der Gemeinderat hat für den Neubau 3,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus wollen die Freien Träger – insbesondere die Kirchen – in ihre Einrichtungen investieren und haben dafür Zuschüsse bei der Stadt beantragt. So plant das katholische Stadtdekanat, seine Einrichtung an der Dürrlewangstraße um zwei Gruppen und die an der Fanny-Leicht-Straße um eine Gruppe zu erweitern. Die evangelische Kirchenpflege will im Waldheim Sonnenwinkel im Dachswald eine eingruppige Einrichtung eröffnen. „Inwieweit diese Träger ihre Vorhaben realisieren, kann nicht gesagt werden“, schränkt Korn jedoch ein. Die städtischen Zuschüsse seien aber bereitgestellt.
Korn bedauert, dass dieser „massive Ausbau“ der Kinderbetreuung in Stuttgart für manche Familien zu spät kommt. Derzeit gibt es einige Eltern, die trotz frühzeitiger Anmeldung keinen Betreuungsplatz für ihre Tochter oder ihren Sohn haben – insbesondere dann, wenn das Kind noch keine drei Jahre alt ist. Dennoch sei ein Ausbau der Kinderbetreuung nicht schneller möglich. „Der Gemeinderat und die Verwaltung haben das Maximale bewegt“, sagt Korn.
Allerdings gebe es noch ein Problem: „Es muss uns noch gelingen, ausreichend qualifiziertes Personal für den Betrieb zu finden. Das wird nicht einfach und stellt die nächste Hürde dar“, sagt Korn.