"Vaihingen ist kinderfreundlich" Nachgefragt

Von "Marbach und Bottwartal" 

Birgit Hertfelder bietet Führungendurch die Stadt an und hat sich dabei aufTouren für die jüngsten Bürger spezialisiert.

Birgit Hertfelder bietet Führungendurch die Stadt an und hat sich dabei aufTouren für die jüngsten Bürger spezialisiert.

Frau Hertfelder, Sie haben vor kurzem eine Stadtführung für Kinder durch Vaihingen gemacht. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Ich mache das schon seit sechs Jahren über mein Kindertheater. Jetzt hat Vaihingen das auch offiziell angeboten. Mir sind Kinder ganz wichtig. Ein Kind muss die Stadt erst einmal kennenlernen, um ihr sein Herz zu schenken - und wenn man sich hier auskennt, dann ist Vaihingen gigantisch.

Worauf konzentrieren Sie sich bei der Tour?

Es geht darum, wie die Stadt entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat. Ich erzähle die Stadtgeschichte anhand von Geschichten. Man kann kein Kind mit Daten fangen. Die interessiert, wie hoch die Kirche ist und ob im Pulverturm tatsächlich Pulver gelagert wurde. Deshalb erzähle ich die Geschichte anhand von Beispielen. Warum haben die Grafen eine Stadtmauer benötigt, warum hat es ein Badehaus gegeben, oder wie ist der Fluss früher verlaufen.

Was wollen Sie den Kindern mitgeben?

Ich möchte, dass sie die Geschichte von Vaihingen kennen und lieben und daran interessiert sind, selbst weiter nachzuforschen. Das geht hier nämlich gut, weil Vaihingen kinderfreundlich ist. Wenn ein Kind fragt, stößt es immer auf offene Ohren.

Wie reagieren die jungen Stadterkunder auf die verschiedenen Stationen?

Sei stellen teilweise lustige Fragen. Warum geht ein Bauer, wenn er kein Geld hat, nicht zur Bank? Warum nicht zum Rewe, wenn er etwas zu essen möchte? Warum nicht zum Schuhverkäufer, wenn er Schuhe braucht? Dann muss man erst mal erklären, dass es das alles gar nicht gab. Schwer beeindruckt sind sie davon, dass nicht alle in die Schule durften oder zwischendurch nach Hause mussten, um die Tiere zu füttern. Dadurch lernen die Kinder gleichzeitig das zu schätzen, was sie haben.

Wie gehen Sie vor, um die Informationen zu veranschaulichen?

Ich verteile zu Beginn der Führungen oftmals Ämter. Beispielsweise sollen die Kinder dann raten, was ein Gerber ist und dadurch lernen, wie das damals mit dem Leder für die Schuhe funktioniert hat. In meinem Kindertheater habe ich zudem historische Bilder neben Fotos gehängt, die das gleiche Motiv heutzutage zeigen. Es ist irre, wenn die Kinder das sehen und erraten. Sie brauchen solche Spielformen.

Wie zufrieden waren Sie mit der ersten offiziellen Führung?

Es war erstaunlich, dass alle gekommen sind, weil es so geschüttet hat. Total schön war, dass einige Großeltern ihre Enkel begleitet haben und die Führung mit ihren Geschichten ausschmücken konnten.

Sind weitere Touren geplant?

Die nächste offizielle Führung ist am 5. Mai, kurzfristig kann man aber auch welche über mein Theater buchen.

Die Fragen stellte Fabian Schmidt.

Zur Person Birgit Hertfelder ist Rechtsanwaltsfachangestellte, führt heute aber das Kindertheater Dimbeldu (www.dimbeldu.de) und ist als Buchautorin tätig. Die 46-Jährige ist in Vaihingen geboren und hat zwei Kinder.

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