Grob geschätzt heben an diesem ersten Ferientag am Stuttgarter Flughafen rund 110 Urlaubsflieger ab. Weniger Maschinen als in den vergangenen Jahren, weil die Flugzeuge immer größer werden. In diesem Jahr sind rund sieben Prozent mehr Urlauber unterwegs als im Vorjahr.
Und warum fliegt der Deutsche überhaupt an Mittel- oder Rotes Meer, wo er doch im Süden von Deutschland ein echt schwäbisches Meer hat? "Am Bodensee ist ja alles voller Touristen", sagt Krämer. "Auch der Schwarzwald ist in den Sommerferien überlaufen." Und natürlich sei da noch das unbeständige deutsche Wetter. "In Spanien oder Italien hält sich die Sonne einfach konstanter am Himmel als hier."
Keine Zeit zum Schlafen
Und deshalb fliegen nicht nur die Jalowietzkis in den Süden, sondern auch Manuela Ott mit Tochter Paula und dem Plüschbär Sam. Nach Bari soll es gehen. Das liegt knapp über dem Absatz des italienischen Stiefels. Noch allerdings trennt eine meterlange Schlange vor dem Check-in-Schalter die Otts von der ersehnten Urlaubsstimmung. "Ich freue mich, wenn wir endlich unsere Koffer los sind und im Flieger sitzen", sagt Manuela Ott. "Dann können wir endlich anfangen zu entspannen."
Carmen und Harry Walter entspannen sich schon mal im Vorfeld in der Warteschlange vor der Sicherheitskontrolle. Hamburg ist die Wunschdestination. Warum auch in die Sonne fliegen, wenn's in der Hansestadt doch noch viel schöner regnet als im Schwabenland? "Ach was", sagt Carmen Walter. "Das darf man eben nicht so eng sehen."
Stimmt - und den Walters wird sowieso nur wenig Zeit bleiben, sich mit dem Wetter zu beschäftigten. Denn das Heilbronner Pärchen hat ein straffes Programm: Hafenrundfahrt, durch die Colonnaden bummeln, den Fischmarkt und die Nikolaikirche besichtigen. "Das wird der pure Stress", sagt Harry Walter und grinst. "Vor lauter Freizeitprogramm wissen wir gar nicht, wann wir zwischendurch schlafen sollen."