Nach den Vorausberechnungen des Statistischen Landesamts sinkt die Zahl an den Teilzeitschulen um 7800, an den Vollzeitschulen um 1200. Der Berufsschullehrerverband traut den Zahlen allerdings nicht. Denn obwohl am Mittwoch das neue Ausbildungsjahr begonnen hat, werden in den nächsten Wochen noch Ausbildungsverträge abgeschlossen und Schulen die letzen freien Plätze vergeben.
In den vergangenen Jahren gab es bei den Berechnungen immer wieder böse Überraschungen. So ging das Statistische Landesamt 2006 noch davon aus, dass die Zahl der Schüler an den beruflichen Schulen bis 2008 auf 411000 steigen und dann sinken würde. Tatsächlich besuchten im vergangenen Schuljahr knapp 437.000 Schüler eine berufliche Schule in Baden-Württemberg - so viele wie zuletzt im Schuljahr 1986/87. 378.000 von ihnen gingen in eine öffentliche, die übrigen in eine private berufliche Schule. Damit ist die Zahl der Schüler in den vergangenen zehn Jahren an den öffentlichen beruflichen Schulen um 30.000, an den privaten 19000 angestiegen.
Profitiert haben vor allem private Berufsfachschulen, Berufskollegs und berufliche Gymnasien - dort hat sich die Schülerzahl verdoppelt, weil an den öffentlichen Schulen Plätze fehlen. "Von einem wirklich bedarfsgerechten Ausbau aller beruflichen Vollzeitschulen ist das Land noch weit entfernt", resümiert Futter. "Wir brauchen endlich einen Zehnjahresplan zur Sicherung der Unterrichtsversorgung, zum Aufbau eines Ergänzungsbereichs und zur Schaffung eines Innovationspools". Anders lasse sich der Fachkräftemangel nicht beheben.