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Uni würdigt Einsatz Grube wird Ehrensenator – Bonatz-Enkel erbost

Von ks 

ksBahn-Chef Rüdiger Grube. Foto: dapd
ksBahn-Chef Rüdiger Grube.Foto: dapd

Die Uni Stuttgart würdigt den Einsatz des Bahn-Chefs für die Forschung – Architekt Dübbers: Der Geehrte ist verantwortlich für die Teilzerstörung des Bahnhofs.

Stuttgart - Bahn-Chef Rüdiger Grube wird am 16. November durch die Universität Stuttgart zum Ehrensenator ernannt. Er steht damit in einer Reihe mit dem Architekten des alten Hauptbahnhofs, dem 1956 verstorbenen Paul Bonatz. Dessen Enkel Peter Dübbers zeigt sich über die Ehrung massiv verärgert.

Dübbers hatte sich vor Gericht entschieden gegen den Teilabriss des Kopfbahnhofs gewandt und Vorschläge für den Erhalt der Seitenflügel trotz des Durchgangsbahnhof gemacht. Er sehe in der Würdigung des Bahn-Chefs einen „eher unnötigen, für mich äußerst befremdlichen Akt des vorauseilenden Gehorsams“, schreibt Dübbers in einem offenen Brief an Rektor Wolfram Ressel.

Bonatz sei ein bedeutender Architekturlehrer gewesen, dessen beispielhafte Bauten Stuttgart geprägt hätten, besonders das Bau- und Kulturdenkmal Hauptbahnhof. Grube sei „mitverantwortlich für die Teilzerstörung dieses Wahrzeichens Stuttgarts“, zürnt der 74-jährige Architekt Dübbers.

„Persönliches Engagement und die großzügige Förderung der Forschung und des Ingenieurnachwuchses an der Universität Stuttgart“

Die Universität zeigt sich über den Angriff erstaunt. „Herr Grube hält seit Jahrzehnten Vorlesungen und betreut Projekte“, sagt Pressesprecherin Andrea Mayer-Grenu. Nach einer Pause tritt Grube im Sommersemester 2013 wieder ans Pult. Die Ehrung beziehe sich „auf die Person und nicht auf Stuttgart 21“. Gewürdigt würden Grubes „persönliches Engagement und die großzügige Förderung der Forschung und des Ingenieurnachwuchses an der Universität Stuttgart“. Dass man in verschiedenen Projekten gemeinsam mit der Bahn forsche, sei nicht ungewöhnlich. „Wir sind eine der Unis in Deutschland, die mit die höchsten Drittmittel einwerben“, sagt die Sprecherin. 2010 kamen 146 Millionen Euro, davon 53 Millionen von der Industrie. Wie viel Geld aus der Kasse der Bahn floss, könne nicht gesagt werden.

Dübbers nimmt an dieser Förderung Anstoß. Die Aufträge des Konzerns könnten für das Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen „tatsächlich überlebenswichtig sein (bis hin zu gelegentlichen Gefälligkeitsgutachten)“, giftet er. Dass die Bahn fördere, sei nur logisch, sagt Mayer-Grenu, „schließlich ist sie der größte Anbieter in der Republik“.

Der Vorschlag für die Ernennung Grubes zum Ehrensenator kam aus der Fakultät 2, in der das Institut für Eisenbahnwesen eingegliedert ist. Der Antrag sei schon früher einmal gestellt worden, eine Entscheidung aber „wegen Stuttgart 21 und dem Volksentscheid“ erst im Juli gefallen, sagt Mayer-Grenu. Grube selbst werde bei der Ehrung aus Termingründen nicht zugegen sein können. Die Bahn lehnte am Freitag jede Äußerung zu dem Angriff auf ihren Vorstandschef ab.

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