Uni Stuttgart Nicht nur das Wissen wachsen lassen

Von Rebecca Stahlberg 

Die Hochschulgruppe Greening Stuttgart will sich gärtnerisch betätigen. Foto: z
Die Hochschulgruppe Greening Stuttgart will sich gärtnerisch betätigen. Foto: z

Blumen, Kräuter und Gemüse. Studenten der Universität Stuttgart wollen auf dem Campuseinen Mitmach-Garten anlegen. Bis Tomaten und Petersilie geerntet werden können, dauert es jedoch noch etwas: Das Unibauamt sucht derzeit nach einer geeigneten Fläche für das Projekt.

Vaihingen - Nicht nur die Nase in die Bücher stecken, sondern auch mal zur Hacke greifen und Unkraut jäten: Die Hochschulgruppe Greening Stuttgart an der Universität Stuttgart möchte auf dem Campus in Vaihingen einen Mitmach-Garten anlegen und dort Gemüse, Kräuter und Blumen anpflanzen. Auf die Idee gekommen sind sie durch das Programm „Urban Gardening“, das den Gartenbau in der Großstadt fördert und beim Stadtplanungsamt angesiedelt ist. Bei einer Vortragsreihe der Uni-Gruppe mit dem Titel „Essenzielle Fragen“, bei der es um nachhaltigen Lebensmittelkonsum ging, war das Thema vorgestellt worden.

Taalke Wolf und Nick Heinke leiten das Projekt. Beiden studieren im dritten Semester Erneuerbare Energien. „Der Studiengang ist sehr technisch, wir wollten gerne nebenher noch etwas Praktisches tun“, erzählt Nick Heinke. Taalke Wolf fügt hinzu: „Unser Ziel ist es, etwas Lebensnahes zu machen und dabei die Uni mitzugestalten.“ Der Mitmach-Garten solle auch ein Ort der Begegnung sein, sagt die 22-Jährige, eine Oase zum Durchatmen, ein Kleinod zwischen den grauen Unigebäuden. Auch Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit könnte man dort abhalten, finden die Studierenden. Und: „Außerhalb der universitären Strukturen kann man sich dort über gesellschaftspolitische Themen und Lebensstile austauschen“, sagt Heinke. Zudem könnten Studenten aus allen Studiengängen dort zusammenkommen, auch Dozenten und wissenschaftliche Mitarbeiter seien freilich willkommen.

Geeignete Flächen werden noch gesucht

Noch haben sie allerdings keine Fläche zugewiesen bekommen, auf der sie mit dem Gärtnern loslegen können. „Das Unibauamt sucht derzeit nach einer geeigneten Fläche für uns“, erzählt Wolf. Mit einem Areal neben der Mensa, das sie ursprünglich im Auge gehabt hatten, habe es leider nicht geklappt. Wichtig sei ihnen, dass die Fläche auf Dauer zur Verfügung steht. „Ein Garten ist ja ein langfristiges Projekt“, sagt Wolf. Außerdem sollen die Laufwege nah sein, damit die Studenten zwischen den Seminaren in dem Garten vorbeischauen und dort arbeiten können.

Potenzial zum Ausbau soll das Areal außerdem haben. Die Studierenden wollen zwar erst mal klein anfangen. Wenn die Sache aber gut angelaufen ist, soll genug Raum da sein, um viele verschiedene Gemüsesorten, Blumen und Kräuter anzubauen. Das Geerntete darf im Idealfall übrigens direkt vom Acker in den Topf wandern, sagt Heinke, der in seinem Wohnheim schon ein paar Tomaten gezogen hat. Dadurch lerne man, Lebensmittel wertzuschätzen, sagt der 23-Jährige. „Ein Garten ist ein Wunderort, an dem vieles passiert.“

Die Stadt unterstützt das Projekt

Finanzielle Unterstützung braucht das Projekt freilich auch. Die gibt es zum einen von der Stadt Stuttgart mit dem Förderprogramm für urbane Gärten. Darüber hinaus nehmen die Studenten mit ihrem Projekt an einem Wettbewerb für globale Nachhaltigkeit an baden-württembergischen Hochschulen teil, genannt „Campusweltbewerb“. Dieser wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gefördert. Die Entscheidung fällt im März.

Hilfreich seien außerdem Sachspenden, sagt Wolf. „Wer Gartenwerkzeug, Saatgut oder Kompost übrig hat, darf uns das gerne geben. Und über ein wenig Know-how würden wir uns natürlich auch freuen“, erzählt die Studentin. Auch eine kleine Hütte, in der man die Gerätschaften lagern könne, nehme man gerne an. „Das alles darf im Sinne der Nachhaltigkeit natürlich sehr gerne gebraucht sein“, fügt Heinke hinzu.

Sobald das Unibauamt ihnen eine Fläche zugeteilt hat, wollen sie loslegen. Im März sollen Pflanzen vorgezogen werden, im April ist gemeinschaftliches Umgraben und Säen angedacht, außerdem das Aufstellen von Sitzbänken und Schildern. Im Mai sollen die vorgezogenen Stecklinge eingepflanzt werden, im August hoffen sie auf die erste Ernte.

Mehr Info:

Förderung
Die Stadt Stuttgart fördert das An­legen von urbanen Gärten. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Kultivierung von Obst und Gemüse zu stärken sowie Erholungsflächen und Treffpunkte zu schaffen. Mehr Informationen, die Förderrichtlinien sowie das Antragsformular findet man auf der Internetseite der Stadt unter www.stuttgart.de/urbangardening. Der Ansprechpartner ist Alexander Schmid. Er ist zu erreichen unter Telefon 2 16-2 03 52 oder per E-Mail an alexander.schmid@stuttgart.de.

Spenden
Die Hochschulgruppe Greening Stuttgart freut sich über jegliche Unterstützung, ob finanziell, in Form von Sachspenden oder Ratschlägen für erfolgreiches Gärtnern. Den Kontakt kann man über die E-Mail-Adresse info@greening-stuttgart.de herstellen.

Redaktion Vaihingen

Ansprechpartner
Rüdiger Ott und Alexandra Kratz
vaihingen@stz.zgs.de

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