Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [0.25/4]

Unfallstatistik Radfahren - gesund aber gefährlich

Gregor Preiss, vom 05.08.2010 15:30 Uhr
  Foto: dpa
Foto: dpa

Stuttgart - Seit Jahren geht die Zahl der Verkehrstoten zurück – nur nicht bei den Radlern. Sie werden immer mehr, und damit auch die Zahl der Toten und Verletzten. Dass zunehmend Helm getragen wird, macht sich statistisch kaum bemerkbar.

Der jüngste Todesfall datiert vom Dienstag. Bei einer Massentour im Nordschwarzwald fiel ein 55-jähriger Radler an einem leichten Anstieg plötzlich vom Sattel - Herzversagen. Er taucht in keiner Statistik auf. Sie erfasst nur Unfallopfer. Experten vermuten jedoch auch eine wachsende Zahl solcher Unglücke, die im Wesentlichen auf drei Faktoren zurückzuführen sind. Erstens: Immer mehr Menschen fahren Rad. Zweitens: Immer mehr ältere Menschen fahren Rad. Und drittens: Die Häufung sehr heißer Tage.

53 Radfahrer kamen 2009 bei Unfällen ums Leben

Zumindest Ursache eins und zwei zeichnen auch für die Zunahme an Radunfällen verantwortlich. Schätzungsweise 6,5 Millionen sind in Baden-Württemberg regelmäßig auf zwei unmotorisierten Rädern unterwegs - so viele wie nie zuvor. In jedem Haushalt stehen im Schnitt 1,5 Räder. Dass die Gesellschaft altert, ist keine neue Erkenntnis. Das wirkt sich auch auf die Radunfallstatistik aus. Jeder Zweite im Jahr 2009 Verunglückte war über 65, wie eine Auswertung des Auto Clubs Europa (ACE) von Daten des Statistischen Bundesamts ergab.

Insgesamt kamen in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr 53 Radfahrer bei einem Unfall ums Leben - bei 535 Verkehrstoten insgesamt annähernd jeder Zehnte. Knapp 8000 wurden verletzt, wobei die Dunkelziffer noch höher liegen dürfte, da nicht jeder Sturz der Polizei gemeldet wird. In den ersten Monaten dieses Jahres verzeichnete das Innenministerium bereits 25 tödlich verunglückte Radler, so dass zu befürchten steht, dass der 53er-Wert von 2009 erneut erreicht werden dürfte. Die Zahl der Unfälle war allerdings rückläufig.

Der ACE hat in seiner bundesweiten Auswertung in den vergangenen zwölf Jahren einen Anstieg "schwer verunglückter" Radfahrer um zwölf Prozent festgestellt, wohingegen die Zahl der Personenschäden bei allen Verkehrsunfällen seit 1998 um 24 Prozent zurückging. Im Bundesvergleich gilt Baden-Württemberg mit 78 verletzten oder getöteten Radfahrern je 100.000 Einwohner als relativ sicher. Der Spitzenreiter unter den Ländern, Schleswig-Holstein, kommt auf eine Quote von 138 Opfern.

Kommentare (2)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
AUG
06
15:46 Uhr, geschrieben von Heinz Raiser
Ampel wird ignoriert
Man sollte auch erwähnen, daß Radfahrer grundsätzlich der Meinung sind, das Rotlicht der Ampel habe für sie keine Bedeutung!
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
-2
Kommentar bewerten
AUG
06
09:00 Uhr, geschrieben von Martin Speiser
Helme
Gudrun Zühlke vom ADFC irrt wieder einmal, diesmal bei der Helmtragequote. Sie liegt tatsächlich eher bei den vom ACE genannten 6%. Auffällig ist aber auch, daß mehr Helmträger am Kopf verletzt werden als Nicht-Helmträger.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
0
Kommentar bewerten
Sonntags bleibt die Waschstraße zu
Auch Grün-Rot denkt nicht daran, sonntägliche Verbote wie Autowaschen oder Videoverleih zu lockern
Metaller im Südwesten erhalten 4,3 Prozent mehr Geld
In der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg ist der Tarifstreit beigelegt.

 

Anzeigen

 

Anzeige
Nachrichtenticker
12:58   Schäuble: Röttgens Entlassung nachvollziehbar
12:56   Tausende bei "Blockupy"-Demonstration in Frankfurt
12:54   Bombenanschlag tötet zwei Schülerinnen - Mafia in Verdacht
12:51   Mertesacker fehlt bei DFB-Training - Löw leitet Einheit
12:50   Tarifkonflikt beendet - Metaller erhalten 4,3 Prozent mehr Geld
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
Champions League - Pk FC Bayern

Am Samstagabend steigt das "Finale dahoam"! Bayern trifft auf Chelsea. Gönnen Sie den Münchnern die Krone Europas?

 
Klar! Als Bayern-Fan will ich die Münchner siegen sehen
Nein! Als Chelsea-Fan bin ich für die Londoner
Ja, bin zwar kein Bayern-Fan, aber für das deutsche Team
Nein! ich bin zwar nicht für Chelsea, aber gegen Bayern
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise