Das Gewerbegebiet Kring/Mauerer im Steinenbronner Norden war Gegenstand einer Ortsbegehung im Rahmen der Verkehrsschau im vergangenen November. Hauptamtsleiter Wolfgang Bohn bemängelte im Vorfeld: "Dort, an den breiten Straßen, steht schon lange ein Sammelsurium an Fahrzeugen." Mehrfach hatte unter anderem die Firma Telegeärtner kritisiert, dass die Sicht vom Betriebsparkplatz auf die zwölf Meter breite Straße durch abgestellte Wohnmobile und Anhänger eingeschränkt sei. Um das Problem zu beseitigen, kamen die Gemeindeverwaltung und die Straßenverkehrsbehörde überein, rechts und links der Einfahrt eine Sperrfläche auf dem Straßenbelag zu markieren. Zudem wurde im Frühjahr ein Schild "Parken nur für Pkw" aufgestellt.
Als vor wenigen Tagen eine Steinenbronnerin abends an ihrem Wohnmobil vorbeiging, staunte sie nicht schlecht. Hinter den Scheibenwischer war ein Schreiben geklemmt, darin stand zu lesen: "Vielleicht haben Sie noch nicht festgestellt, dass seit etwa 14 Tagen ein neues Verkehrsschild an der Ausfahrt unseres Betriebsparkplatzes angebracht ist - Parken für Personenwagen. Ihr Wohnmobil stört unseren Betriebsverkehr erheblich. Bevor wir polizeiliche Maßnahmen einleiten, fordern wir Sie auf, Ihr Fahrzeug anders zu parken." Als Absender zeichnete Hartmut Gärtner, Geschäftsführer der Firma Telegärtner, er fügte noch hinzu: "Ich als Unterzeichner kann ohnehin nicht verstehen, wieso man sich ein Wohnmobil anschafft, um es im Industriegebiet abzustellen".
Die Frau war empört, zumal sie sich sicher war, dass morgens das Schild noch um 90 Grad gedreht war und in Richtung des Firmenparkplatzes zeigte. Also griff sie zum Hörer und rief beim Ordnungsamt an. "Dort wurde mir gesagt, das Schild gelte eindeutig für den Betriebsparkplatz", sagt die Wohnmobilbesitzerin. Dies sei ihr auch auf Nachfrage beim Polizeiposten in Waldenbuch bestätigt worden. Tags darauf stellte die Frau fest, dass das Parkschild gedreht und nun eindeutig auf die Max-Eyth-Straße gerichtet war. "Ein neuerlicher Anruf bei der Polizei ergab plötzlich, alles ist in Ordnung. Eine Rücksprache des Postens beim Straßenverkehrsamt habe erbracht, das Schild sei gültig", erzählt die Steinenbronnerin. Sie könne das nicht nachvollziehen und werde sich nun an die Straßenverkehrsbehörde wenden.
Auf Anfrage der Filder-Zeitung erklärt Hauptamtsleiter Bohn: "Die Gemeinde hat das Schild nach Anordnung der Behörde aufgestellt, leider war es falsch gedreht."