Umfrage Trotz AfD darf die CSU weiter auf absolute Mehrheit hoffen

Von red/dpa 

Der CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer hat guten Grund optimistisch zu sein. Foto: dpa
Der CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer hat guten Grund optimistisch zu sein. Foto: dpa

Mit einem Fokus auf die Sicherheits- und Asylpolitik geht die CSU nicht nur ins Bundestagswahljahr 2017. Auch auf Landesebene ist es das große Thema. Das scheint bei vielen Bayern gut anzukommen. Die AfD bleibt dennoch stabil - der Verlierer ist woanders zu suchen.

München - Zumindest in den aktuellen Umfragen zahlt sich der teils scharfe Kurs der CSU in der Asyl- und Flüchtlingspolitik aus: Trotz der auch in Bayern stärker werdenden AfD darf sich die Partei von Horst Seehofer weiter berechtigte Hoffnungen auf eine absolute Mehrheit nach der Landtagswahl 2018 machen. Einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins „Kontrovers“ zufolge erhielte die Partei derzeit 45 Prozent. Die AfD käme auf 10 Prozent und würde damit aus dem Stand heraus sicher den Einzug in den Landtag schaffen.

Der großer Verlierer der Umfrage ist die SPD. Sie würde auf 14 Prozent und damit einen historischen Tiefstand abrutschen. Noch nie haben so wenige Menschen im Freistaat erklärt, die Sozialdemokraten wählen zu wollen. „Natürlich sind wir mit den aktuellen Umfragewerten nicht zufrieden, im Bund wie in Bayern. Wir haben es noch nicht geschafft, den Menschen zu vermitteln, was wir in den letzten drei Jahren erreicht haben und welche Antworten die SPD auf die aktuellen Herausforderungen hat“, sagte SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen.

Die Grünen kämen auf 13, die Freien Wähler auf 7 Prozent. Dagegen müssten FDP (4 Prozent) und Linke (3 Prozent) weiter um ihren Einzug in den Landtag bangen. Die nächste Landtagswahl ist im Herbst 2018. Bei der Wahl 2013 hatte die CSU sogar 47,7 Prozent der Stimmen erhalten, die SPD war bei 20,6 Prozent gelandet, die Freien Wähler freuten sich über 9 Prozent, die Grünen über 8,6 Prozent.

CSU profitiert von Grundstimmung in Bayern

„Die CSU startet stabil und löwenstark ins Wahljahr“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer über die Umfrage. Seine Partei verstehe das Ergebnis als Bestätigung und Ansporn für den eigenen Kurs. Einen Seitenhieb gegen die SPD konnte sich Scheuer nicht sparen: Die einstige Volkspartei werde in Bayern zur Floppartei. Wegen unterschiedlicher Ansichten in der Asyl- und Sicherheitspolitik hatte die CSU zuletzt auch im Bund einen großen Streit mit der CDU riskiert und musste sich dafür wiederholt den Vorwurf einer populistischen Politik anhören. Die CSU fordert etwa die Einführung einer starren Obergrenze für Flüchtlinge, die CDU lehnt diese ab.

Die CSU profitiert der Umfrage zufolge insbesondere von der sich wieder deutlich verbesserten Grundstimmung in Bayern: Nur noch 40 Prozent der Befragten sehen in den aktuellen Verhältnissen im Land Anlass zur Beunruhigung. Vor einem Jahr waren es noch 57 Prozent. Trotz der unsicheren Sicherheitslage gab eine Mehrheit der Befragten (54 Prozent) an, in das neue Jahr mit Zuversicht gestartet zu sein - im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Plus von 18 Prozentpunkten.

Aufgrund der angespannten Sicherheitslage seit den Terroranschlägen vom vergangenen Jahr sind jedoch 80 Prozent der Befragten der Meinung, es müsste mehr getan werden, um Sicherheitslücken zu schließen. Diese Forderung hatten auch die Christsozialen wiederholt an die Bundespolitik gestellt und schärfere Gesetze gefordert.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten (60 Prozent) sieht das Land aber dennoch gut geschützt gegen terroristische Angriffe. 42 Prozent erklärten, im Alltag verstärkt auf verdächtig aussehende Personen und Gegenstände zu achten. Nur jeder vierte Befragte meidet große Menschenansammlungen wie auf Märkten oder Bahnhöfen.

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