Ultras im Stadion Stimmung auf Bewährung

Von Jürgen Bock 

  Foto: Baumann
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In der Bundesliga rollt ab Freitag wieder der Ball – Bei Verstößen drohen Fans strenge Sanktionen.

Stuttgart - Fußball ist die schönste Nebensache der Welt und südländische Atmosphäre ein geflügeltes Wort in den Stadien. Aber die, die dafür sorgen sollen, stehen am Pranger. Seit Jahren sinkt zwar die Zahl von Gewalttaten in der Bundesliga. Doch die Sicherheitsdiskussion beherrscht nach einigen Vorfällen gegen Ende der vergangenen Saison die öffentliche Meinung: bengalische Feuer, Zuschauer auf dem Platz, Sicherheitskonferenz und viele Drohungen gegenüber den Fußballfans – auch gegenüber solchen, die mit den Vorfällen gar nichts zu tun hatten. In der neuen Saison stehen die Stimmungsmacher auf den Rängen deshalb unter Bewährung. Viele von ihnen schütteln angesichts der Vorgaben nur noch den Kopf. Die Fußballverbände und Teile ihrer Kundschaft scheinen weiter voneinander entfernt zu sein denn je. Eine Chronologie der jüngsten Ereignisse.

Frankfurt, Mitte 2011. Der damalige ­Sicherheitschef des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Helmut Spahn, stellt dem harten Kern der Fußballfans eine begrenzte Freigabe von Pyrotechnik in Aussicht. Das Abbrennen soll in einem eng abgesteckten Rahmen möglich sein. Doch die Kehrtwende folgt prompt. Kurz darauf bricht der DFB die Gespräche ab. Nach Prüfung rechtlicher Fragen vertrete man nun eine Null-Toleranz-Politik, teilt der Verband mit. Die Fans sind erbost, fühlen sich getäuscht.

Düsseldorf muss ein Heimspiel ohne Zuschauer austragen

Dortmund, 25. Oktober 2011. Anhänger von Dynamo Dresden sorgen mit dem Zünden von Bengalos und Knallkörpern mehrfach fast für den Abbruch der Pokalpartie in Dortmund. Ein Ausschluss aus dem­ Wett­bewerb 2012/13 wird zurückgenommen, Dresden zu einem Geisterspiel ohne Zuschauer und 100 000 Euro Strafe verurteilt.

Karlsruhe, 14. Mai 2012. Nach dem ­Abstieg des Karlsruher SC in die 3. Liga randalieren vermummte Anhänger bis in die Nacht hinein. Die Bilanz: 75 Verletzte, darunter 18 Polizisten. Der KSC musste ein Heimspiel vor leeren Rängen bestreiten.

Düsseldorf, 15. Mai 2012. Millionen ­Fernsehzuschauer sehen krasse Bilder. Beim Aufstieg von Fortuna Düsseldorf im Relegationsspiel gegen Hertha BSC provozieren erst Berliner Anhänger mit Leuchtkörper-Würfen Spielunterbrechungen, dann stürmen in der Nachspielzeit Tausende Fortuna-Fans das Spielfeld, weil sie glauben, die Partie sei bereits abgepfiffen. Düsseldorf muss ein Heimspiel ohne Zuschauer austragen.

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VfB Stuttgart Marcin Kaminski will zurück in Polens Nationalelf

Von red/dpa 28. Juni 2016 - 16:57 Uhr

Während Polens Fußball-Nationalmannschaft dem EM-Viertelfinale am Donnerstag gegen Portugal entgegenfiebert, kann Marcin Kaminski nur aus der Ferne zuschauen. Er wurde nicht in das Nationalteam nominiert, will dies aber ändern. Ein Aufstieg der Roten könnte da behilflich sein.