Ultras im Stadion Stimmung auf Bewährung

Jürgen Bock, 24.08.2012 08:02 Uhr
In der Bundesliga rollt ab Freitag wieder der Ball – Bei Verstößen drohen Fans strenge Sanktionen.

Stuttgart - Fußball ist die schönste Nebensache der Welt und südländische Atmosphäre ein geflügeltes Wort in den Stadien. Aber die, die dafür sorgen sollen, stehen am Pranger. Seit Jahren sinkt zwar die Zahl von Gewalttaten in der Bundesliga. Doch die Sicherheitsdiskussion beherrscht nach einigen Vorfällen gegen Ende der vergangenen Saison die öffentliche Meinung: bengalische Feuer, Zuschauer auf dem Platz, Sicherheitskonferenz und viele Drohungen gegenüber den Fußballfans – auch gegenüber solchen, die mit den Vorfällen gar nichts zu tun hatten. In der neuen Saison stehen die Stimmungsmacher auf den Rängen deshalb unter Bewährung. Viele von ihnen schütteln angesichts der Vorgaben nur noch den Kopf. Die Fußballverbände und Teile ihrer Kundschaft scheinen weiter voneinander entfernt zu sein denn je. Eine Chronologie der jüngsten Ereignisse.

Frankfurt, Mitte 2011. Der damalige ­Sicherheitschef des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Helmut Spahn, stellt dem harten Kern der Fußballfans eine begrenzte Freigabe von Pyrotechnik in Aussicht. Das Abbrennen soll in einem eng abgesteckten Rahmen möglich sein. Doch die Kehrtwende folgt prompt. Kurz darauf bricht der DFB die Gespräche ab. Nach Prüfung rechtlicher Fragen vertrete man nun eine Null-Toleranz-Politik, teilt der Verband mit. Die Fans sind erbost, fühlen sich getäuscht.

Düsseldorf muss ein Heimspiel ohne Zuschauer austragen

Dortmund, 25. Oktober 2011. Anhänger von Dynamo Dresden sorgen mit dem Zünden von Bengalos und Knallkörpern mehrfach fast für den Abbruch der Pokalpartie in Dortmund. Ein Ausschluss aus dem­ Wett­bewerb 2012/13 wird zurückgenommen, Dresden zu einem Geisterspiel ohne Zuschauer und 100 000 Euro Strafe verurteilt.

Karlsruhe, 14. Mai 2012. Nach dem ­Abstieg des Karlsruher SC in die 3. Liga randalieren vermummte Anhänger bis in die Nacht hinein. Die Bilanz: 75 Verletzte, darunter 18 Polizisten. Der KSC musste ein Heimspiel vor leeren Rängen bestreiten.

Düsseldorf, 15. Mai 2012. Millionen ­Fernsehzuschauer sehen krasse Bilder. Beim Aufstieg von Fortuna Düsseldorf im Relegationsspiel gegen Hertha BSC provozieren erst Berliner Anhänger mit Leuchtkörper-Würfen Spielunterbrechungen, dann stürmen in der Nachspielzeit Tausende Fortuna-Fans das Spielfeld, weil sie glauben, die Partie sei bereits abgepfiffen. Düsseldorf muss ein Heimspiel ohne Zuschauer austragen.

 
 
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Kommentare (2)
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DuVersteher Ist schon länger als 1 Jahr her
Wie kannst überhaupt nur darüber reden wenn du nie ihm Stadion bist? Wenn Leute keine sorgfältige Recherche betreiben und nur blind den Medien vertrauen sollten sie einfach mal ruhig sein.
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RaulFan Ist schon länger als 1 Jahr her
Ich kann die Disskussion um diese Bengalos nicht verstehen. Es gibt in Deutschland gesetze was Feuerwerkskörper angeht. Und da fallen diese bengalos drunter. Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet da wo 1000de Leute eng bei einander stehen, leute sich rausnehmen diese Fackeln abzubrennen und dann über den mangelnden Dialog zu Klagen. Den Leuten fehlt doch offenbar ein Grundverständnis um einen Dialog zu führen. Ebenfalls kann ich bei meinen Stadionbesuchen (nicht so oft, max. 5 - 10 pro Jahr, davon meist in NRW und seltener in Stuttgart) feststellen (subjektiv) das die Stimmung an manchen Ecken gereizter ist als noch vor einigen Jahren. Das find ich schade, denn Fußball ist und bleibt eine Nebensache. Ich denke man kann auch Fan sein ohne Aggressionen gegen andere Vereine und deren Fans. Die meisten, auch von den sogenannten Ultras sind dies ja auch. Schönes Beispiel fand ich die Iren bei der EM. Tolle Stimmung und mal keine Aggresivität. Witze über den Gegner ohne anzugreifen. Auch Kinder müssen bedenkenlos mit ins Stadion genommen werden können. Denn da entsteht die Leidenschaft die die Stars von morgen hervorbringt. Auf eine tolle und erfolgreiche Saison für den VFB! cheers
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