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Turner – Monet – Twombly Staatsgalerie: Das Feuer lodert weiter

Nikolai B. Forstbauer, vom 11.02.2012 16:00 Uhr
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Claude Monet (1840-1926) San Giorgio Maggiore in der Abenddämmerung, 1908, Öl auf Leinwand, 65,2 x 92,4 Foto: © Amgueddfa Cymru/National Museum Wales, Cardiff
Claude Monet (1840-1926) San Giorgio Maggiore in der Abenddämmerung, 1908, Öl auf Leinwand, 65,2 x 92,4 Foto: © Amgueddfa Cymru/National Museum Wales, Cardiff

Stuttgart - Nur zu gerne hat der nun vor dem Sprung nach Dublin stehende Staatsgaleriedirektor Sean Rainbird betont, „Blockbuster-Ausstellungen“ seien seine Sache nicht. Mit „Turner Monet Twombly – Later Paintings“ wird sich Rainbird untreu – und das Publikum erlebt ein Fest der Malerei.

Mitunter ist das scheinbar oder tatsächlich nicht zu Sehende besonders eindrücklich. So wird es in der Ausstellung „Turner – Monet – Twombly“ zumindest jenen Besuchern ­gehen, die schon einmal den zwölfteiligen Reigen „Lepanto“ des im Juli 2011 gestorbenen US-amerikanischen Malers Cy Twombly gesehen haben.

Gedankennotizen zu einer Seeschlacht im Golf von Korinth

Gemaltes Hoffen und ­Verzweifeln, farbig lustvoll im Detail, ­zeichenhaft aber doch im Ganzen. Gedankennotizen zu einer Seeschlacht im Golf von Korinth. Mit wenigen Strichen angedeutete Schiffe fahren auf türkisfarbener See hinaus – und verwandeln sich bald in rot glühende Todesboten. Twombly zerstört den Mythos des Sieges der spanischen, venezianischen und päpstlichen Truppen über die osmanische Flotte nicht, er reiht das Drama vielmehr ein in den Jahrtausende währenden Kampf um die Vorherrschaft im und am Mittelmeer. 25 Jahre nach Beuys’ „Straßenbahnhaltestelle“ auf der Biennale in Venedig gezeigt, führte Twomblys „Lepanto“-Zyklus 2001 noch einmal ebenso weit in die Vergangenheit wie auch in eine Zukunft, die vor neuer­lichem Blutvergießen im Geist des Mythos nicht gefeit ist.

Der französische Literatur- und Kunsttheoretiker Roland Barthes schrieb über die Arbeiten von Cy Twombly: „Unterscheiden wir also die Botschaft, die eine Information erzeugen will, das Zeichen, das eine Einsicht hervorbringen will, und die Gebärde, die den ganzen Rest (die ,Zugabe’) produziert, ohne eigentlich etwas produzieren zu wollen.“ Und weiter: „Der Künstler (halten wir an ­diesem etwas kitschigen Wort noch fest) ist von Haus aus Gebärdenmacher: Er will einen Effekt herbeiführen, und gleichzeitig will er es nicht; die Effekte, die er produziert, hat er nicht unbedingt gewollt; es sind zurück­gewandte, umgedrehte, ausgebrochene ­Effekte, die auf ihn zurückfallen und Modifikationen, Abweichungen, Erleichterungen der Spur hervorrufen.“

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