Turn-Star Fabian Hambüchen „Ich bin mental stärker denn je“

Von Julia Klassen 

Fabian Hambüchen am Boden. In Stuttgart geht er als Favorit in den Mehrkampf. Foto: Getty
Fabian Hambüchen am Boden. In Stuttgart geht er als Favorit in den Mehrkampf.Foto: Getty

Nach vier Jahren startet Fabian Hambüchen an diesem Wochenende erstmals wieder beim DTB-Pokal. In der Stuttgarter Porsche-Arena will er sein perfektes Jahr krönen. „Die Erfolge in diesem Jahr bedeuten eine ganze Menge“, sagt der Turnstar, der seit 2012 Karriere und Studium vereint.

Nach vier Jahren startet Fabian Hambüchen an diesem Wochenende erstmals wieder beim DTB-Pokal. In der Stuttgarter Porsche-Arena will er sein perfektes Jahr krönen. „Die Erfolge in diesem Jahr bedeuten eine ganze Menge“, sagt der Turnstar, der seit 2012 Karriere und Studium vereint.
Stuttgart - Herr Hambüchen, was macht mehr Spaß, Turmspringen mit TV-Entertainer Stefan Raab oder der DTB-Pokal in Stuttgart?
Gute Frage. Beides macht Spaß. Das Turmspringen ist eine tolle Show, bei der ich ohne Druck Dinge ausprobieren kann. Der DTB-Pokal ist für mich ein sehr ernstzunehmender Wettkampf. Ich freue mich riesig darauf, weil die Stimmung in Stuttgart immer toll ist und ich schon so lange nicht mehr dort ­geturnt habe.
Die Stuttgarter Fans mussten vier Jahre auf Sie warten. Warum?
Ich habe immer wieder Post von Fans bekommen, die mich in Stuttgart vermisst haben. 2009 war ich zum bislang letzten Mal dabei. Danach musste ich aus gesundheitlichen Gründen gegen Ende des Jahres immer kürzertreten. Und im vergangenen Jahr hatte ich mich nicht für den Weltcup qualifiziert. Jetzt bin ich als WM-Dritter wieder im Weltcup dabei. Das ist eine ganz besondere Motivation.
Und der perfekte Abschluss eines perfekten Jahres?
Auf jeden Fall. Und danach mache ich erst mal ein bisschen ruhiger.
WM-Bronze im Mehrkampf, Silber am Reck, dazu zwei zweite Plätze bei der Universiade – sind die Erfolge im Jahr 2013 besonders wertvoll, weil Sie seit Oktober 2012 doppelt belastet sind – mit Ihrem Studium in Köln und mit den täglichen Trainingseinheiten?
Die Erfolge bedeuten mir eine ganze Menge. Hinzu kam ja auch noch der deutsche Vizemeistertitel in der Bundesliga mit der KTV Obere Lahn. Viele haben ja anfangs gedacht: „Das bekommt er nie hin mit dem Studium.“ Aber ich habe mir das selbst so zurechtgelegt, dass ich es schaffen kann. Natürlich braucht es dafür eine Riesendisziplin. Man muss ganz schön kämpfen, weil die Tage sehr lang und voll sind. Aber wissen Sie was?
Nein, erzählen Sie . . .
Ich habe das Gefühl, dass ich bei der WM mental stärker war denn je, weil ich Stresssituationen jetzt gewohnt bin. Auch wenn man manchmal denkt, es wird zu viel, weil es jeden Tag so stressig ist – im Wettkampf hatte ich das Gefühl, mich kann nichts mehr aus der Ruhe bringen. Insofern sehe ich das alles sehr positiv.
Ist das Studium nur Stress?
Ich habe tatsächlich kaum noch freie Zeit, gerade in den Prüfungsphasen. Aber das Studium ist auch ein guter Ausgleich. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, außerhalb vom Turnzirkus. Und nach diesem Jahr kann mir zumindest keiner mehr einen Vorwurf machen, dass mein Training zu kurz kommt.

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