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Stuttgart - Schön einen Fuß vor den anderen setzen. Nicht zu schnell, sonst kippt man um. Und immer schön mit den Armen die Balance halten. Was sich so anhört, als gehe es darum kleinen Kindern das Laufen zu lehren, ist vielmehr die Kunst, großen Kindern das Slacklining beizubringen. Beim Balancieren auf einem 2,5 Zentimeter breiten, zwischen zwei Bäumen gespannten Band ist jeder Schritt der erste. In unserer Bildergalerie haben wir Slackliner Norbert bei seinem wackeligen Freizeitvergnügen im Uni-Park in Stuttgart-Mitte begleitet.
Zur Geschichte
Das Slacklining ist aus einer Not heraus entstanden: Anfang der 1980er Jahre konnten die Kletterer Adam Grosowsky und Jeff Ellington wegen schlechter Sicht im Yosemite-Valley nicht in die Höhe - mit ihrer Kletterausrüstung übten sie ihre Balance daher in der Ebene. Das Slacklining war geboren.
Slacklining als Ausgleichssport
Beim Slacklining wird ein Gurtband wird zwischen zwei Bäumen, Straßenlaternen, Stahlpfosten oder sonstigen Befestigungspunkten gespannt und die Sportler balancieren darüber. Neben der Balance wird gleichermaßen auch die Konzentration und die Koordination trainiert - dadurch ist das Slacken bei vielen Sportlern inzwischen als Zusatztraining, beispielsweise fürs Klettern, Skifahren, Reiten, Mountainbiken und Snowboarden, beliebt.
"Für mich ist das Slacklining ein geschickter Ausgleichssport für das Longboarden", sagt der 20-jährige Norbert aus Tübingen. "Ich fahre schon seit ein paar Jahren Longboard, habe aber erst vor zwei Jahren mit dem Slacklinen angefangen. Den Unterschied habe ich schon nach wenigen Wochen gemerkt." Der Student verrät: "Als ich mit dem Slacken angefangen hatte, hat sich vor allem mein Gefühl fürs Slalom fahren verbessert."
Slacken verboten!
Nach Europa gebracht hat die Trendsportart der Tiroler Heinz Zak, der das Slacklining schon sehr früh im Yosemite-Valley kennengelernt hat. Seit einigen Jahren ist das Slacklining auch in Deutschland als Sportart angesehen. Die Slacklines gehören inzwischen fest zum Inventar der größeren Kletterzubehör-Hersteller.
Im Uni-Park in Stuttgart-Mitte geht es zur Sache
Um die Bäume im Uni-Park zu schützen, hat die Stadt Stuttgart das Slacken allgemein verboten. Trotzdem müssen Akrobaten nicht traurig sein. An einigen Plätzen sind extra Bäume für Slackliner präpariert worden. Norbert sagt: "Hier in den Uni-Park komme ich ab und zu, weil man schnell andere Slackliner kennen lernt. Der Sport an sich ist sowieso gut, um Leute kennenzulernen, nicht nur Slackliner. Oft bleiben Fußgänger stehen und sprechen mich an, weil sie interessant finden, was ich da mache."