Stuttgart - Die Umbrüche in der arabischen Welt zählen zu den wichtigsten weltpolitischen Ereignissen im zurückliegenden Jahr. Doch auch zum Jahresbeginn 2012 stellen sich viele Menschen in der Region ebenso wie ausländische Beobachter bange Fragen: Werden Tunesien, Libyen, Jemen und Ägypten den Weg der Demokratie weiter gehen, der so hoffnungsfroh und säkular begonnen hat? Oder werden die Islamisten die politische Initiative an sich reißen? Und: Werden in Syrien, Saudi-Arabien oder Bahrain Könige und Diktatoren den Freiheitswillen ihrer Völker auf Dauer unterdrücken können?
Wir laden unsere Leserinnen und Leser ein, über diese Fragen mit unserem Korrespondenten Karim El-Gawhary zu diskutieren. Er wird am 9. Januar unsere Korrespondentenreihe „Treffpunkt . . . “ fortführen.
El-Gawhary ist ein ausgewiesener Kenner der arabischen Welt. Geboren 1963 als Sohn einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters, studierte er Islamwissenschaften und lebt seit mehr als 20 Jahren im arabischen Raum. Vor kurzem ist sein neues Buch „Tagebuch der Arabischen Revolution“ (Verlag Kremayr&Scheriau) erschienen, in dem er den Ursprung der Aufstände, die aufregenden Tage des Zorns auf dem Tahrir-Platz in Kairo, den Sturz des greisen Diktators Zine el Abidine Ben Ali in Tunesien und den Kampf der Rebellen in Libyen gegen Muammar al-Gaddafi nachzeichnet und analysiert.
Blick in die arabische Kristallkugel
Am Ende wagt El-Gawhary einen Blick in die „arabische Kristallkugel“ und gibt eine vorsichtige Prognose über den demokratischen Neubeginn in der arabischen Welt ab. Denn in der Tat haben die Islamisten in Tunesien und Marokko die ersten freien Wahlen gewonnen. Wichtiger noch: Die Muslimbrüder stehen auch in Ägypten, dem arabischen Bevölkerungsgiganten mit seinen 85 Millionen Einwohnern, vor einem hohen Wahlsieg. Furchteinflößender freilich sind die extremer gesinnten Salafisten, die den westlichen Lebensstil ablehnen und die christliche Minderheit im Land zu Bürgern zweiter Klasse degradieren möchten. Doch die Muslimbrüder geloben, die neue politische Macht mit den säkularen Kräften zu teilen. So könnten die Extremisten politisch gebändigt werden. Nichts von alledem ist für den Westen leicht hinzunehmen. Gerade deshalb sollte er versuchen, die Entwicklung aktiv zu begleiten.
Wenn Sie zum „Treffpunkt Kairo“ am 9. Januar kommen wollen, rufen Sie von Freitag, den 30. Dezember bis zum Dienstag, 3. Januar 2012, an. Telefonnummer 0 13 79 / 88 40 16 (legion, 50 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz; gegebenenfalls abweichende Preise aus dem Mobilnetz). Sprechen Sie Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse auf das Band und sagen Sie, ob Sie eine Begleitperson mitbringen werden. Beginn 19.30 Uhr. Ort: Studio S, Pressehaus Stuttgart, Plieninger Straße 150, Stuttgart-Möhringen.