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Stuttgart - Er ist erst zwei Wochen im Amt, seine Landesregierung ist noch nicht vereidigt, aber wer ist dieser Stefan Mappus eigentlich? Vor allem: Was will dieser Ministerpräsident? Beim treffpunkt foyer unserer Zeitung gibt er erste Antworten.
Dienstag, 19.10 Uhr. Stefan Mappus kommt pünktlich. Überpünktlich. 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Fast scheint es so, als habe es der neue Ministerpräsident besonders eilig. Seit Oktober wusste der 43-Jährige, dass er das höchste Amt im Land übernimmt. Aber der Pforzheimer musste sich gedulden, musste Fraktionschef der Landtags-CDU bleiben und durfte nicht die Koffer für den Umzug hinauf auf Stuttgarts Höhen packen, wo der Regierungschef in der Villa Reitzenstein residiert. Die Turbulenzen um den Wechsel seines Vorgängers Günther Oettinger nach Brüssel sorgten immer wieder für Verzögerungen.
Unzufriedenheit sei nicht zu übersehen
Nun aber ist er angekommen - und legt los. Am Mittag hat er sein CDU-FDP-Kabinett vorgestellt, hat durch die Berufung der Münchner Professorin Marion Schick zur Kultusministerin ein Ausrufezeichen gesetzt. Jetzt, gerade mal einen halben Tag nach der Bekanntgabe dieser Personalie, sitzt er auf dem Podium unserer Zeitung. Und macht klar, dass er die Bildung zu einem Schwerpunkt seiner Politik machen will. "Wir haben in den letzten zehn Jahren sehr schnell sehr viel gemacht", sagt Mappus, erinnert an die Initiativen in der frühkindlichen Bildung, an den Umbau des Gymnasiums, an den Ausbau der beruflichen Bildung. Und macht doch klar: Da mag Baden-Württemberg in Sachen Schulreformen bundesweit noch so sehr die Vorreiterrolle haben, die "gewisse Unzufriedenheit" bei den Lehrern, Eltern und Schülern sei nicht mehr zu übersehen. Oder wie es Mappus unumwunden zugibt: "Im Rückblick würde ich heute das eine oder andere gemächlicher machen. Wir waren zu flott unterwegs."