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treffpunkt foyer Zupacker, nicht Zauderer

Frank Krause, vom 23.02.2010 22:00 Uhr
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Ministerpräsident Mappus beim treffpunkt foyer. Klicken Sie sich durch die Bilder des Abends. Foto: Büro Kraufmann
Ministerpräsident Mappus beim treffpunkt foyer. Klicken Sie sich durch die Bilder des Abends. Foto: Büro Kraufmann
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Das sitzt. Applaus im Publikum. Und Mappus macht klar, dass er diese Messlatte nicht mehr akzeptieren mag. Es könne nicht sein, dass im Saarland und in Berlin die Studiengebühren abgeschafft werden und der Kindergartenbesuch kostenlos ist, beide Länder ihre Wohltaten aber mit baden-württembergischem Geld bezahlen. Man werde die Lage jetzt "rechtlich prüfen" und "im Zweifel vor das Bundesverfassungsgericht gehen", kündigt er an.

Es sind die Momente an diesem Abend, bei denen im Publikum besonders viele Gäste mit dem Kopf nicken, weil sie im Nachfolger von Günther Oettinger den Zupackenden, nicht den Zaudernden sehen. Einen, der Klartext redet. Beispiel Atomkraft. Die aktuelle Debatte um die Abschaltung oder Nicht-Abschaltung der Kernkraftwerke, angestoßen von Parteifreund und Bundesumweltminister Norbert Röttgen, versteht er nicht. "Ich gehöre zu denen, die nach der Wahl das Gleiche erzählen wie vor der Wahl." Den Ausstieg aus der Kernenergie werde es schrittweise geben. Deshalb bleibe Neckarwestheim I auch bis zur endgültigen Entscheidung im Herbst am Netz. Mappus sagt nicht das Schröder'sche Basta. Aber es liegt in der Luft. Auch beim umstrittenen Kauf oder Nicht-Kauf der Steuersünderdaten mag er nicht mehr fackeln. "Wenn es rechtsstaatlich nicht geht, werden wir die Daten nicht kaufen." Wer Mappus hört, der ahnt: Die CD wird nicht gekauft.

Aus Sicht von Lothar Späth jedenfalls macht es Mappus genau richtig. "Ich halte unheimlich viel von ihm", sagt der Vorvor-vorgänger und Überraschungsgast des Abends. Mappus sei "ein Pragmatiker", die seien in diesem Land "unglaublich wichtig, weil es Theoretiker hier schwer haben". Also gibt der Grandseigneur der Landespolitik dem politischen Enkel den Rat mit auf den Weg, mutig zu sein: "Es ist die Schwäche der Politik, gelegentlich zu wenig zu experimentieren." Da müsse Mappus mehr wagen, sagt Späth und stattet den "Neuen an der Landesspitze", so das Motto des Abends, mit dem Prädikat "Dampfmaschine" aus. Das Publikum stockt kurz, dann erklärt Späth seine Charakterisierung: "Wir brauchen diesen Antreibertyp, der den Zug zieht."

Kommentare (3)
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FEB
28
13:27 Uhr, geschrieben von Eberhard Müller
Milchmädchenrechnung?
Was ist ein Euro-Schein? Es gibt (noch) keinen 1-Euro-Schein, also muss es ein anderer sein. Die 44 km in Euroscheinen könnten für den Schuldenberg hinkommen - allerdings nur, wenn man dafür lauter 100-Euro-Scheine nehmen würde. Mit den gleichen Scheinen wären die jährlichen Zahlungen in den Länderfinanzausgleich "nur" knapp 3 mal so hoch wie der Burj-Turm in Dubai - wie kommt Herr Mappus da auf 57-mal den Burj-Turm? Ah ja, er rechnet mit 5-Euro-Scheinen! Dann stimmts wieder.
FEB
24
12:48 Uhr, geschrieben von Franz Josef Neffe
Hat Herr Mappaus ein Herkunftswörterbuch?
BIL, das ist die Wunderkraft, die keiner mehr versteht, weshalb man nur noch DUNG erschafft, weil man nicht weiß, wie es geht. Lat. "investire" heißt "einkleiden". Die Einkleidung des Bundesvorreiterausrufungszeichens in der Bundesvorreiterschule für die Bildungsflottschwerpunktpolitik scheint in doppelt gemachter Klartextheit gemächlich unzufrieden in den Medien auf. Mit rückblickendem Gruß Franz Josef Neffe
FEB
24
08:19 Uhr, geschrieben von Britta Braitmaier
Mappus will in Bildung investieren
Ich freue mich, dass Herr Mappus in unser Bildungssystem investieren will. Nicht zuletzt sind unsere Kinder eben die Zukunft, womöglich sogar unsere Rente. Dabei sei nun aber nicht nur an die Kinder der staatlichen Schulen gedacht, sondern auch an die 230.000 Kinder und Jugendliche in Bawü die freie Schulen besuchen. Die Qualität dieser Schulen gegenüber vielen Staatsschulen brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen. Da Herr Mappus auch von Chancengleichheit im Bildungs- system spricht, gehe ich davon aus, dass der Bezuschussung der freien Schulen mit 80 % (ist also immer noch billiger wie jeder Schüler einer Staatsschule) nun nichts mehr im Wege steht. Vielen Dank Herr Ministerpräsident.
Bildungsgutscheinen droht das Aus
Wegen der Sparzwänge will Sozialministerin ab 2014 die Erziehungshilfen auf Problemfamilien fokussieren
Mappus sieht sich entlastet und attackiert Kanzlei
Stefan Mappus sieht Schuld bei damaligem Rechtsberater. Kanzlei Gleiss Lutz in Bedrängnis.

 

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