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Das sitzt. Applaus im Publikum. Und Mappus macht klar, dass er diese Messlatte nicht mehr akzeptieren mag. Es könne nicht sein, dass im Saarland und in Berlin die Studiengebühren abgeschafft werden und der Kindergartenbesuch kostenlos ist, beide Länder ihre Wohltaten aber mit baden-württembergischem Geld bezahlen. Man werde die Lage jetzt "rechtlich prüfen" und "im Zweifel vor das Bundesverfassungsgericht gehen", kündigt er an.
Es sind die Momente an diesem Abend, bei denen im Publikum besonders viele Gäste mit dem Kopf nicken, weil sie im Nachfolger von Günther Oettinger den Zupackenden, nicht den Zaudernden sehen. Einen, der Klartext redet. Beispiel Atomkraft. Die aktuelle Debatte um die Abschaltung oder Nicht-Abschaltung der Kernkraftwerke, angestoßen von Parteifreund und Bundesumweltminister Norbert Röttgen, versteht er nicht. "Ich gehöre zu denen, die nach der Wahl das Gleiche erzählen wie vor der Wahl." Den Ausstieg aus der Kernenergie werde es schrittweise geben. Deshalb bleibe Neckarwestheim I auch bis zur endgültigen Entscheidung im Herbst am Netz. Mappus sagt nicht das Schröder'sche Basta. Aber es liegt in der Luft. Auch beim umstrittenen Kauf oder Nicht-Kauf der Steuersünderdaten mag er nicht mehr fackeln. "Wenn es rechtsstaatlich nicht geht, werden wir die Daten nicht kaufen." Wer Mappus hört, der ahnt: Die CD wird nicht gekauft.
Aus Sicht von Lothar Späth jedenfalls macht es Mappus genau richtig. "Ich halte unheimlich viel von ihm", sagt der Vorvor-vorgänger und Überraschungsgast des Abends. Mappus sei "ein Pragmatiker", die seien in diesem Land "unglaublich wichtig, weil es Theoretiker hier schwer haben". Also gibt der Grandseigneur der Landespolitik dem politischen Enkel den Rat mit auf den Weg, mutig zu sein: "Es ist die Schwäche der Politik, gelegentlich zu wenig zu experimentieren." Da müsse Mappus mehr wagen, sagt Späth und stattet den "Neuen an der Landesspitze", so das Motto des Abends, mit dem Prädikat "Dampfmaschine" aus. Das Publikum stockt kurz, dann erklärt Späth seine Charakterisierung: "Wir brauchen diesen Antreibertyp, der den Zug zieht."