Tourismus in Stuttgart Job-Motor und Image-Träger

Von Annette Mohl 

Rast auf dem Feldberg: Der Schwarzwald ist eines der  wichtigsten touristischen  Ziele im Land. Foto: dpa
Rast auf dem Feldberg: Der Schwarzwald ist eines der wichtigsten touristischen Ziele im Land.Foto: dpa

Die Tourismus-Branche im Land boomt: „Sie schafft Einkommen und sichert Arbeitsplätze“, sagte Tourismus-Minister Alexander Bonde am Donnerstag.

Stuttgart - Der Tourismus wird für Baden-Württemberg ein immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor. „Die Branche ist im Land so stark und bedeutend wie nie zuvor“, sagte Tourismusminister Alexander Bonde (Grüne) am Donnerstag mit Blick auf ein Umsatzplus von 30 Prozent gegenüber der letzten Erhebung 2007.

Vor allem die Dachmarke „Wir sind Süden“ werbe erfolgreich für das Urlaubsland Baden-Württemberg, betonte An­dreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH. Daraus abgeleitet wurden der „Weinsüden“ und der „Grüne Süden“, der für nachhaltige und klimafreundliche Urlaubsangebote stehe. Zum 500. Geburtstag des Deutschen Reinheitsgebots dieses Jahr wurde der „Biersüden“ entwickelt. Durch solche Angebote wurde 2015 bei den Übernachtungen erstmals die 50-Millionen-Schwelle überschritten. Rechne man Übernachtungen bei Freunden und Bekannten sowie in Ferienwohnungen und Privatzimmern hinzu, liege die Zahl bei 153 Millionen Übernachtungen, sagte Minister Bonde.

17 Prozent mehr Vollzeit-Arbeitsplätze

Nach einer Studie der Universität München ist die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze im Tourismus seit 2007 um 17 Prozent gestiegen. Dies entspricht jetzt 326 500 Arbeitsplätzen. Da im Tourismus viele Beschäftigte in Teilzeit arbeiteten, läge die Zahl der tatsächlich in der Branche Beschäftigten „deutlich höher“. Bei der letzten Berechnung 2007 waren es noch 280 000 Vollzeitjobs. Zum Vergleich: Die Metall- und Elektrobranche hat rund 800 000 Vollzeitstellen.

Aus Bondes Sicht ist der Tourismus auch ein wichtiger Imageträger für das Land. Wie wichtig, zeige sich jetzt in Dresden: Dort habe „das Zelebrieren von Rechtsradikalismus durch Pegida und AfD“ die Branche beschädigt und zu einem Rückgang von 5,1 Prozent bei den Touristen geführt. Der stetige Anstieg der Gäste in Baden-Württemberg stehe dagegen „für gute Gastgeber“.

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