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Tor und Zaun sollen Ruhestörer abhalten

"Nord-Rundschau", vom 08.11.2011 02:45 Uhr
Stammheim. Anwohner ärgern sich über Störenfriede am Fliegenweg. Eine Umzäunung ist geplant, doch das Geld fehlt. Von Chris Lederer

Es gibt Jugendliche, die gehen so gern zur Schule, dass sie sich sogar nachts dort rumtreiben. In Stammheim zum Beispiel. Dort haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder Jugendliche auf dem Schulhof getroffen und mitunter bei Dunkelheit Schabernack getrieben. Sehr zum Leidwesen einiger Anwohner. Die klagen über Lärm, Pöbeleien und Beschädigungen ihrer Gärten. Auch Rektorin Angelika Hillmann ist mit der Situation nicht zufrieden: "Es kam schon vor, dass Jugendliche auf dem Schuldach des Pavillons rumgeklettert sind oder dass sie die Fallschutzmatten neben dem Trampolin entfernt haben", sagt die Schulleiterin. Von Müll und Scherben ganz zu schweigen. "Viele der Jugendlichen, die sich am Abend auf dem Schulhof treffen, kennen wir persönlich." Die meisten zeigten sich auch einsichtig, wenn man sie auffordere, den Schulhof zu verlassen, sagt Hillmann. Aber eben nicht alle. "Grundsätzlich freuen wir uns über Kinder, die den Schulhof am Nachmittag noch als Spielraum nutzen - aber eben nicht, wenn es bis in die Nacht geht oder dort etwas kaputt gemacht wird."

Seit fünf Jahren gilt in ganz Stuttgart die Regelung, dass die Schulhöfe an Werktagen bis 19 Uhr und an Samstagen bis 17 Uhr geöffnet bleiben. Danach, sowie an Sonn- und Feiertagen sollen sie ganz geschlossen bleiben. Das Problem in Stammheim: Dort gibt es momentan keinen Zaun, der das Gelände vor dem Haupthaus umfriedet. Der Fachbau ist in den vergangenen Monaten saniert worden. Die Arbeiten im Inneren sind zum neuen Schuljahr abgeschlossen worden. Am Außengelände wird noch geschafft, doch auch diese Arbeiten sollen im November beendet sein. "Dann fehlen nur noch Spielgeräte, die Tore und der Zaun", sagt Rektorin Hillmann. Tore, Zaun und Spielgeräte seien bereits eingeplant gewesen, hätten sich dann aber als zu teuer erwiesen, um sie in einem ersten Bauabschnitt zu verwirklichen. "Vom Schulverwaltungsamt wurde uns zugesagt, dass die Kosten möglichst bald in den Haushalt aufgenommen werden." Zwar seien ihr auch die Spielgeräte wichtig, sagt die Rektorin, aber im Zweifel seien ihr Tor und Zaun lieber als die Spielgeräte. "Meine Sorge ist, dass sich der Bereich hinter dem Fachbau zu einem Treffpunkt entwickelt, den man nicht einsehen kann."

Um die Problematik mit Jugendlichen im Auge zu behalten und sich zu kümmern, treffe sich ein kleiner Aktionskreis. Mit dabei Vertreter des Jugendhauses, des Bezirksamts, der Polizei und der Schule. So habe sich die Situation in den vergangenen Wochen schon etwas verbessert. Revierleiter Dieter Steinmann betonte jüngst im Bezirksbeirat, "nicht alle Jugendlichen, die sich dort treffen, sind problematisch oder kriminell". Häufig handle es sich um pubertäre Erscheinungen. Die Polizei werde aber sofort tätig, sobald es um Sachbeschädigung, Einbruch oder ähnliches geht. "Die erwähnten Vorkommnisse sind aufgeklärt, die Urteile werden in Kürze ergehen", sagte Steinmann. Bei berechtigten Beschwerden könnten sich die Anlieger immer an die Polizei wenden; diese könne einen fehlenden Zaun aber nicht generell durch Kontrollen ersetzen.

Der Bezirksbeirat hatte daraufhin einstimmig gefordert, an den Zugängen zum Schulhof Hinweisschilder auf die Schließzeiten anzubringen. Auch solle bezüglich der Tore die Situation hergestellt werden, wie sie vor den Baumaßnahmen am Fachbau geherrscht hat.

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