Mercedes Benz

Todesfahrt bei Filderstadt Familie kritisiert Vorgehen der Polizei

Von wdo 

Alle drei Insassen des Wagens kamen ums Leben. Foto: 7aktuell.de/Heckel
Alle drei Insassen des Wagens kamen ums Leben.Foto: 7aktuell.de/Heckel

Die Familie eines Getöteten hält das Vorgehen der Polizei für unverhältnismäßig. Das Innenministerium sieht dagegen kein Fehlverhalten der Beamten.

Stuttgart - Nach der tödlichen Verfolgungsfahrt, bei der am Dienstag drei Menschen auf der B 27 bei Filderstadt ums Leben gekommen waren, hat die Familie des 24-jährigen Todesfahrers erhebliche Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Mit Hilfe von Gutachtern will sie nachweisen, dass die Verfolgung durch die Polizei unnötig gewesen und der 24-Jährige zu seiner waghalsigen Flucht gedrängt worden sei. „Man hätte doch das Kennzeichen gehabt“, sagt ein Bruder. Er bezweifelt, dass die verfolgende Polizeistreife vor dem Unfall an einem Parkplatz tatsächlich mehrere Hundert Meter hinter dem Fluchtwagen gefahren sei.

Der Mercedes war am Dienstag gegen 2 Uhr morgens auf der A 8 bei Leonberg in eine Polizeikontrolle geraten, der Fahrer war anschließend mit einer Geschwindigkeit von bis zu 212 Stundenkilometern vor einer Streife getürmt. Dabei handelte es sich um einen Mietwagen, den die 23-jährige Beifahrerin aus Villingen-Schwenningen in Stuttgart gemietet hatte. Nach Erkenntnissen der Polizei hatte der 24-Jährige deshalb Reißaus genommen, weil er mit Haftbefehl gesucht worden war.

Ministerium: Einsatz war an Autobahn regelkonform

Er war im Jahr 2014 unter anderem wegen fünf Fällen des schweren Raubes im nordrhein-westfälischen Neuss zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden, flüchtete dann im Herbst vergangenen Jahres während eines Drogenentzugs aus einer psychiatrischen Klinik. Seither war der junge Jordanier untergetaucht und mit verschiedenen Falschpersonalien unterwegs, so die Polizei. Er wurde deshalb mit Haftbefehl gesucht.

Die in Nordrhein-Westfalen lebende Familie des 24-Jährigen erklärt, dass auch sie nicht gewusst habe, wo er sich die vergangenen Monate aufhielt. Einzig per Handy habe es Kontakt gegeben: „Er war sehr krank und wusste nicht mehr, was er tun sollte“, sagt sein Bruder. Dass er habe abgeschoben werden sollen, sei aber eine Fehlinformation, so die Familie.

Nach der Kritik, dass lediglich zwei Beamte der Autobahnpolizei für die Tempomessung in Leonberg im Einsatz waren, hat sich nun auch das Innenministerium geäußert. „An Autobahnen ist das regelkonform“, sagt Sprecher Carsten Dehner. Die Kontrolle und das Verhalten der Beamten sei nicht zu beanstanden.

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