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Tiertransporte Reisen auf einem halben Quadratmeter

Hilmar Pfister , vom 26.07.2010 19:10 Uhr
  Foto: AP
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Stuttgart - Millionen von Schweinen, Rindern, Schafen und Pferden werden jedes Jahr durchs Land gekarrt. Häufiges Ziel der Tiertransporte sind Polen und Russland. Bei den meisten gibt es nichts zu beanstanden, sagt die Polizei. "Die Tierquälerei muss ein Ende haben", fordern hingegen Tierschützer.

Die Menschen essen gerne Schweinefleisch. Das ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine statistische Feststellung. In diesem Jahr werden in Deutschland voraussichtlich mehr als 59 Millionen Schweine geschlachtet, eine Zunahme um 2,5 Prozent verglichen zum Vorjahr. Diese Prognose stammt nicht etwa von Tierschützern, sondern von einem Verband, der es am besten wissen müsste: der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands.

Je fetter, desto besser

Doch die vielen Schweine, die geschlachtet werden sollen, müssen auch transportiert werden. Da verwundert es nicht, dass die Interessengemeinschaft stolz verkündet: "Der Export von lebenden Schweinen hat sich in den vergangenen drei Jahren sehr dynamisch entwickelt." In anderen Worten: Die Zahl der transportierten Schweine ist um 35 Prozent gestiegen, jedes 15. Schwein aus Deutschland wird mittlerweile ins Ausland gebracht. Auch andere Nutztiere machen sich gleich nach ihrer Geburt auf die Reise - gezwungenermaßen. Ein Beispiel von vielen: Ein Kalb wird in Bayern geboren, zum Mästen nach Niedersachsen gekarrt und von dort zum Schlachten nach Nordrhein-Westfalen. 2008 exportierte Deutschland mehr als 51.000 Rinder, sagt der Tierschutzbund, im selben Zeitraum seien aber mehr als 61.000 Rinder importiert worden: "Sinnlose Transporte auf Kosten der Tiere", kritisieren die Tierschützer.

Je fetter, desto besser: Nach diesem Motto verfahren viele Viehhändler im Südwesten - zumindest, wenn es um Schweine geht. Denn vor allem in Österreich und Italien seien Schweine aus Baden-Württemberg sehr beliebt, sagt eine Mitarbeiterin der Interessengemeinschaft der Schweinehalter. Warum? Weil die Tiere aus dem Südwesten eine dicke so genannte Fettauflage mit sich herumtragen. "In Deutschland wird eher nach magerem Schweinefleisch gefragt."

Kommentare (16)
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AUG
08
20:28 Uhr, geschrieben von Gudrun Enders
Reisen auf einem halben Quadratmeter
Das Leid der Schlachttiere auf ihren oft tagelangen Transporten über Tausende von Kilometern, häufig ohne Futter und Wasser und unter qualvollen Bedingungen hat eine jahrzehntelange, traurige Tradition und ist unseren verantwortlichen Politikern durch Beiträge von Manfred Karremann mehr als bekannt. Trotz des Wissens um die mit den Transporten verbundenen Qualen und trotz zahlloser Proteste aus der Bürgerschaft halten sie an den Horrorfahrten fest und verweisen auf Vorschriften, von denen jeder weiß, dass sie kaum eingehalten werden, zumal Kontrollen selten sind und Verstöße mit lächerlichen Strafen bedacht werden. Daran hat auch der Eintrag des Tierschutzes in die Verfassung nichts geändert. So will die Bundesregierung, für die der Tierschutz angeblich einen hohen Stellenwert besitzt, trotz des Leids der Schlachttiere die Transporte nach Libyen wieder aufnehmen, an deren Ende ein grausames Sterben durch das betäubungslose Schächten steht. Tierschutz sieht anders aus.
AUG
08
16:30 Uhr, geschrieben von Franziska Gerhardt
Tiertransporte
dake, dass ihre zeitung bei all den anderen katastrophenmeldungen das unendliche dauerleid der sog. "nutztiere" nicht vergisst!
AUG
08
14:56 Uhr, geschrieben von Christiane Faust
Hauptsache, es schmeckt!
Sehr viele Fleischesser antworten, wenn man sie auf die grausamen Umstände bei und während Tiertransporten hinweist, dass sie solche Transporte ablehnen. Sie schimpfen darüber und greifen beim nächsten Einkauf gezielt und ohne mit der Wimper zu zucken nach abgepacktem Fleisch in der Kühltheke, das mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem solchen Transport stammt. Ich glaube, dass eine breite Bevölkerung gar nicht ahnt, wie viele Tiere alleine durch Transporte leiden. Und selbst wenn sie's ahnt! Dann kommt meistens der unerträgliche Spruch "Aber die wurden doch extra dafür gezüchtet!"
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