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Tiertransporte "Von uns werden alle Vorschriften eingehalten"

Hilmar Pfister , vom 26.07.2010 19:10 Uhr
  Foto: AP
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Beim Thema Tiertransporte verhält es sich wie mit großen Naturkatastrophen: Es lässt niemanden kalt, die Emotionen kochen hoch, auch bei Tierschutzverbänden. Relativ sachlich setzt sich der Deutsche Tierschutzbund damit auseinander. Die Tiertransporte würden oft tagelang dauern, kritisiert er, das Platzangebot sei ungenügend. Ein Schwein von 100 Kilogramm habe nur eine Fläche von einem halben Quadratmeter zur Verfügung - und das trotz einer EU-Verordnung, die 2007 in Kraft getreten ist. Doch selbst die ist nach Meinung vieler Tierschützer viel zu lasch geraten.

Will der Viehhändler demnach seine Schweine länger als acht Stunden transportieren, benötigt er lediglich eine Zulassung als Transportunternehmer und muss "die Kontrolle und Zulassung der Straßentransportfahrzeuge" nachweisen. Kälber müssen zudem älter als 14 Tage alt sein, Schweine schwerer als zehn Kilo und Pferde älter als vier Monate, "sofern sie nicht von dem Muttertier begleitet werden", wie es in der Verordnung heißt.

"Von uns werden alle Vorschriften eingehalten"

"Häufig werden nicht einmal diese geringen Anforderungen eingehalten", kritisieren der Tierschutzbund und Animals' Angels, ein Verein, der sich gegen Tiertransporte einsetzt. Hans-Peter Eberhardt aus Glatten im Schwarzwald kann solchen Aussagen nur widersprechen. Eberhardt ist Viehhändler, mit seinen Lastwagen lässt er jede Woche tausende Rinder und Schweine durch Deutschland fahren. Hauptsächlich nach Norddeutschland gehen die Reisen. "Von uns werden alle Vorschriften eingehalten", versichert Eberhard und verweist auf seinen Fuhrpark. Die Lastwagen seien unter anderem mit Klimaanlage, Temperaturmesser und Ventilatoren ausgerüstet. An heißen Sommertagen würde er außerdem meist nachts fahren lassen. In der vorvergangenen Woche sei er drei Mal von der Polizei kontrolliert worden, sagt er. Die Polizei hätte nichts zu beanstanden gehabt.

40.000 Tiertransporte haben die Beamten im vergangenen Jahr im Südwesten kontrolliert. Es gab Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten, Verwarnungen und Belehrungen. Agrarminister Rudolf Köberle (CDU) ist der Schutz transportierter Tiere ein "besonders wichtiges Anliegen". Tiertransporte dürfe es nur im "unbedingt erforderlichen Maß" geben. Die Viehhändler im Land dürften das etwas anders sehen.

Kommentare (16)
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AUG
08
20:28 Uhr, geschrieben von Gudrun Enders
Reisen auf einem halben Quadratmeter
Das Leid der Schlachttiere auf ihren oft tagelangen Transporten über Tausende von Kilometern, häufig ohne Futter und Wasser und unter qualvollen Bedingungen hat eine jahrzehntelange, traurige Tradition und ist unseren verantwortlichen Politikern durch Beiträge von Manfred Karremann mehr als bekannt. Trotz des Wissens um die mit den Transporten verbundenen Qualen und trotz zahlloser Proteste aus der Bürgerschaft halten sie an den Horrorfahrten fest und verweisen auf Vorschriften, von denen jeder weiß, dass sie kaum eingehalten werden, zumal Kontrollen selten sind und Verstöße mit lächerlichen Strafen bedacht werden. Daran hat auch der Eintrag des Tierschutzes in die Verfassung nichts geändert. So will die Bundesregierung, für die der Tierschutz angeblich einen hohen Stellenwert besitzt, trotz des Leids der Schlachttiere die Transporte nach Libyen wieder aufnehmen, an deren Ende ein grausames Sterben durch das betäubungslose Schächten steht. Tierschutz sieht anders aus.
AUG
08
16:30 Uhr, geschrieben von Franziska Gerhardt
Tiertransporte
dake, dass ihre zeitung bei all den anderen katastrophenmeldungen das unendliche dauerleid der sog. "nutztiere" nicht vergisst!
AUG
08
14:56 Uhr, geschrieben von Christiane Faust
Hauptsache, es schmeckt!
Sehr viele Fleischesser antworten, wenn man sie auf die grausamen Umstände bei und während Tiertransporten hinweist, dass sie solche Transporte ablehnen. Sie schimpfen darüber und greifen beim nächsten Einkauf gezielt und ohne mit der Wimper zu zucken nach abgepacktem Fleisch in der Kühltheke, das mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem solchen Transport stammt. Ich glaube, dass eine breite Bevölkerung gar nicht ahnt, wie viele Tiere alleine durch Transporte leiden. Und selbst wenn sie's ahnt! Dann kommt meistens der unerträgliche Spruch "Aber die wurden doch extra dafür gezüchtet!"
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