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Stuttgart - Als die Titelverteidigerinnen um Wimbledon- Siegerin Petra Kvitova jubelnd im Kreis hüpften, schworen sich Sabine Lisicki und Co. nach einem tränenreichen Tennis-Wochenende bereits auf den Kampf gegen den Abstieg ein. Statt erstmals seit 17 Jahren wieder ins Fed-Cup-Halbfinale einzuziehen, unterlag das deutsche Team in Stuttgart den starken Tschechinnen mit 1:4.
Nun müssen die DTB-Asse um den Verbleib in der ersten Weltgruppe bangen. Lisickis 7:6 (7:2), 4:6, 1:6-Niederlage gegen Kvitova besiegelte am Sonntag bereits nach dem dritten Einzel die Niederlage.
„Natürlich ist die Enttäuschung riesengroß“, sagte Teamchefin Barbara Rittner nach dem entscheidenden Punktverlust zum 0:3. Dass es nach siebenjähriger Pendelei zwischen Erst- und Zweitklassigkeit wieder nicht gelungen ist, endlich den Ruf als „Fahrstuhl-Mannschaft“ (Rittner) loszuwerden, frustrierte auch Lisicki. „Wir haben leider mit dem Auf und Ab ein bisschen Erfahrung“, sagte die 22-Jährige.
Der erste Fed-Cup-Sieg seit 1992 bleibt für Rittners Schützlinge also in weiter Ferne, zunächst einmal müssen sie am 21./22. April in die Relegation. Der Gegner wird am 14. Februar ausgelost. „Wir sind ganz heiß, da als gutes Team aufzutreten - hoffentlich komplett“, sagte Lisicki mit Blick auf die derzeit verletzte Andrea Petkovic.
Kerber schlägt Hradecka in zwei Sätzen
Deutschlands Nummer 1 Lisicki zeigte sich 24 Stunden nach der 6:2, 4:6, 2:6-Pleite gegen die Weltranglisten-49. Iveta Benesova deutlich verbessert. Mit aggressivem Power-Tennis und positiver Körpersprache gestattete sie der Weltranglisten-Zweiten Kvitova im ersten Durchgang keine einzige Breakchance und holte sich im Tiebreak souverän die Satzführung. Permanent peitschte sich die noch am Vortag deprimierte Lisicki mit „Come on“-Rufen an - Anheizerin Petkovic ballte auf der Bank immer wieder aufmunternd die Faust.
Im zweiten Durchgang reichte Kvitova im letzten Spiel eine kurze Schwächephase der Berlinerin, um mit einem Zu-Null-Break nach Sätzen auszugleichen. Lisickis Widerstand war gebrochen, der Rest Formsache für die Favoritin aus Tschechien. Der folgende 6:4, 6:4-Sieg von Angelique Kerber über Lucie Hradecka sowie das 3:6, 6:7 (4:7) von Anna-Lena Grönefeld/Julia Görges im finalen Doppel gegen Iveta Benesova/Barbora Zahlavova Strycova hatten somit nur noch statistische Bedeutung.
"Zwischenzeitlich hatte ich echt Tränen in den Augen"
Bereits am Samstag hatte Rittner vor rund 3500 Zuschauern in der Porsche-Arena eine emotionale Achterbahnfahrt mit frustrierendem Ausgang erlebt. Erst schluchzte Lisicki nach der Auftaktniederlage gegen Benesova auf der Pressekonferenz. Dann spielte Julia Görges gegen Kvitova ein „Weltklasse-Match“ - und musste sich nach dem 6:3, 3:6, 8:10-Krimi dennoch die Tränen trocknen.
Trotzdem durfte die 23-Jährige auf ihr „mit Sicherheit bestes Match“ stolz sein. „Das wird mir einiges geben und zeigt mir, dass ich die Nummer 2 der Welt schlagen kann“, sagte Görges nach dem faszinierenden Tennis-Thriller vor fantastischer Kulisse. „Zwischenzeitlich hatte ich echt Tränen in den Augen“, so Görges.
Die Stuttgarter Party-Stimmung war sicher eine Begleiterscheinung des Tennis-Aufschwungs, den Petkovic, Lisicki und Co. mit ihren Erfolgen entfacht haben. Umso schmerzhafter fiel Petkovic, die auf der Bank hin- und herzappelte, das Zuschauen. Wann die Weltranglisten-Zehnte nach ihrem Ermüdungsbruchs im Rücken auf die WTA-Tour zurückkehren wird, vermag sie nicht abzuschätzen. Dies könne morgen sein, „aber auch noch vier Monate dauern“, sagte Petkovic.