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Tee aus Japan Radioaktive Gefahr aus der Tasse?

Sandra Markert, vom 11.02.2012 08:00 Uhr
  Foto: ABC TV
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Stuttgart - Er soll zum Abnehmen gut sein, dem Herz-Kreislauf-System helfen und ­sogar Krebs vorbeugen: Grüner Tee gilt als besonders belebend und gesund. Trotzdem hat so mancher Grüntee-Trinker derzeit ein ungutes Gefühl, wenn er sich das blumig-duftende Getränk eingießt. Denn viele der Grüntee-Anbaugebiete liegen in Japan. Und der Tee, der jetzt in deutschen Geschäften steht, wurde 2011 geerntet – nach der ­Atomkatastrophe von Fukushima.

Und so wurde in Japan bereits im Sommer Tee wegen zu hoher Strahlenwerte nicht zum Verkauf freigegeben. Hierzulande aber ­brauchen sich Kunden keine Sorgen zu machen. „Wir haben seit dem Unglück keine Auffälligkeiten bei den ­exportierten Produkten festgestellt“, sagt Andreas Tief vom ­Bundesamt für Verbraucherschutz und ­Lebensmittelsicherheit.

Das liegt vor allem an den strengen Kontrollen. So dürfen Lebensmittel aus den stark verstrahlten Regionen Japans gar nicht mehr in EU-Ländern exportiert werden. Für alle anderen Produkte wie Sesam, Grünen Tee oder Soja-Soßen gilt: Erst nachdem sie auf Radioaktivität getestet wurden, werden sie in Flugzeuge und auf Schiffe verladen. Am Frankfurter Flughafen und am Hamburger Hafen müssen die Papiere dieser Tests vorgelegt werden, für zehn Prozent der Waren gibt es stichprobenartige Nachkontrollen .

„Alle diese Testergebnisse kann man auf unserer Internetseite einsehen“, sagt Ernährungsexpertin Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Und wir werden auch dafür sorgen, dass diese Kontrollen die nächsten Jahre aufrechterhalten werden.“ Schwartau weiß, warum: Auch mehr als 25 Jahre nach dem Atomunfall von Tschernobyl tauchen in den Listen der Verbraucherzentrale noch verstrahlte Pilze und verstrahltes Wildfleisch auf.

Kein Wunder also, dass viele Verbraucher trotz der strengen Grenzwerte für Radioaktivität, die als Folge von Tschernobyl ­eingeführt wurden, beim Kauf japanischer Lebensmittel verunsichert sind. „Um das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen, lassen wir freiwillig alle unsere Lieferungen nachkontrollieren“, sagt Tobias Rösch vom Grüntee-Anbieter Marimo. Bei Tee Gschwender können sich Kunden auf ­Nachfrage die Test-Ergebnisse zuschicken lassen.

Das ungute Gefühl könnte sich bei ­Grüntee-Liebhabern indes trotzdem einstellen. Wenn auch aus einem ganz anderen Grund: Bis zu 14 verschiedene Pestizide fand das Verbrauchermagazin „Ökotest“ in einer aktuellen Untersuchung von 22 Grüntees – egal ob er aus China, Indien oder Japan kam.

Bei der Verbraucherzentrale Hamburg gibt es im Bereich Ernährung eine aktuelle Liste der untersuchten Produkte: wwxw.vzhh.de

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