Tatort-Fledderei Abschied von Sarah Brandt

Von Frank Rothfuß 

Wir haben gesehen: „Borowski und das Fest des Nordens“ aus Kiel zeigt, wie ein Mann austickt. Als Charakter- und Gewaltstudie sehenswert, als Krimi nur leidlich spannend.

Stuttgart - Die Handlung in zwei Sätzen Da lässt sich auf zwei Filmklassiker verweisen: „Ein Mann sieht Rot“ und „Leichen pflastern seinen Weg“. Roman Eggers (Misel Maticevic) fühlt sich vom Leben und der Liebe ungerecht behandelt, rastet aus, klaut Sprengstoff, tötet seine Freundin und einen Drogendealer.

Zahl der Leichen drei.

Die Szene des Films Eggers pumpt einen Kredithai an. Der trägt sein Baby spazieren und beleidigt Eggers ungehemmt. Über Minuten hinweg bauscht sich das auf und mündet in einem Gewaltrausch.

Rezept gegen Ruhestörer Dusche und Baseballschläger. Sarah Brandt (Sibel Kekilli) kippt nächtlichen Krakelern Wasser auf den Kopf und jagt ihnen den Baseballschläger schwingend hinterher.

Der Logikfehler Warum sich Borowski betrinkt und jeden anraunzt, erschließt sich nur, wenn man weiß, dass dieser „Tatort“ schon zwei Jahre alt ist und eigentlich nach der Folge „Die Rückkehr des stillen Gasts“ hätte gezeigt werden sollen. Damals nahm ein Mörder Borowskis Verlobte als Geisel. Sie überlebte, gab aber Borowski den Laufpass. Deshalb sein Frust.

Der Stuttgart-Bezug Die Kieler Woche ist wie das Volksfest, nur mit Segelschiffen.

Der Abschied Sibel Kekilli sagt Adieu. Sie wolle sich auf andere Filme konzentrieren.

Unser Fazit Eine grandiose Vorstellung von Misel Maticevic. Verfolgt von der Handkamera wütet er durch Kiel. Als Gewaltstudie interessant, als Krimi aber nur leidlich spannend.

Spannung Note 4; Logik Note 4

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