„Tatort“ aus der Schweiz Von Prinzenrollen und anderen Klischees

Von Franziska Niess 

Schöne Leich’: Ella Rumpf Capron als Ava Fleury Foto: ARD/Daniel Winkler
Schöne Leich’: Ella Rumpf Capron als Ava FleuryFoto: ARD/Daniel Winkler

Noch ist nicht klar, was am Sonntagabend spannender wird: Die Wahlsendungen oder der neue „Tatort: Kleine Prinzen“ aus Schweiz. Vom Krimi wissen wir immerhin schon jetzt: Er strotzt vor Klischees, man bleibt dabei aber wach.

Die berechnende Lolita mit dem melodisch klingenden Namen Ava Fleury (Ella Rumpf Capron) wird von einem Lastwagen erfasst. Reto Flückinger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln an Avas Schule: ein Internat für die Reichsten der Reichen. Die nehmen natürlich jede Menge Drogen. Die Schulleiterin ist die Reinkarnation von Heidis Fräulein Rottenmeier. Avas Vater begibt sich auf einen wilden Rachefeldzug, wobei er erst einmal den Falschen erwischt: Der Lkw-Fahrer ist nicht der Täter, die 18-Jährige lag schon tot auf der Straße. Als ein arabischer Prinz verdächtigt wird, droht eine Staatsaffäre. Das Schweizer Bundeskriminalamt schaltet sich ein. Welches Klischee fehlt noch? Genau, das Liebesleben der Kommissare. Flückinger braucht in Sachen Frauen Nachhilfe: „Das letzte Mal ging’s ziemlich in die Hose.“ Der leitende Ermittler wirkt oft ungewollt komisch. Zum Glück sorgt Kriminaltechnikerin Corinna Haas ­(Fabienne Hadorn) für Erfrischung.

Regisseur Markus Welter wollte beim zehnten Einsatz des Luzerner Teams wohl möglichst viele bewährte „Tatort“­- ­Geschichten zusammenbringen. Am Ende geht das Sicherheitsprinzip auf: Der Spannungsbogen hält, man bleibt bis zum Schluss dran. Das Finale erstickt aber auch ­wieder im Klischee – wie sollte es anders sein?

„Tatort: Kleine Prinzen“, ARD, So, 20.30 Uhr
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