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Tafelspitzen Wir wünschen dem Koch gute Besserung

Tom Hörner, vom 03.01.2012 17:46 Uhr
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Gut bestückt: Die Bar im Bahnhofsturm  Foto: Petsch
Gut bestückt: Die Bar im Bahnhofsturm Foto: Petsch
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Alles Gute kommt von oben, heißt es. Also sind wir raufgefahren, auf den Bahnhofsturm, wo der Gastronom Ralph Benda (Volksfest, Sommerfest) seit Herbst eine Bar samt Restaurant betreibt: das Bonatz. "On the Top of Stuttgart", lässt uns der neue Hausherr auf seiner Homepage wissen, "wird auch der anspruchsvolle Gaumen verwöhnt."

Wenn man aus dem Aufzug steigt, stockt einem erst mal der Atem. In der Mitte des Raums eine magisch illuminierte Bar. Darüber eine Spiegeldecke, die raffiniert überspielt, dass der Raum recht niedrig ist. Man weiß gar nicht, wo man sitzen will, um einen Blick auf die nächtliche Stadt zu werfen. Aber die Entscheidung wird uns abgenommen. Wir haben reserviert.

Das ist deshalb erwähnenswert, weil uns, kaum dass wir uns gesetzt haben, mitgeteilt wird, dass der Koch leider krank sei und die ohnehin schon übersichtliche Speisekarte noch etwas übersichtlicher ausfalle. Das ist der Moment, in dem man sich als Testesser überlegt, ob man den Termin nicht verschiebt und lieber irgendwo eine Currywurst isst. Aber warum eigentlich? Man hätte uns absagen können, schließlich wurde bei der Tischreservierung eine Telefonnummer erfragt. Vielleicht ergreift ja ein eingesprungener Jungkoch die Chance, und am Gastrohimmel überm Turm geht ein neuer Stern auf.

Dem ist nicht so, obwohl die Spinatsuppe (4,80 Euro) ganz passabel war. Doch schon beim honigglacierten Ziegenfrischkäse auf buntem Linsensalat (9,20 Euro) macht sich Enttäuschung breit. Ob die drei, vier Bollen Frischkäse tatsächlich von einer Ziege stammen, darüber ließe sich streiten. Aber ganz sicher waren sie nicht mit Honig glaciert. Ähnlich verhält es sich mit der Caponata (8,80 Euro), hier einem mediterranen Antipastisalat von gegrilltem Gemüse, Anchovis, Kapern und Ei. Gegrilltes Gemüse haben wir irgendwie gegrillter in Erinnerung. Kapern und Ei fehlen.

Ein Blick auf die Hauptspeisen der Karte zeigt, dass die Preise der Höhe des Bauwerks angepasst wurden. Man kennt das aus der Bergwelt, wo sie einem auch immer weismachen wollen, dass alles sauteuer ist, weil man es aus dem Tal heraufschaffen muss. Aber solange die Qualität stimmt, gibt man sich gern dem Hochgefühl hin. Leider stellt sich das weder bei Surf & Turf (Rindermedaillons und Riesengarnelen mit Gemüse und Ofenkartoffeln, 25,50 Euro) noch bei den paar Garnelen vom Grill mit Blattspinat (23,50Euro) ein. Das Fleisch ist wie gewünscht rosig und schmeckt vorzüglich. Die Riesengarnelen sind fast kalt, aber wenigstens gewürzt, was man von den Garnelen vom Grill nicht behaupten kann. Die sind so fad, da mag man kaum glauben, dass die Viecher jemals einen Ozean von innen gesehen haben.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Über den Dächern der Stadt steigen die Preise

Atmosphäre: Schönes Bar-Ambiente, reizvolle Ausblicke

Küche: Top-Gastronomie schmeckt anders

Adresse: Ralph Benda Gastronomie GmbH, Im Bahnhofsturm, Arnulf-Klett-Platz 2, 70173 Stuttgart. Telefon 0711/41105280.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 11bis 24 Uhr. Freitag bis Samstag 11 bis 2Uhr. So 11 bis 21 Uhr

Extras: Große Bar im Zentrum. Umfangreiches Getränkeangebot mit 100 Cocktails, über 50 Rot- und Weißweine, 50 verschiedenen Whiskeysorten.

Anfahrt: Verschiedene Stadtbahnlinien bis zur Haltestelle Hauptbahnhof. Für Autofahrer: Parken am besten in den umliegenden Parkhäusern und Tiefgaragen.

Kommentare (2)
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FEB
27
15:06 Uhr, geschrieben von Markus Bott
Fragwürdiges Ergebnis
Ihr Testergebnis lieber Herr Hörner steht in krassem Widerspruch zu meinen Erfahrungen im Bonatz. Ihre Kritik ist die Meinung eines Einzelnen und hat somit keinen Anspruch repräsentativ zu sein. Einzig Ihre Art der Bewertung ist anmaßend und geschäftsschädigend. Mit mehr als 50 weiteren Prsonen habe ich ein Buffet der Extra-Klasse genossen. Dies ist nicht das erste Lokal dass von ihnen zerfledert wurde und sich trotzdem großer Beliebtheit erfreut. Das Maß der Dinge sind immer noch die Gäste und nicht Sie.
JAN
11
13:13 Uhr, geschrieben von Heinz D. Trost
Schade
Da haben sich Ralph Benda und sein cateringerfahrenes Team so ins Zeug gelegt, in die beim letzten Pächter heruntergekommene Lokalität Zeit, Herzblut und Geld investiert. Und dann ist ausgerechnet dann, wenn die Tester kommen, der Koch krank. Das ist schade. Schade auch, weil, wie ja mit dem Tortenmodell unseres Stuttgarter Hauptbahnhofs letztes Jahr bewiesen, der Bahnhofsturm umfallen kann, wenn, wie leider geplant, der Südflügel abgerissen werden wird.


Ein Vorgeschmack auf künftige Genüsse
Die Gaststätte Dinkelacker wird bald renoviert. Aber der Vorgeschmack macht Appetit auf mehr.
Keine Fotos vom Laugenweckle
Edles Ambiente und gehobene Frischeküche findet man im BraunS in der Hauptstätter Straße
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