Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Synagoge in Erbpacht

"Filder-Zeitung", vom 03.12.2010 02:41 Uhr
Esslingen. Die Verwaltung hatintern die Bedingungen für eineÜbergabe formuliert.

Die Stadt Esslingen hat offenbar die Bedingungen erklärt, unter denen sie bereit ist, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg die alte Esslinger Synagoge zu überlassen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, plant Esslingen, das mittelalterliche Fachwerkhaus der jüdischen Gemeinschaft in Erbpacht zu überlassen. Das heißt, nach 99 Jahren würde es wieder an die Stadt zurückfallen. Bis dahin würde es der Israelitischen Religionsgemeinschaft gehören, die im Gegenzug für die Heizung aufkommen müsste, die anscheinend in einem desolaten Zustand ist. Wie weiter zu erfahren war, überlegt sich die Israelitische Religionsgemeinschaft jetzt einen Finanzierungsplan für die Sanierung.

Die Stadt tritt auch einem offenen Brief des Theologen Thomas Schild an den Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger entgegen. Darin heißt es, wenn die Stadt das Gebäude der jüdischen Gemeinschaft in einem derart desolaten Zustand übergebe, würde sie die Beziehungen der Stadt zu ihren Bürgern jüdischen Glaubens belasten. Das Haus sei im Jahr 1949 rechtmäßig erworben worden, sagt dazu ein Sprecher der Stadt, und die Übergabe in Erbpacht sei ein großes finanzielles Geschenk.

Bisher war das Fachwerkhaus als Galerie genutzt worden, doch hatte die Galeristin Susanne Lüdtke das Handtuch geworfen. Nach dem Kriegsende hatten die amerikanischen Streitmächte das Gebäude konfisziert und darin von Juli 1945 bis April 1946 eine Synagoge eingerichtet. 1949 bot die als Besitzer eingesetzte Jewish Restitution Successor Organisation der Stadt das Gebäude zum Kauf an. Esslingen zahlte damals 35 000 Mark für das Gebäude, den dazugehörigen Garten und die beiden jüdischen Friedhöfe und erklärte sich bereit: "Falls sich in Esslingen eine jüdische Gemeinde bilden sollte, wird die Stadtgemeinschaft Esslingen ihr Möglichstes tun, um ihr einen Raum zur Abhaltung der Gottesdienste nachzuweisen." uls

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen


Auch Unpopuläres angepackt
Zehn Jahre lang war Rainer Weitzel der Vorsitzende des Kirchengemeinderates. Nach zwölf in Möhringen Jahren zieht er jetzt wieder zurück nach Berlin.
Daimler will keinen  Terrorhelfer in der Lackiererei
Daimler will einen 34-Jährigen aus Sindelfingen nicht wieder einstellen, weil er offenbar Beziehungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida unterhält. Dagegen wehrt sich der Mann jetzt vor Gericht.
Anzeigen

 

Anzeige
Nachrichtenticker
01:40   Trittin fordert Einstieg in Euro-Bonds - Drohung mit Fiskalpakt-Veto
01:40   EU-Gipfel sichert Griechenland weitere Hilfe zu
01:24   Hewlett-Packard setzt 27 000 Mitarbeiter vor die Tür
00:52   Merkel berät mit Oppositions-Spitzen über Fiskalpakt
00:45   Wieder Nachbeben in Italien
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise