Stuttgarter Konzern Bosch arbeitet am riechenden Smartphone

Von Klaus Köster 

Senmsoren sind winzig – und für die Digitalisierung enorm wichtig Foto: Bosch
Senmsoren sind winzig – und für die Digitalisierung enorm wichtigFoto: Bosch

Sensoren gehören zu den wichtigsten Bestandteilen etwa von Autos und Handys. Bald sollen sie Smartphones auch die Fähigkeit geben, zu riechen. Bosch will diese Idee umsetzen

Stuttgart - Der Bosch-Konzern arbeitet an Sensoren, die Smartphones das Riechen beibringen sollen. „Einer unserer Sensoren misst auch die Luftqualität“, sagte Michael Bolle, Chef des Bosch-Forschungszentrums in Renningen, das heute im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet wird, im Interview unserer Zeitung. „Das Handy könnte in geschlossenen Räumen ein Hinweis darauf geben, dass es Zeit zum Lüften ist.“

Die Sensortechnik, bei der Bosch bereits Weltmarktführer ist, gehört zu den wichtigsten Themen, an denen die 1700 Beschäftigten arbeiten, die Bosch in dem neuen Forschungszentrum zusammengeführt hat. 310 Millionen Euro investierte das Stuttgarter Unternehmen, um Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Forschungsdisziplinen räumlich zusammenzubringen und so den Austausch über Fachgebiete hinweg voranzubringen.

Zu den zentralen Forschungsthemen zählen die Elektromobilität sowie das vernetzte und autonome Fahren. Auch der 3D-Druck, mit dessen Hilfe sich komplexe Teile ohne Spezialmaschinen anfertigen lassen, nimmt im der Forschungstätigkeit einen breiten Raum ein.

Die Mitarbeiter sollen so agil wie Unternehmensgründer arbeiten

Durch die Zusammenführung in Renningen will der 360 000-Mitarbeiter-Konzern auch den Startup-Gedanken voranbringen. Die Mitarbeiter sollen schnell, kreativ und risikobereit wie Unternehmensgründer sein.

Daher nehme man bewusst in Kauf, dass Projekte auch scheitern. „Würden wir vorgeben oder gar verordnen, dass 90 Prozent aller Projekte erfolgreich sein müssen, würden wir uns nur mit kleinen Weiterentwicklungen befassen, bei denen nicht viel schiefgehen kann“, so Bolle. Auch das Scheitern eines ambitionierten Projekts könne“letztlich ein gutes Ergebnis sein. An herausfordernden Projekten kann man am meisten lernen.“

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