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Stuttgart Die Sonne wandert schneller, als Mensch denkt

Wolf-Dieter Obst, vom 07.06.2010 12:48 Uhr
 Foto: dpa
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Unwissenheit oder Fahrlässigkeit schützt vor Strafe nicht. Das musste im Juli 2008 auch eine Jurastudentin erfahren, die ihr Auto in der Urbanstraße in der Innenstadt geparkt und ihren Cockerspaniel anderthalb Stunden der prallen Sonne aussetzte. Die Polizei musste eine Autoscheibe aufbrechen, um das Tier zu retten. Doch der Vierbeiner hatte bereits Lähmungserscheinungen und Hirnschäden davongetragen. Der Hund starb wenig später.

Die Jurastudentin zeigte sich wenig einsichtig, glaubte nicht, dass sie überhaupt gegen irgendeinen Paragrafen verstoßen hatte. Sie sollte sich irren. Wenige Wochen später flatterte ihr ein Strafbefehl ins Haus - und die Geldstrafe betrug 90 Tagessätze. Zum Vergleich: Bei 91 gibt es einen Eintrag ins Führungszeugnis, bei Arbeitgebern ist man durch diese sichtbare Vorstrafe abgestempelt.

Die Sonne wandert schneller, als Mensch denkt

Hinzu kommt, dass gedankenlose Hundebesitzer auch mit den Kosten für den Einsatz rechnen müssen. "Da werden der Transport in die Tierklinik, Verständigung des Tiernotdienstes und die tierärztliche Behandlung in Rechnung gestellt", sagt Polizeisprecherin Sybille Ahlborn. Verständnis habe die Polizei nicht: "Die Leute wissen doch, wie es ist, wenn man sich eine halbe Stunde in praller Sonne ins Auto setzt."

Bei Hunden ist es noch heftiger: "Sie haben nur wenig Schweißdrüsen und kühlen ihren Körper hauptsächlich übers Hecheln ab", sagt Nadja Kutscher von der Tierschutzorganisation Peta. Da sich das Fahrzeuginnere an heißen Tagen schnell auf 70 Grad Celsius aufheizen kann, drohe den Hunden schnell ein tödlicher Hitzschlag. "Passanten sollten schnell die Polizei rufen, wenn sie in der Hitze einen eingesperrten Hund sehen", sagt Sprecherin Kutscher. Besitzer dürften ihren Hund niemals allein im Auto zurücklassen, auch nicht für einen kurzen Augenblick im Schatten. Denn die Sonne wandert schneller, als Mensch denkt.

Kommentare (9)
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JUL
10
02:02 Uhr, geschrieben von Charlotte Reinhold
labrador erleidet hitzetod
ich musste leider am 05.07.10 meinen 12jährigen labrador einschläfern lassen, für uns alle ein ganz schlimmer verlust. wenn ich höre, wie leichtfertig dagegen so manch ein besitzer mit seinem tier umgeht kriege ich das k.... es ist doch unglaublich, dass solche dinge immer und immer wieder passieren. wie kann ich denn ein lebewesen bei dieser hitze im auto lassen????!!?? ich hoffe diese frau kommt in den knast. für mich ist das mord, noch nicht mal totschlag. und tiere sind keine sache, wenn auch leider vor dem gesetz. sie leben und leiden.
JUN
08
09:32 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Einfach schrecklich
Kaum ist die Sonne wieder da, Temperaturen steigen und schon gibt es wieder Todesfälle von Hunden. Unbegreiflich, wie man so seine Tiere quälen kann!
JUN
08
08:48 Uhr, geschrieben von Ga
Alle Jahre wieder
Also wer das immer noch nicht begriffen hat, dass man Lebewesen bei Hitze nicht in Auto zurücklässt, nicht einmal bei spaltbreit geöffneten Fenster, geschweige denn bei geschlossenem. Gegen menschliche Dummheit ist leider immer noch kein Kraut gewachsen. Mir fehlen die Worte. Wird "Frauchen" jetzt wegen fahrlässiger "Sachbeschädigung" (allein dieses Wort im Zusammenhang mit einem Hund/Lebewesen zu gebrauchen ist widerwärtig) oder doch hoffentlich wegen Tierquälerei zur Rechenschaft gezogen? Oder freut sie sich gar schon auf ihren "nächsten" Hund.
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