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Stuttgart-Botnang Razzia in Stuttgarter Radikalisierungsmoschee

Von Franz Feyder 

Mit Video-Umfrage - Die Polizei durchsucht Räume des Islamischen Kulturvereins in Botnang, weil er Terrorgruppen in Syrien und im Irak unterstützen soll.

Stuttgart - Etwa 70 Polizeibeamte sowie Islamwissenschaftler des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) haben die als salafistisch geltende Moschee in der Stuttgarter Regerstraße durchsucht. Ziel der Razzia war es, Beweise zu finden, um den Verein „Mesdschid Sahabe“ verbieten zu können.

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Erst vor zwei Wochen waren die Gebetsräume im Stadtteil Botnang wieder in die Schlagzeilen geraten: Gemeinsame Recherchen des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) sowie den Stuttgarter Nachrichten hatten gezeigt, dass eine Tübinger Konvertitin in den Räumen des Moscheevereins radikalisiert wurde. Zudem war in der Regerstraße deren Ehe mit einem jungen Schweizer vermittelt worden, der sich im vergangenen Spätsommer einer Kampfgruppe der Terrororganisation El-Kaida, der Jabhat al-Nusra, in Syrien anschloss. Seitdem hält der Dschihadist die 22-Jährige gegen ihren Willen im Kampfgebiet nördlich der Provinzhauptstadt Idlib fest.

Die Moschee in der Reger­straße wird überwiegend von Muslimen besucht, die aus Bosnien stammen. In den vergangenen beiden Jahren reisten mindestens sechs Besucher des „Islamischen Bildungs- und Kulturzentrums“ in Botnang nach Syrien und schlossen sich vor allem der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) an. Drei von ihnen wurden bislang bei Kämpfen getötet, unter ihnen ein früheres Vorstandsmitglied des Vereins sowie ein 17-Jähriger aus Kirchheim unter Teck. In den vergangenen Wochen hinderte die Polizei drei weitere Besucher der Moschee an der Ausreise nach Syrien. Stuttgarter Staatsschützer beobachten die „Medschid Sahabe“ intensiv.

Die jetzt sichergestellten Rechner, Mobiltelefone und Datenträger werden nach Beweisen durchforstet, mit denen nachgewiesen werden soll, dass der Verein aktiv den sogenannten Heiligen Krieg förderte und aufrief, sich an ihm zu beteiligen.

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