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Stuttgart 21 Zehntausende demonstrieren

Jürgen Bock, vom 30.08.2010 11:00 Uhr
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 Foto: dpa
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Stuttgart - Zwischen 30.000 und 40.000 Menschen haben am Freitagabend ihrem Ärger über das Bahnprojekt Stuttgart 21 Luft gemacht. Sie bildeten eine Menschenkette um den Landtag. Tausende drangen in die Bannmeile ein, doch die Demonstration blieb friedlich.

Weitere Bilder von der Demonstration anzeigen (alle Fotos: Vogt)

Eine größere Protestaktion als die am Freitagabend hat die Landeshauptstadt selten gesehen. Trotz strömenden Regens versammelt sich eine große Menschenmenge um 19 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Mit dem Schwabenstreich eröffnet Schauspieler Walter Sittler unter ohrenbetäubendem Lärm die Kundgebung. "Der heutige Abend zeigt, dass Stuttgart 21 umkehrbar ist", ruft SÖS-Stadtrat Hannes Rockenbauch ins Mikrofon, "wir werden das Projekt durch friedlichen, zivilen Ungehorsam verzögern." Doch der Ton verschärft sich inzwischen. "Wenn ihr da oben nicht zum Dialog bereit seid, lasst ihr uns keine andere Wahl, als dieses Projekt selbst zu stoppen", droht Rockenbauch unter Jubel.

Danach setzte sich der Protestzug zum Landtag in Bewegung. Ein Regenbogen beleuchtet den Himmel, während einige Aktivisten am Gerüst des benachbarten Hochhauses ein Transparent entrollen. "Kein Stuttgart 21! 2011 ist Landtagswahl. Schönen Gruß an Frau Merkel", steht darauf. Über die Bolzstraße verteilen sich die Menschen rund um das Parlament. Sie wollen damit zeigen, dass das Projekt das ganze Land angeht. So mancher Demonstrant ist von außerhalb der Region angereist.

Der Kreis um den Landtag zieht sich immer enger. Um kurz nach halb neun stürmen die ersten Demonstranten auf die Wiese in Richtung Eingang. Die Polizei, die sich bis dahin sehr zurückgehalten hat, hat alle Hände voll zu tun, das Gebäude zu schützen. Berittene Polizisten drängen die Protestierenden von der Fassade weg. "Bannmeile? Was soll das?", ruft einer, "uns fragt doch auch keiner." Die Organisatoren versuchen derweil verzweifelt über Megafone, die aufgebrachte Menge vom Landtag wegzubekommen. Vergeblich.

Kommentare (153)
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SEP
30
22:27 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Polizeieinsatz
Wenn so viele Menschen dagegen sind, sollte die Politik doch reagieren! Warum demonstriert nur eine Minderheit dafür? Seit tapfer Ihr Schwaben, kämpft friedlich weiter gegen St21! Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten. Frei nach Mahatma Gandhi Gruß Göttingen
SEP
02
13:19 Uhr, geschrieben von Klaus Haag
Bannmeile nicht gekennzeichnet
Ich hatte am vergangenen Freitag, 27.8. als Ordner zur Verfügung gestellt. Jeder Ordner hatte einen Plan, in dem die Bannmeile eingezeichnet war, wir wurden angewiesen uns in ca. 10 m Abstand entlang der Bannmeile zu postieren und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass wir keine besonderen Befugnisse haben, sondern Demonstranten lediglich auf die Bannmeile hinweisen dürfen und sie bitten diese zu respektieren. Ich stand mit ca. 4 weiteren Ordnern an der Planie am Eingang zum Akademiegarten gegenüber dem Ende des Karlsplatzes. Der Fußweg war anfangs durch ca. 6 - 8 Plozisten abgeriegelt, die einzelne Personen durchließen. Nach einiger Zeit kamen etliche Fußgänger vom Landtag aus dem Akademiegarten heraus, die angaben sie seien hinter einem in Schritttempo fahrenden Polizeimotorrad von der Theaterseite aus am Landtag vorbeispaziert. Kurz darauf verließen die Polizisten den Parkeingang in Richtung Landtagsgebäude ohne einen entsprechenden Hinweis an die Ordner. Wir Ordner haben versucht durch mündliche Hinweise Personen vom Betreten des Akademiegartens abzuhalten. In den allermeisten Fällen wurde dieser Bitte entsprochen. Kommentar eines Ehepaares aus Reutlingen: Woher sollen wir wissen, dass hier eine Bannmeile ist? Wer hat die beschlossen? Warum ist die so weit vom Landtag entfernt? Leiser Verdacht: Von Seite der Obrigkeit ist man nicht so ganz unglücklich über die Verletzung der Bannmeile, weil anschließend die Presse willfährig über die undisziplinierten chaotischen Demonstranten, die keine Regeln einhalten, berichten kann.
SEP
01
13:08 Uhr, geschrieben von Stuttgarter
Wo liegt die demokratische Legitimation für S21?
Repräsentative Umfragen in Stadt und Land: +++++ Bürgerumfrage Stadt Stuttgart 2009: 49% gegen S21, 30 % für S21. +++++ Stuttgarter Nachrichten 11/2008: 64 % gegen S21. +++++ SWR 6/2009: 54 % gegen S21, 38 % für S21. +++++ Emnid 2009: 58 % gegen S21, 38 % für S21. +++++ MM Research 08/2010 (annähernd repräsentativ) in Stuttgart und der Region: 55% gegen S21, 28 % für S21. +++++ Forsa 09/2010: 67 % in Stgt. gegen S21, 30 % für S21, und 51 % in BW gegen S21, 26 % für S21. +++++
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