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Stuttgart 21 Trickste Bahn Verwaltungsgericht aus?

Konstantin Schwarz, vom 04.10.2010 19:15 Uhr
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Stuttgart - In der Nacht zum vergangenen Freitag hat die Bahn AG im Schlossgarten 25 Bäume für ihr Projekt Stuttgart 21 gefällt. Der Motorsägen-Einsatz war nur mit massivem Polizeieinsatz möglich, Tausende Demonstranten protestierten dagegen. Nun verdichten sich Hinweise, dass die Bahn gar nicht fällen durfte.

Während sich im Schlossgarten eine bunt gemischte Protestbewegung lautstark gegen die Baumfällung einsetzte, zog der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen 16 Uhr vor Gericht. Er beantragte eine einstweilige Anordnung gegen die Baumfällungen. Empfänger des Schreibens: Das Verwaltungsgericht Stuttgart. Dort musste die unter Juristen übliche "Z-Frage" geklärt werden. Sind wir zuständig?

Wenig später, gegen 18 Uhr, ging bei der Bahn AG, beim Regierungspräsidium (RP) und beim Amt für Umweltschutz ein Schreiben des Eisenbahn-Bundesamts (Eba) ein. Es schob die grundsätzliche Genehmigung der Baumfällung auf, weil die Bahn nötige Unterlagen - die landschaftspflegerische Ausführungsplanung - nicht rechtzeitig an die Aufsichtsbehörde geliefert hatte. Das Eba setzte eine Frist bis 8. Oktober. Bis dahin hätten die Sägen zu schweigen, bis dahin hätte die Bahn klären sollen, ob sie den gefährdeten und unter Schutz stehenden Juchtenkäfer von den zur Fällung vorgesehenen Bäumen umsiedeln kann. Das baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerium wurde vom Regierungspräsidium von dem vorläufigen Baustopp informiert. Damit geriet die Ministerin und Stuttgart-21-Verfechterin Tanja Gönner (CDU) in eine Zwickmühle.

Bahn beruft sich auf Gutachter

Das Verwaltungsgericht allerdings erhielt das Eba-Schreiben nicht. Dabei hätte das Papier die "Z-Frage" klären können. Da es um die Umsetzung des Planfeststellungsbeschlusses ging, hätte die 13. Kammer das Verfahren sofort an sich ziehen und das tun können, was bei einem Eilverfahren geboten ist: schnell entscheiden. Bis gegen 20 Uhr hielten der Bahn-Anwalt, der inzwischen in der Stuttgarter Außenstelle des Eba saß, und das Gericht regen Telefonkontakt. Dass er das Gericht nicht auf den vorläufigen Baustopp des Eba hinwies, legt eine Auskunft des VG von Montag nahe: "Das Gericht wird der Frage nachgehen, ob entscheidungserhebliche Informationen im Verlauf des Donnerstagnachmittags dem Gericht nicht vorgelegen haben", sagte eine Sprecherin.

Wie wäre über den BUND-Antrag entschieden worden, wenn der vorläufige Baustopp des Eba das Gericht erreicht hätte? Die Antwort ist spekulativ. Die Sachlage hatte sich jedenfalls ganz entscheidend geändert. Der BUND nimmt an, dass ein sofortiger Baustopp verhängt worden wäre. Sein Landesverband stellte deshalb am Montag Anzeige gegen die DB Netz und die DB Projektbau "wegen illegaler Baumfällaktion" - und er geißelte, verkürzt gesagt, das Eba als unfähig.

Die Aufsichtsbehörde selbst zeigt sich bei Anfragen sperrig. Man habe der Bahn "Bedingungen gestellt", zum Beispiel die landschaftspflegerische Ausführungsplanung vorzulegen, und von der DB inzwischen eine Dokumentation erhalten. Man prüfe diese.

Die Bahn gibt sich gesprächiger. "Die Bäumfällarbeiten am vergangenen Freitag wurden unter anderem von Vertretern des Umwelt- und Verkehrsministeriums und einem Gutachter beaufsichtigt und geleitet", so eine Sprecherin. Das Eba habe die Fällung am Ende "nicht untersagt". Und die fehlenden Papiere? "Die landschaftspflegerische Ausführungsplanung haben wir bis heute nicht erstellt, das ist auch noch nicht notwendig", sagt die Sprecherin.

Kommentare (26)
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OKT
08
11:01 Uhr, geschrieben von Seawolf
Das schöne Stuttgart wird versaut
Es ist schon schlimm, die Politiker wohnen irgendwo im Grünen, also nicht in Stuttgart, lassen den Schloßpark zum Teil abholzen und bauen eckige, häßliche Kästen (zwischen Witwer und Börse) oder den Marienplatz. Dieser Platz sollte man umbenennen auf Betonplatz. Es ist ein saumäßig, häßlich aussehender Platz. Den Marienplatz hätte man doch auf Schönheit und Effizenz umbauen können. Der geplante Europapark am Bahnhof ist ein schreckliches Ding was man da vorstellt. Solche Architekten gehörte die Lizenz entzogen, aber vielleicht sind Sie mit irgendeinem Poliker verwandt.
OKT
06
11:22 Uhr, geschrieben von Schwobamädle
Stuttgart 21
Hier geht es meineserachtens weniger um den Bahnhofsneubau, sondern darum, dass man die Stuttgarter Buürger, Wähler, Steuerzahler seit 15 Jahren belogen, betrogen und verarscht hat. Hätte man ihnen gleich die Wahrheit gesagt und was hinter den Baugelüsten für S 21 steht, hätte man diese Situation jetzt nicht. Hier kocht auch meine Schwabenseele, immerhin ist Stuttgart ebenfalls meine Heimatstadt. Dass die DB im Schlosspark Bäume fällt, die ihr, wie der Schlosspark in gänze, nicht gehören, ist allerdings juristisch fragwürdig. Es lebe der Juchtenkäfer. Der Mensch bracht die Natur, aber die Natur braucht den Menschen nicht, da sollten Mappus und sein Gefolge mal drüber nachdenken.
OKT
05
18:32 Uhr, geschrieben von Andy
Keinen Euro mehr für das Projekt Stuttgart 21
Wenn die Stuttgarter Bürger das Projekt nicht wollen, sollte es sofort abgebrochen werden. Wer will schon diese armen Schwaben weiter leiden sehen. Lasst alles so, wie es ist. Immer weiter so mit dem Protest gegen alles Neue. Alle Macht den grün-alternativen Maschinenstürmern. Die Deutschen gehören dorthin, wo sie keinen Schaden anrichten. Die Prioritätenliste: "Der Frosch, der Baum, der Asylant" und danach der dumme Michel. Wäre doch gelacht, wenn wir das in Stuttgart nicht hinbekommen!!
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