Stuttgart - Die Stimmung im Schlossgarten wird immer gereizter - und die Polizei muss zugeben, dass sie auch schon den Rückzug antreten musste. Wie jetzt bekanntwurde, hatten etwa 150 S-21-Gegner am Sonntag - dem Tag vor dem Beginn des Südflügel-Abrisses - drei Streifenwagen im Park umstellt. Die Polizisten waren angerückt, nachdem gemeldet worden war, dass Unbekannte Absperrmaterial von der Schillerstraße ins Zeltdorf gebracht hätten. Die Beamten sollten wegen Diebstahls ermitteln - jedoch stellte sich ihnen die Menge entgegen. Um die Lage nicht eskalieren zu lassen, traten die Beamten den Rückzug an. "Die Polizei hat kein Recht, in den Park zu kommen", protokollierten sie Ausrufe der Protestierenden.
Dass die Beamten auf weitere Ermittlungen verzichteten, ist für Polizeisprecher Stefan Keilbach "eine Frage der Verhältnismäßigkeit und Deeskalation". Eine ähnlich aggressive Stimmung habe es vergangenen Donnerstag gegeben, als etwa 50 Personen im Schlossgarten "auffällig aggressiv" gegen Beamte aufgetreten seien. Die Beamten hätten zur Deeskalation den Park verlassen - "unter Belustigungsbekundungen".
Am Dienstag um 12.30 Uhr kippten etwa 30 Projektgegner Rindenmulch in der Richard-Wagner-Straße vor das Staatsministerium. Die Aktivisten übergaben eine schriftliche Erklärung, Zwischenfälle gab es keine.