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Stuttgart 21 Mappus lehnt sofortigen Baustopp ab

dpa/lsw, vom 06.09.2010 16:27 Uhr
Gegner von Stuttgart 21 haben vor dem Nordflügel des Hauptbahnhofs ein Transparent mit der Aufschrift "Mappus, tritt unsere Argumente nicht mit Füßen" in die Höhe gehalten. Der Ministerpräsident ist gegen einen sofortigen Baustopp. Foto: dpa
Gegner von Stuttgart 21 haben vor dem Nordflügel des Hauptbahnhofs ein Transparent mit der Aufschrift "Mappus, tritt unsere Argumente nicht mit Füßen" in die Höhe gehalten. Der Ministerpräsident ist gegen einen sofortigen Baustopp. Foto: dpa

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) will den Gegnern des Milliardenprojekts Stuttgart 21 vor dem geplanten Spitzengespräch nicht weiter entgegenkommen. Er lehnte den von den sogenannten Parkschützern geforderten, sofortigen Stopp der Abrissarbeiten am Hauptbahnhof strikt ab.

Der Baustopp für die Zeit des Dialogs mit den Projektgegner am Freitag sei eine einmalige Geste, sagte ein Sprecher der Landesregierung am Montag in Stuttgart. Man werde allmählich das Gefühl nicht mehr los, dass manche das Gespräch nicht mehr wollten, fügte er hinzu. SPD-Landeschef Nils Schmid, der das Projekt befürwortet, kritisierte das Nein der Regierung. „Das ist nicht aufrichtig. Wenn Herr Mappus die Gespräche ernst meint, sollte er auf die Forderung eingehen“, sagte Schmid. Es sei selbstverständlich, dass man im Vorfeld und während des Spitzengesprächs die Arbeiten ruhen lasse. „Es muss aber auch allen klar sein, dass der Baustopp befristet ist. Nach dem ersten Gespräch ist der Baustopp vorbei.“

Mappus und Bahnchef Rüdiger Grube hatten am Wochenende ausgemacht, die Abrissarbeiten am Freitag ruhen zu lassen. Die Parkschützer bezeichneten dies als „Farce“ und sagten ihre Teilnahme an dem Gespräch ab. Der Sprecher der Landesregierung betonte nun, dass Mappus und Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann sich bei ihrer Einladung zum Dialog darauf geeinigt hatten, dass es keine Vorbedingungen geben dürfe.

Am Montag setzte sich der wochenlange Protest gegen Stuttgart 21 fort: Polizisten beendeten eine Blockadeaktion mehrerer Landwirte und Parkschützer am Zugang zur Baustelle. „Die Polizei hat insgesamt 90 Aktivisten vor der Baustelle weggetragen“, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Demonstranten seien von drei Traktoren heruntergeholt worden. Einige hatten sich auf einem Anhänger angekettet und mussten mit schwerem Gerät freigeschnitten werden. Zwei Projektgegner hatten sich vor der Baustelle an einen Tanklaster gekettet. Die Polizei schraubte die Stoßstange laut Augenzeugen von dem Fahrzeug ab und bekam die Aktivisten dadurch wieder frei.

Zu einer erneuten „Montagsdemonstration“ gegen Stuttgart 21 wurden am Abend wieder mehrere tausend Menschen vor dem Hauptbahnhof erwartet. Auch in Ulm gibt es jetzt ein Bündnis gegen Stuttgart 21. Grüne, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Verkehrsclub Deutschland (VCD) hoben das Aktionsbündnis „K21 - gut für Ulm“ aus der Taufe. Das Gründungstreffen mit weiteren interessierten Gruppen ist nach Angaben der Ulmer Grünen für Dienstag kommender Woche geplant. Die Initiatoren plädieren dafür, den Kopfbahnhof der Landeshauptstadt zu modernisieren. Das Projekt Stuttgart 21 dagegen sieht vor, den Hauptbahnhof für mindestens 4,1 Milliarden Euro in eine unterirdische Durchgangsstation umzubauen und an die Schnellbahntrasse nach Ulm anzuschließen.

Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) warnte unterdessen vor einem Stopp des Bahnprojekts Stuttgart 21. Jahrzehntelang sei um die beste Lösung gerungen worden. „Wer das Projekt jetzt stoppt, muss sich darüber im Klaren sein, dass eine solche Chance nicht wieder kommt, denn keine der vermeintlichen Alternativen ist umsetzbar.“, Neben Ulm hätten auch Laupheim, Biberach, Ravensburg und Friedrichhafen Vorteile von dem Milliardenprojekt.

Kommentare (17)
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SEP
07
07:48 Uhr, geschrieben von Wütender Bürger
Begriffsstutzig
Die Mitglieder des S21-Kartells haben nichts, aber auch gar nichts begriffen. Die Wut der Bürger, quer durch alle soziale Schichten, steigt unaufhaltsam und das zu Recht. Irgendwann, vielleicht wenn der erste Baum fällt, kocht der Topf über. Falls es dann zur Eskalation kommt, tragen allein die Protagonisten im Rathaus, bei der Bahn und in der Landesregierung die Verantwortung. Irgendwann werden sie für Ihre Arroganz der Macht zur Rechenschaft gezogen.
SEP
07
07:18 Uhr, geschrieben von Heinz D. Trost
Mappus, Grube, Drexler, Schuster weg. Baustopp her!
Die ganzen 15 Jahre kamen die Abstimmungen zu "Stuttgart 21" nur deswegen durch die Gremien durch, weil da massiv die Lobbyisten der Groß-Bauunternehmer und Immobilienhaie Druck machten, weil echte Wirtschaftlichkeits-, Verkehrsnutzen-, und Sicherheitsberechnungen geheimgehalten wurden. Und weil man den Politikern vor jeder Abstimmung weismachte, da wären immer mehrfache Ausstiegsszenarien da, wurde behauptet, daß, wenn dann die realen Zahlen da wären, jederzeit noch der "Riemen runtergeworfen" werden, das Projekt gestoppt werden könne. Nun sind viele Zahlen da, nun wäre es an der Zeit, auszusteigen. Doch nun trauen sich das unsere Gremien nicht mehr,- und sie haben damit die Mehrheit des Volkes, die Mehrheit von uns gegen sich. Wir sind das Volk. Darum: Bau- und Abrißstopp jetzt. Oben bleiben!
SEP
07
03:41 Uhr, geschrieben von Aufgeklärter
Mein lieber OB Gönner in Ulm! Nun haben wir deren zwei!
Keine Vorteile hast Du, weder in Deiner Region noch in der von Laupheim, Biberach, Ravensburg, Lindau! Denn die Elektrifizierung wird während der kostenintensiven Bauarbeiten von S21 "kanibalisiert", also sprich auf den St. Nimmerleinstag hinausgeschoben. Genauso wird damit gerechnet, daß durch die Kostenkonzentration auf S21 weniger Züge durch das Land bestellt werden (ein Teil davon ist ja schon auf die Zukunft ausverkauft worden!!!). Somit werden wegen dem weniger werdenden Zugangebot viele wieder aufs Auto umsteigen (müssen!) und die Autobahnen neben dem uferlos zunehmenden Strassengüterverkehr noch mehr verstopfen! Nein, Herr Gönner, Sie verkennen die Lage total. Die Lösung, die Sie wie die Verantwortlichen in Bund und Land suchen müssen ist, daß es eine schnelle und bezahlbare Bahnverbindung für den Personen- wie a u c h den Güterverkehr in Richtung Ulm und München/Bodensee geben muß (von der Rheintalstrecke sowieso abgesehen!). Güterverkehr muß von der Autobahn runter auf die Schiene! Alles andere wie derzeit die Durchsetzung von S21 ist ein Prestigeobjekt für wenige, sonst niemanden nützlich und bindet unnötig Geldresourcen. Und wenn wegen dem schwierigen Karstgestein durch die Schwäbische Alb keine kostengünstigere Möglichkeit gegeben ist zu bauen, so sollte man eben ähnlich wie in der Schweiz vorgehen nach dem Motto: Nicht die rasende Geschwindigkeit bringts, sondern die Qualität machts aus, dann eben an der alten Strecke feilen... Und daß die Projektgegner sich nicht am Gespräch mit den Projektbefürworter an einen Tisch setzen wollen, finde ich völlig richtig. Denn das Gebaren, bis zu diesem Termin weiterhin die Abrißbirne sprechen zu lassen, ist ein Zeichen unendlicher Rücksichtslosigkeit. Und wodurch ist diese Rücksichtslosigkeit entstanden? Weil man von seiten der Geldgeber wie Bund, Land, Stadt, Region u. a. alleine die Deutsche Bahn AG zur Bauherrin bestimmt hat. Dies rächt sich jetzt! So tanzt Herr Grube sein eigenständiges Rumpelstilzchen-Tänzchen und keiner kann (oder will) ihn bremsen. Obendrein führt er den (ehrenamtlichen) Projektsprecher Drexler und andere ständig an der Nase herum! Und das traurigste Bild, das Herr Grube nicht nur für mich abgibt, ist, daß er mit Hilfe einem riesengroßen Polizeiaufgebot ähnlich einem Bau eines Atomkraftwerks sein Bauwerk mit aller Gewalt durchziehen will. Anstatt sich auf das Fahren der Züge zu konzentrieren, setzt er alles daran, von den EU-, Bundes-, Landes- und städtische Gelder egoistisch zu profitieren (alles Steuergelder), obwohl inzwischen mehr wie klar ist, daß hinterher nur großer Murks raus kommt! Selbst aber bringt er nicht mal fertig, seine Züge im ordentlichen Zustand durch die Republik fahren zu lassen, Eschede mit seinen 101 Toten ist heute noch das Mahnzeichen einer Vernachlässigung der Wartungsaufgaben, das Fiasko der Berliner S-Bahn hat dies überdeutlich gezeigt (Börsenstreben!). Statt zu schauen, daß mit der Fahrerei Geld verdient wird, setzt unser Rumpelstilzchen alles daran, den Ruf der Bahn vollends zu versauen und die Fahrgäste zu verjagen (wer geht gerne durch aufgebaute Polizeisperren auf den Zug???!!!). Diese Rücksichtslosigkeit gegen zig Tausende protestierende Menschen, lieber Herr Mappus im Land, müssen Sie stoppen, ansonsten wären Sie als MP völlig unglaubwürdig gegenüber Ihrem Eid, den Sie beim Antritt Ihres Amtes geschworen haben (Schadensabwehr)! Genauso unglaubwürdig wie ein Sprecher von S21, Herr Drexler, der jüngst behauptete, Stein für Stein des Nordflügels werde abgebaut und verkauft; und was war??? Es wird zerstörerisch abgerissen, was das Zeug hält!!! So unglaubwürdig wie Herr Schuster, der anfänglich hoch offiziell und unwiderruflich den ganzen (!) Stuttgarter Hauptbahnhof als unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk betrachtete. Und heute??? Ekelig!!! Herr Mappus, unternehmen Sie was, bevor es zur Katastrophe um den 1. abgesägten Baum geht!!! Ich möchte nichts herbeireden, der Protest soll friedlich bleiben, aber bei den Gegner liegen auch die Nerven durch ständige Verar...en langsam blank. Steigen Sie aus dem Projekt S21 als MP von BW sofort aus und stoppen sie dieses unsinnige, überteuerte und sehr gefährliche Bauvorhaben (Mineralwasser, Bergstürze etc.)!!! Machen Sie den Anfang!!! Und entbinden Sie endlich Herrn Drexler von seiner Aufgabe als Projektsprecher!!! Leider, aber ich muß es so sagen: Jede Aussage von ihm kann nur noch als Provokation empfunden werden, die den Blutdruck höher schnellen läßt!!! Nein, nicht die Projektgegner mit Unterstützung von inzwischen 65.000 Menschen und 51 % der Leute von ganz BW und 2/3 der Stadt Stuttgart müssen auf Sie zukommen, nein, S i e müssen sich regen, S i e müssen uns Zeichen setzen, denn Sie haben u n s zu dienen!!! Sie haben Verantwortung u n s gegenüber! Wir können S i e abschaffen, versuchen Sie das mal umgekehrt???!!! Daher Baustopp und Lösen sämtlicher Verträge des unseeligen Bauprojekts "Stuttgart 21"!!! Es ist schon längst tot, begrabt es endlich!!! Damit endlich wieder Friede einkehrt, bevor noch unsägliches passiert!!!
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