Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Stuttgart 21 Lokführer distanzieren sich

dpa, vom 30.08.2010 06:01 Uhr
GDL-Chef Claus Weselsky fordert, die Bauarbeiten während der Gespräche am runden Tisch ruhen zu lassen. Foto: dpa
GDL-Chef Claus Weselsky fordert, die Bauarbeiten während der Gespräche am runden Tisch ruhen zu lassen. Foto: dpa

Frankfurt/Stuttgart - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sich vom umstrittenen Milliardenprojekt Stuttgart 21 distanziert. „Ich bin gegen solche Mammutprojekte. Es werden dort viele Milliarden verbraten, die man sinnvoller bei vielen anderen Schienenprojekten einsetzen könnte“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky dem Radiosender hr-info.

Weselsky forderte, die Bauarbeiten während der Gespräche am runden Tisch ruhen zu lassen: „Es hat doch keinen Sinn, weitere Fakten zu schaffen, während man miteinander spricht.“ Bahnchef Rüdiger Grube hatte am Freitag angekündigt, sich im September erstmals mit Kritikern zum Meinungsaustausch treffen zu wollen. Er erhielt dafür breite Zustimmung aus der Politik, aber Kritik von den Gegnern.

Zum Knackpunkt wird die Aussage Grubes, während des Treffens mit den Kritikern die Abbrucharbeiten am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofes nicht aussetzen zu wollen. Der Chef der Bürgerinitiative Leben in Stuttgart, Gangolf Stocker, machte am Sonntag einen Baustopp zur Bedingung für eine Teilnahme. Baden-Württembergs Regierungschef Stefan Mappus will sich am Montag in Stuttgart zu dem geplanten runden Tisch äußern.

Bei dem 4,1 Milliarden Euro teuren Projekt Stuttgart 21 soll der Stuttgarter Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden. Die Gegner kritisieren vor allem die hohen Kosten des Projekts.

Kommentare (13)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
AUG
31
17:22 Uhr, geschrieben von H. Hanslmeier
die gegner kritisieren nicht nur die hohen kosten...
die gegner bestreiten vor allem auch den behaupteten nutzen. hierzu mal nur ein ganz klitzekleines beispiel: die berühmten 20 minuten, um die die fahrt nach ulm kürzer werden soll. es ist dazu mittlerweile ja bekannt, daß die fahrt nach ulm schon 1995 -und zwar ohne stuttgart 21 und ohne schnellfahrstrecke- um 15 minuten schneller war als heute. die bahn wird deshalb seit jahren befragt, was es mit den 20 minuten auf sich hat. beziehen sich die 20 minuten zeitersparnis auf die bis 1995 geltenden fahrzeiten? oder auf die aktuellen? dann wäre die zeitersparnis gegenüber 1995 ja nur 5 minuten und mithin etwas wenig für 11 mrd. EUR baukosten. die bahn aber schweigt dazu. natürlich wird sie auch danach gefragt, welcher anteil der 20 minuten nun auf stuttgart 21 entfällt, und welcher anteil auf die schnellfahrstrecke. aber auch dazu schweigt die bahn seit fast 15 jahren eisern. statt dessen wirbt sie mit bunten bildsimulationen eines großzügigen und lichtdurchfluteten bahnhofs, den es so nie geben wird. denn geplant ist eine enge und dunkle betonkrypta, die stets künstliche beleuchtung braucht, mit bahnsteigen, die so schnal sind, daß zwischen den treppenabgängen und dem sicherheitsstreifen entlang der bahnsteigkante nur 1 meter durchgangsbreite bleibt. und mit einem durchgängigen bahnsteigsgefälle von 15 promille, bei dem kinderwagen, die man nicht festhält, jederzeit losrollen und vor einen ICE kippen könnten.
AUG
30
18:38 Uhr, geschrieben von Karl
Herr Weselsky's Meinung
es ist gut dass Herr W. seine Meinung Kund tut. Darauf haben ich und sicher viele andere gewartet. Nun endlich kann ich die S-21 Protestler verstehen. Jeder darf seine Meinung sagen - Hauptsache sie ist ablehnend. Denn das macht Stimmung - und nur darum geht es.
AUG
30
14:58 Uhr, geschrieben von esslinger
Fred vom Jupiter
Die Gewerkschaft distanziert sich..... "...und zeigt damit wieder mal dass diese überflüssig ist!" Mit anderen Worten: wenn eine Gewerkschaft über eine Meinung zu einem Thema verfügt, beweist sie damit, dass sie unnötig ist! Na prima! Was für ein Kommentar! Lieber Fred, der Intelligenzquotient, der Ihrem Beitrag zugrunde liegt, wird selbst bei der gegenwärtigen Wetterlage, noch leicht von der Aussentemperatur übertroffen! Ich hoffe dieser Satz war nicht zu kompliziert für Sie.
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  5
nächste


Stadt mahnt bei der Bahn mehr Informationen an
Bilder [Kommentare 4] Bei einem Vortrag vor Stadträten standen Bahn-Verantwortliche Rede und Antwort.
Erler: „Wir müssen mehr Leute fragen“
[Kommentare 8] Staatsrätin Gisela Erler gibt den Filder-Dialog zu Stuttgart 21 trotz geringer Resonanz nicht auf.

 

Anzeigen

 

Anzeige
Nachrichtenticker
01:24   Hewlett-Packard setzt 27 000 Mitarbeiter vor die Tür
00:52   Merkel berät mit Oppositions-Spitzen über Fiskalpakt
00:45   Wieder Nachbeben in Italien
00:44   Olympia 2020: Tokio, Madrid und Istanbul in Finalrunde - Doha raus
23:45   EU-Kommission: Jugendarbeitslosigkeit mit Milliardensumme bekämpfen
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Prospekte

Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise