Stuttgart 21 Land und Stadt mit Fragen zum Zeitplan

Von Konstantin Schwarz 

Will vom DB-Vorstand Kefer Auskunft zur Bauzeit: Minister Winfried Hermann (Grüne) Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Will vom DB-Vorstand Kefer Auskunft zur Bauzeit: Minister Winfried Hermann (Grüne)Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Bahn muss ihre Tiefbahnhof-Baustelle im Schlossgarten beschleunigen, sonst ist der Eröffnungstermin Dezember 2021 wohl kaum mehr zu halten. Die Arbeiten gehen seit Monaten mit angezogener Handbremse weiter.

Stuttgart - An diesem Mittwoch trifft sich der Lenkungskreis zum Bahnprojekt Stuttgart 21 im Rathaus. In der auf drei Stunden angesetzten Besprechung wird Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer den aktuellen Projektstand vorstellen.

Am Tisch sitzen als Vertreter der S-21-Mitzahler Verkehrsminister Winfried Hermann, OB Fritz Kuhn (beide Grüne) und Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU), sowie die Regionaldirektorin Nicola Schelling.

Optimierungen sollen 12 Monate bringen

Land und Stadt wollen von Kefer vor allem Daten zum Baufortschritt und der Kostenentwicklung erfahren. Weil der Bahn der Standsicherheitsnachweis fehlt, konnte bisher im Schlossgarten die Bodenplatte für den Tiefbahnhof nicht betoniert werden.

Die Arbeiten gehen seit Monaten mit angezogener Handbremse weiter. Bei der letzten Lenkungskreissitzung im April hatte Kefer eingeräumt, dass die Bahn mit den Arbeiten am Herzstück des Projektes ein Jahr im Rückstand sei. Durch Optimierungen wolle sie aber bis Ende 2021 die Bauzeit um zwölf Monate verkürzen und damit den Fertigstellungstermin 2021 einhalten. Inzwischen könnten weitere Optimierungen nötig werden.

Größere Themen sind auch der Brandschutz und die Rettungswege in dem achtgleisigen Durchgangsbahnhof. Die Bahn und der Architekt Christoph Ingenhoven wollen, wie von dieser Zeitung exklusiv berichtet, die acht erst im April 2015 genehmigten zusätzlichen Fluchttreppenhäuser an die Enden des Tiefbahnhofs verschieben, um auf den Bahnsteigen Platz zu gewinnen. Ein entsprechender Änderungsantrag ist bei der Genehmigungsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt, aber noch nicht gestellt worden. Die Ergebnisse ihrer nicht öffentlichen Besprechung wollen die Projektpartner nach 15 Uhr in einer Pressekonferenz vorstellen.

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Kommentar zu Stuttgart 21 Transparenz durch Druck

Von 20. August 2016 - 6:00 Uhr

Die Zusammenarbeit zwischen Bahn, Baufirmen und Zoll klappt. Großer öffentlicher Druck zu Beginn der Arbeiten hat dazu geführt. Man würde sich wünschen, dass beim Großprojekt Stuttgart 21 überall solche Transparenz herrscht.