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Stuttgart 21 Konzept für einen verbesserten Kopfbahnhof

Michael Isenberg , vom 05.10.2011 18:37 Uhr
Gleisfeld vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof Foto: dapd
Gleisfeld vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof Foto: dapd
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Stuttgart - Das Projekt Stuttgart21 ist wegen seiner ungedeckten Mehrkosten "demnächst tot". Das behaupten Martin Vieregg und Karlheinz Rößler. Die Münchner Verkehrsberater haben am Mittwoch in Stuttgart ihr "Grundkonzept" eines ertüchtigten Kopfbahnhofs vorgestellt, der ihrer Meinung nach anstatt S21 realisiert werden könnte.

Der heutige Kopfbahnhof habe "ungeahnte Ausbaumöglichkeiten", stellt die Vieregg-Rößler GmbH fest. Dazu müssten die ungenutzten Gepäckbahnsteige zwischen den Bahnsteigen für weitere Gleise genutzt werden. So könne man den Bahnhof von heute 16 auf bis zu 29 Gleise erweitern. Das erlaube den Halt von zwei Zügen am selben Bahnsteig, ohne dass sie sich behinderten. Mit zwei neuen Gleisen und einer Brücke bis Bad Cannstatt, der Verlegung des Abstellbahnhofs nach Untertürkheim und Ergänzungen im Gleisvorfeld erhalte man letztlich einen "absolut kreuzungsfreien Bahnhof", der in der Spitzenstunde bis zu 72 Züge abfertigen könne, sagen die Gutachter. Der achtgleisige Tiefbahnhof von S21 verspricht in der Spitzenstunde bis zu 49 Züge.

Auf ICE-Neubaustrecke nicht verzichten

"Unser Grundkonzept würde 600 Millionen Euro kosten", sagt Rößler. Weitere Ausbauten müsse die Politik entscheiden. Als "Optionen" schlägt das Büro, das hier im Auftrag von S-21-Kritikern arbeitet, einen viergleisigen, unterirdischen Durchgangsbahnhof in Tallängslage vor (Kosten laut Vieregg-Rößler: knapp zwei Milliarden Euro); eine komplett neue Regionalbahntrasse Stuttgart-Tübingen samt Tunnel in der Landeshauptstadt zwischen Bahnhof und Möhringen (500 Millionen) oder die Verlängerung der bei Zuffenhausen endenden ICE-Trasse Stuttgart-Mannheim bis Hauptbahnhof an.

Auf die an S21 anschließende ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm will Vieregg-Rößler nicht verzichten. Sie soll aber nicht via Flughafen, sondern via Neckartal nach Stuttgart führen. Dass bei ihrem Konzept weiterhin oberirdische Bahnanlagen im Park die Stadt durchtrennen, ist für die Gutachter kein Argument: Sollte man mehr Raum bei der innerstädtischen Entwicklung benötigen, könnte auch das Gleisvorfeld überbaut werden, sagen sie.

Kommentare (141)
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NOV
18
03:52 Uhr, geschrieben von Michael Best
Moderner Schienenverkehr durch intelligente Vernetzung - mit Stuttgart21 leider unmöglich!
"Intelligente Vernetzung" ist das Stichwort für den Schienenverkehr des 21. Jahrhunderts. Der Integrale Taktfahrplan (ITF) ermöglicht durch das zeitgleiche Zusammentreffen der Züge in den Taktknoten optimale (Umsteige-)Verbindungen auf allen Relationen. Dieses Rendezvous der Züge funktioniert aber nur in ausreichend groß dimensionierten Bahnhöfen - wie im bestehenden Stuttgarter Hbf, wo auf 16 Gleisen 16 Züge gleichzeitig und nebeneinander halten können. Im mit nur 8 Gleisen viel zu klein dimensionierten Kellerbahnhof Stuttgart21 können nachfolgende Züge erst einfahren, wenn die vorausfahrenden Züge das Gleis geräumt haben. Ein wechselseitiger Anschluss ist nicht möglich. Reisende, die aus der baden-württembergischen Region ankommen, müssen daher teilweise Wartezeiten von mehr als einer Stunde in Kauf nehmen, bis der Anschlusszug des Folgetakts eintrifft. Stuttgart21 ist der Bahnhof der langen Wartezeiten! Ein Bahnhof, der 1988 entworfen wurde und auf dem Denken vergangener Jahrzehnte beruht, als man sich um Vernetzung und gute Anschlüsse noch nicht gekümmert hat. Für den Bahnverkehr des 21. Jahrhunderts ist der Kellerbahnhof unbrauchbar. Deshalb: Mit [x] JA! zum Ausstieg stimmen. Steuergeld darf nicht für abenteuerliche Fehlkonstruktionen verschwendet werden! Mit [x] JA! zum Ausstieg stimmen Sie für modernen und effizienten Schienenverkehr mit dem Stuttgarter Kopfbahnhof - dem laut DB pünktlichsten Großstadtbahnhof Deutschlands!
NOV
11
00:27 Uhr, geschrieben von Dipl.-Ing. Laurenz Scholten
Wo die Bahn an Gleisen spart, kommt es zu Verspätungen – stoppt Stuttgart 21 bevor es zu spät ist!
Als Inhaber einer Jahresnetzkarte (Bahncard 100) bin ich jede Woche deutschlandweit auf Fernreisen unterwegs. Mein Fazit: Wo die Bahn an Gleisen spart, kommt es zu Verspätungen und Anschlusszüge werden nicht erreicht. Berüchtigte Engstellen sind z.B. der Hamburger und der Kölner Hbf. Diese wurden vor rund hundert Jahren gebaut und sind heute – mit je 8 Gleisen – völlig überlastet. Aber offenbar hat die Bahn immer noch nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, denn Stuttgart21 soll ebenso nur 8 Gleise erhalten! Stuttgart hat nicht weniger Zugverkehr abzuwickeln als Hamburg oder Köln. Was für eine wahnwitzige Idee, einen „Bahnhof fürs 21. Jahrhundert“ so klein zu dimensionieren, dass er von der ersten Minute an aus allen Nähten platzen wird. Ich kann an die Stuttgarter nur appellieren: Stoppt dieses verkehrstechnisch und volkswirtschaftlich unsinnige Projekt. Euer 16-gleisiger Kopfbahnhof ist ein guter und moderner Bahnhof und viel besser für zeitgemäßen Bahnverkehr geeignet, als ein 8-gleisiger Flaschenhalsbahnhof. Bahnreisende werden es Euch danken! Dipl.-Ing. Laurenz Scholten
NOV
10
16:03 Uhr, geschrieben von Guenther Woelfle
Bahnverkehr fürs 21. Jahrhundert - mit dem leistungsstarken Kopfbahnhof!
In Stuttgart steigen 90% der Reisenden um/ein/aus - nur 10% fahren durch. Deshalb müssen die Umsteige-Anschlüsse optimal sein für kurze Reisezeiten! Im Kopfbahnhof mit 16 Gleisen können gleichzeitig 16 Züge halten und einander gegenseitig Anschluss bieten (Taktknoten). Im Kellerbahnhof mit 8 Gleisen können nur 8 Züge gleichzeitig halten - die restlichen Züge müssen sich (ohne Anschluss!) davor oder danach einreihen. Deshalb ist der Kellerbahnhof Stuttgart21 nicht geeignet für eine Vernetzung von ganz Baden-Württemberg. Nur der große Kopfbahnhof mit 16 Gleisen ist fit für den Bahnverkehr im 21. Jahrhundert. JA ZUR ZUKUNFT - MIT DEM LEISTUNGSSTARKEN KOPFBAHNHOF!
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