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Stuttgart 21 Kommentar: Unser Park

Wolfgang Molitor, vom 15.02.2012 16:54 Uhr
  Foto: PPFotodesign.com
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Stuttgart - Jetzt loben sie sich. Die Politik die Polizei und die Polizei die Parkschützer. Der grüne Ministerpräsident ist „sehr, sehr froh“, dass die sorgenvoll erwartete Räumung des Mittleren Schlossgartens weitgehend konfliktfrei verlaufen ist. Der Oberbürgermeister stattet den Stuttgart-21-Gegnern seinen „ausdrücklichen Dank“ ab, weil sie mehrheitlich friedlich demonstriert und sich von gesetzeswidrigen Aktionen distanziert haben. Der Polizeipräsident gibt zu Protokoll, die Beamten seien bei den Gegnern auf große Traurigkeit gestoßen und hätten ihnen deshalb „Zeit der Trauer eingeräumt“. Und der SPD-Superminister lobt sich selbst, weil er immer darauf gesetzt habe, dass „die Volksabstimmung befriedend wirkt“. Schließlich darf er die Idee, das Volk über das umstrittene und kühn geplante­ Bahnprojekt entscheiden zu lassen, für sich reklamieren.

Die Gewahrsam-Container auf dem Cannstatter Wasen blieben leer. Umsichtig und besonnen. Der Realisierung des Projekts steht nun nichts mehr im Wege. Kein Südflügel, keine Bäume und keine Eilverfahren. Es sei denn, die Bahn steht sich demnächst selbst im Weg. Wer weiß das schon?

Doch bei aller Erleichterung, dass die Räumung durch eine kluge, deeskalierende Polizeistrategie und den letztlich nur noch symbolischen Rest-Protest der Gegner zu einem friedlichen Ende geführt werden konnte: Es gibt Dinge, die nicht einfach unter den Harmonieteppich ge­kehrt­ werden sollten. 2400 Polizisten aus acht Bundesländern mussten nach Stuttgart beordert werden, um die Räumung zu schützen und durchzusetzen. Sie mussten eine gut ein Meter hohe Barrikade aus Holzpaletten und Müll durchbrechen, um ins Protestcamp vorzudringen, auf einer Strecke von 800 Metern Gitter aufstellen und Menschen mit dem Kran von den Bäumen holen. Mehr als elf Stunden hat der Großeinsatz gedauert, damit in den nächsten drei Tagen 108 Bäume gefällt, weitere 68 verpflanzt werden können. In den nächsten Tagen muss die Polizei die Baustelle im Schichtdienst bewachen. Bei aller Freude: Auch das gehört dazu.

Die Bürgerbeteiligung sei mit dem Einsatz­ endgültig ad acta gelegt worden, behaupten die Parkschützer. Sie reiben sich an ihrem früheren Hoffnungsträger, aus dem ein kluger Landesvater geworden ist. Sie werden montags weiter demonstrieren – ein engagiertes, enttäuschtes Protest-Relikt, über das die Volksabstimmung und die Zeit hinweggegangen sind. Sie haben etwas getan, was auch zur Bürgerpflicht gehört: sich zu empören, sich einzumischen, sich nicht übergehen zu lassen. Für viele wurden sie damit zum Vorbild. Es wäre schade, wenn sie nun den Blick auf die Realität aus den Augen verlieren­, ihre kraftvollen Proteste in Selbstmitleid enden würden.

Das war’s. Die Mehrheit für S 21 steht. Der Schlossgarten ist geräumt – und spätestens nach dem Ende der Bauarbeiten wieder das, was er sein soll: unser Park.

Kommentare (132)
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FEB
21
09:26 Uhr, geschrieben von ICH+
Die CDU: "Ja zum Schlichterspruch"
http://www.umsteiga.de/wp-content/uploads/2011/12/Schlichterspruch2.jpg
FEB
21
05:39 Uhr, geschrieben von Parkliebhaber
"unser Park" wird nie mehr 'unser Park'
an den Schreiberling Wolfgang Molitor: Sie schreiben: "...spätestens nach dem Ende der Bauarbeiten wieder das, was er sein soll: unser Park." Ein sehr grosser Irrtum dem alle S21-Befürworter unterliegen: dieser Teil des Parks, das verwüstet wurde, wird nie mehr 'unser Park' werden. Der Lehrer in der Schule würde Ihnen sagen: "Wolgang, setzen, sechs." Sie sollten Ihre Hausaufgaben besser machen, das ist eigentlich Ihr Job. Hier gebe ich Ihnen kostenlos eine kleine Nachhilfestunde: Dort kommt der tiefer gelegte Bahnof hin und darauf ein deutlich erhöhter Betondeckel das (ca. 6 m) herausragt wie ein trennender (Erd-) Wall (ca. 80-100m breit). Auf den Betondeckel kommen ca. 3m hohe 'Bullaugen' und vielleicht künstlicher Rasen und evtl. Betonkübel für Blumen. Das wars. Keine echten Büsche, keine schatten spendenden lebendigen Bäume, keine natürliche Wiese (auf der man sich gemütlich hinlegen könnte) und somit auch keine Tiere. Es wird nie mehr das was es mal war. Es wird nie mehr 'unser Park'!!! Dieses Gebiet wird nicht mehr Stuttgart oder dem Land Ba-Wü gehören und somit auch nicht dem Volk, sondern Privatbesitz der Bahn AG. Mit viel Glück wird sich die Bahn erbarmen und auf diesen Wall kommt dann etwas Erde damit doch noch natürlicher Rasen wächst. Aber die Rasenpflege kostet Geld, deshalb wäre es gut möglich, dass die Bahn sich diese sparen wird. In der Gegend wo ich wohne gibt es mehrere Rasenflächen auf der kein Gebüsch und erst recht keine Bäume wachsen. Warum? Darunter gibt es Tiefgaragen.
FEB
19
14:36 Uhr, geschrieben von 123
@ Klartext
Klartext Sie sind eindeutig mitverantwortlich für das was einige Chaoten anstellen. Denn Sie haben mit ihrem ständigen gehezte dazu beigetragen. Die Gegner haben immer gesetztestreu und demokratisch ihre Bedenken vorgetragen. Und was war die Antwort: Ignorieren, Beleidigen, Verleumden, Beschimpfen, Verprügeln. Und dann wundert Sie sich über die Entwicklung. Ein Teil gibt auf (die Schwachen), ein Teil mach weiter und ein kleiner Teil wird radikal. Das letzte ist die Frucht ihrer Hetzerei. Vielen Dank dafür, Sie .......
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