Stuttgart 21 Gutachten sieht S21 bei mehr als 8,5 Milliarden Euro

Von Konstantin Schwarz 

Ein neues Gutachten sieht Stuttgart 21 bei mehr als 8,5 Milliarden Euro.  Foto: Stadt_Stuttgart
Ein neues Gutachten sieht Stuttgart 21 bei mehr als 8,5 Milliarden Euro. Foto: Stadt_Stuttgart

Ein Gutachten im Auftrag der Projektgegner rechnet der Bahn weiter drastisch steigende Kosten für Stuttgart 21 vor. Die Bahn müsste demnach vier Milliarden Euro selbst zahlen.

Stuttgart - Die Kosten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 werden nach einer neuen Berechnung des Münchener Beratungsbüros Vieregg Rössler mehr als 8,5 Milliarden Euro erreichen. Die Bahn nennt maximal 6,8 Milliarden. Der studierte Betriebs- und promovierte Volkswirt Martin Vieregg will seine aktualisierte Baukostenprognose an diesem Mittwoch in Berlin vorstellen. In Auftrag gegeben hat sie das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21.

Die Bahn beziffert die Kosten seit Ende 2012 mit maximal 6,8 Milliarden Euro. Bereits bei dieser Höhe müsste das Staatsunternehmen zusätzlich 2,3 Milliarden Euro Eigenmittel einsetzen. Der Bundeszuschuss für das Neubauprojekt ist gedeckelt. Das Land Baden-Württemberg hat Zahlungen über die bisher vereinbarten 931 Millionen Euro hinaus abgelehnt. Dieser Anteil wurde im Finanzierungsvertrag von April 2009 festgeschrieben. Damals nannte die Bahn Maximalkosten von 4,5 Milliarden Euro, in denen war allerdings ein erheblicher Puffer für Preissteigerungen enthalten. Die 4,5 Milliarden Euro werden laut Bahn-Vorstand Volker Kefer bereits Anfang 2018 verbaut sein. Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 soll Ende 2021 sein.

Büro landete mit Berechnung 2008 Volltreffer

Vieregg Rössler hatte im Juli 2008 in einer Studie im Auftrag von Grünen und Bund für Umwelt und Naturschutz Baukosten von rund 6,9 Milliarden Euro genannt. Das Büro kam der Summe, die der Bahn-Vorstand 2012 gegenüber dem Aufsichtsrat einräumen musste, damit sehr nahe. Das Beratungsbüro orientiert sich bei seinen Berechnungen laut Vieregg immer an schon fertig gestellten Projekten.

Am Mittwoch kommt der Aufsichtsrat der Bahn zusammen. Er wird von Bahn-Chef Rüdiger Grube voraussichtlich über einen bis 2020 wachsenden Schuldenstand und diverse Ertragsprobleme informiert werden. In jeder Sitzung muss Volker Kefer den Sachstand zu Stuttgart 21 vortragen.

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 4.34
Stuttgart 21 Kanzleramt soll S-21-Papiere freigeben

Von 25. Mai 2016 - 5:00 Uhr

Verhandlungstermin: Projektkritiker wollen beim Verwaltungsgericht Berlin die vollständige Einsicht in die Unterlagen zum umstrittenen Weiterbau durchsetzen.